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27.05.1994

CA kauft sich relationale Ingres-Datenbank Die ASK-Gruppe rettet sich in die Arme von CA

MUENCHEN (gfh) - Computer Associates (CA) uebernimmt die ASK-Gruppe. Nach Angaben des deutschen ASK/Ingres-Geschaeftsfuehrers Peter Lewi hat das Board of Directors das Angebot einiger Investoren ausgeschlagen und statt dessen CAs Gebot von rund 300 Millionen Dollar akzeptiert.CA hat sich bereit erklaert, je Aktie 13,25 Dollar cash hinzublaettern. Davon profitieren unter anderem der Hardwarehersteller Hewlett-Packard und der Outsourcing- Dienstleister Electronic Data Systems (EDS), die zusammen mit 27 Prozent das groesste Aktienpaket besitzen. An der Boerse wurde die Nachricht ueber das "definitive Abkommen mit dem Ziel, dass CA ASK uebernimmt", positiv aufgenommen. Am selben Tag sprang der Kurs der ASK-Aktie um rund 40 Prozent von neun auf 12,87 Dollar. Der Grund fuer den Kursanstieg liegt nicht zuletzt darin, dass die Gruppe schon seit einiger Zeit als Uebernahmekandidat gilt. Fuenf Restrukturierungen seit der Eingliederung von Ingres in die ASK- Gruppe, der mehrfache Wechsel an der Fuehrungsspitze und einige verlustreiche Quartale in Folge hatten die Gartner Group schon im Februar dieses Jahres veranlasst, die Anwender vor Investitionen zu warnen. So kommentiert auch Gartner-Group-Analyst Helmut Guembel die CA-Akquisition ausgesprochen kritisch: "Ingres steht ein langsamer Todeskampf bevor." Nach seiner Aussage ist es CA noch nie gelungen, die Marktposition eines Produktes nach der Uebernahme zu verbessern. Allerdings sei jetzt wenigstens die Gefahr gebannt, dass Ingres in naechster Zeit ganz von der Bildflaeche verschwinde."CA wird die Ingres-Technik genauso vorantreiben, wie wir das getan haben", verbreitet dagegen Lewi Optimismus. Er weiss, dass CA modernere Datenbanktechnologie benoetigt, um im Client- Server-Markt zu reuessieren. Fuer die Qualitaet von Ingres spreche, dass mit dem Produkt in Deutschland fuenf Jahre in Folge Umsatzzuwaechse von 40 Prozent erwirtschaftet wurden.Allerdings ist Lewi klar, dass CA keine eigene Ingres-Abteilung innerhalb des Konzerns dulden, sondern wie bei anderen Uebernahmen auf eine vollstaendige Integration draengen wird. Er weiss auch, dass es zu Personalabbau kommen wird, den er mit "Synergie-Effekten bei der Verwaltung und bei der Verkaufsmannschaft" umschreibt. Gartner- Group-Analyst Guembel nennt die Folgen dieser CA-typischen Vorgehensweise: Wichtige Mitarbeiter gehen, die Preise steigen, und der Support wird schlechter. Wie aus Analystenkreisen verlautet, war auch SAP an ASK interessiert, habe aber angesichts der zu erwartenden Folgekosten einen Rueckzieher gemacht. Die Walldorfer wollten den mit der Fertigungssoftware Manman-X schaerfsten Konkurrenten aus dem US-Markt entfernen. Dieses Ziel koennte nun auch so erreicht werden, denn niemand kann sich vorstellen, dass CA das Produkt anbieten wird. Schliesslich stehen der Software auf CA-Seite mit "Masterpeace", "PRMS", "CAS" und "Warehouse Boss" vier Konkurrenzprodukte gegenueber. Ein Stolperstein fuer CA war der ASK-Aktionaer EDS. Das Unternehmen musste erst den Rechtsstreit um Lizenzgebueren durch eine grosszuegige Regelung der Nutzung von CA-Software beenden, bevor EDS zum Verzicht auf seine Anteile bereit war.