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08.03.2005

"CA hat die großen Akquisitionen hinter sich"

Mit Mark Berrenechea, Chief Technology Architect bei Computer Associates, sprach CW-Redakteur Martin Seiler.

CW: Wie wirkt sich die jüngste Umstrukturierung bei CA aus, vor allem im Hinblick auf die Produktpalette?

BARRENECHEA: Unser neuer CEO John Swainson kennt den Management- und Security-Markt sehr gut. Durch sein Dazukommen hat sich das Management-Team von CA gefestigt, damit ist der Umbau abgeschlossen. Alle personellen Maßnahmen der letzten Zeit unterstreichen unsere Kernstrategie, die auf das Bereitstellen von Management- und Sicherheitslösungen zielt.

CW: Das ist keine neue Strategie...

BARRENECHEA: ...nein, es geht jetzt um das Einbringen neuer Ideen, um eine Weiterentwicklung unserer Kernvision.

CW: Über Jahre wurde CA immer wieder dafür kritisiert, dass die Lösungspalette unüberschaubar ist. Wird sich daran etwas ändern?

BARRENECHEA: Wir haben im Lauf des vergangenen Jahres die "Managed Products Group" (MPG) geschaffen. Dabei haben wir differenziert zwischen Bereichen, die wachsen, und solchen, die eher reif sind. CA ist seit 26 Jahren im Softwaregeschäft. Es haben sich Produkte angehäuft, die das Ende ihrer Wertschöpfung erreicht haben, aber immer noch gewartet und unterstützt werden müssen. Wir haben also unser Portfolio genau angeschaut und diese Produkte in der MPG zusammengefasst. Bereiche wie Storage, Netz-Management und Security sind dagegen am Wachsen.

CW: Welche Technologien wären demnach reif?

BARRENECHEA: Ein Beispiel ist unser Mainframe-E-Mail-System. Aus meiner Sicht ist hier das Ende der Wertschöpfung erreicht. Unsere Kunden haben die MPG übrigens sehr gut aufgenommen.

CW: CA ist nicht der einzige Hersteller, der Anwendern eine umfassende und integrierte Sicherheits- und Management-Lösung bieten möchte. Symantec beispielsweise hat seinen Anspruch durch die Veritas-Akquisition unterstrichen. Wie stellen Sie sich dem Wettbewerb?

BARRENECHEA: Bei Symantec und Veritas muss ich an CA in den 80er Jahren denken. Wir haben gut 20 Jahre lang Technik dazugekauft, um unser Angebot auszudehnen. Es funktioniert aber nicht, Firmen wie zwei Kartenstapel ineinander zu schieben. Der Merger bestätigt jedoch, was wir im letzten Jahr immer wieder gesagt haben: CIOs wollen einen Mehrwert aus ihrer Infrastruktur und ihren Investitionen herausholen, sie wollen Betriebskosten und Risiken reduzieren. Der beste Weg dazu ist eine integrierte Softwaresuite. Aber es wird Jahre dauern, um die Symantec- und Veritas-Produkte sowie die Herangehensweise an den Markt miteinander zu integrieren. Wir haben solche großen Akquisistionen hinter uns. Wir konzentrieren uns jetzt auf technische Probleme wie die Integration von Konzepten und Geschäftsregeln nach Itil in "Unicenter" und "eTrust".

CW: Welche Rolle spielt Microsoft als Mitbewerber?

BARRENECHEA: Die entwickeln um "Systems Management Server" (SMS) und "Microsoft Operations Manager" (MOM) immer neue Management-Techniken. Sie übernehmen Firmen im Bereich Security. Auch das bestätigt unsere Forderung nach integriertem Management und integrierter Sicherheit. Microsoft ist ein guter Partner, aber uns unterscheidet, dass wir Management und Sicherheit als plattformübergreifende Themen sehen: Windows, Linux, Unix und Mainframes. Außerdem handelt es sich dabei in der Regel um systemübergreifende Komplexe, die von Microsoft-Lösungen wie SQL Server oder Exchange über Oracle, IBM, Bea bis hin zu SAP reichen.

Wir differenzieren uns dadurch, dass wir der Heterogenität der IT Rechnung tragen. Microsoft bietet schon seit Jahren Verwaltungslösungen an, aber die Kunden verlangen nach mehr.

CW: Selbst wenn - wie Sie sagen - die Zeit der Mega-Akquisitionen vorbei ist: John Swainson hat weitere Übernahmen angekündigt. Was hat man zu erwarten?

BARRENECHEA: Wir haben eine mehrdimensionale Wachstumsstrategie. Zum einen geht es uns um geografische Ausdehnung, zum Beispiel nach Osteuropa, Arabien oder dem asiatisch-pazifischen Raum. Dann wollen wir unsere Absatzkanäle ausbauen, speziell im Hinblick auf kleine und mittelständische Unternehmen. Schließlich möchten wir unser Netz an Systemimplementierern erweitern.

Dabei setzen wir auf Entwicklung und auf Akquisitionen. Wir wollen uns keine Märkte erschließen, das haben wir hinter uns. Wir sind im Security-Business, was wir jetzt benötigen, sind Anbieter von Punktlösungen, die unser Portfolio ergänzen, wie eben Pest Patrol mit einer Lösung gegen Spyware.

CW: Würde demnach auch ein Anbieter eines Schwachstellen-Scanners passen?

BARRENECHEA (errötet, lacht): Ich bin nicht in der Lage, das zu kommentieren. Auf jeden Fall stabile Unternehmen, die zum Umsatzwachstum beitragen, deren Produkte wenig Überschneidung in unserem Portfolio verursachen, sich leicht mit unseren übrigen Lösungen integrieren lassen und ein ganz bestimmtes Problem lösen.