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22.09.1989 - 

Nach erfolgreich abgeschlossener Fusion der beiden Mainfram-Softwarehäuser:

CA mustert Teile der Cullinet-Belegschaft aus

MÜNCHEN (CW/IDG) - Nach Monaten der Ungewißheit und der Angst kommt jetzt für etwa 900 Cullinet-Mitarbeiter das Aus: Zwar ist die Fusion mit Computer Associates abgeschlossen, doch müssen zahlreiche Angehörige der Abteilungen Verwaltung, Vertrieb und Management ihren Stuhl räumen. Trotz der auch hier anstehenden Streichungen verspricht die deutsche CA-Geschäftsführung eine perfekte Betreuung der Cullinet-Anwender.

Mario Pelleschi, Geschäftsführer der Computer Associates International (CA) in Deutschland, will noch keine Zahlen nennen; dennoch räumt er ein, daß auch in der Bundesrepublik Entlassungen ins Haus stehen. Von den 78 Cullinet-Angestellten würden - ebenso wie in anderen Ländern - Spezialisten, wie Software-Entwickler oder Verantwortliche für den technischen Support, gehalten. In redundanten Arbeitsbereichen wie der Verwaltung oder dem Vertrieb sei aber die Streichung von Stellen unvermeidlich.

Nach Insider-Informationen sollen alle Vertriebsleute entlassen und Mitarbeiter der Verwaltung mit Beträgen zwischen 15 000 und 24 000 Mark abgefunden werden. Auf diese Weise wolle die CA-Geschäftsführung das Kündigungsschutzgesetz unterlaufen. Bisher sei es bei Cullinet üblich gewesen, entlassene Mitarbeiter bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu unterstützen. Die Anwenderbetreuung wird in Deutschland nach Aussagen des Produktmarketing-Beauftragten Albert Mauritius durch die Fusion in keiner Weise eingeschränkt. Schon frühzeitig sei ihm zugesichert worden: "Die Anwenderbetreuer werden eins zu eins übernommen." Jürgen Delp, Geschäftsbereichsleiter bei CA, will die vollständige Übernahme jedoch nicht garantieren.

Zwar lägen den Mitarbeitern Angebote vor, doch seien deren Reaktionen nicht absehbar. Allerdings beteuert auch er, daß die Betreuung der Cullinet-Anwender in keiner Weise beeinträchtigt werde.

Cullinet-Manager in den USA rechnen nach Angaben des Wall Street Journals nicht mehr damit, daß die Anwenderbetreuung in vollem Umfang gewährleistet werden kann. Da mindestens 900 Cullinet-Mitarbeiter den Hut nehmen müßten, würden wahrscheinlich tiefe Lücken in das Unternehmen gerissen, die der Anwender sicher zu spüren bekomme.

Mitglieder der Unternehmensspitze, wie die Vize-Präsidenten Jeff Papows, John Landry und Robert Weiler verlassen Cullinet - mit einer "angemessenen" Abfindung in der Tasche. Analysten vermuten, daß die Fusion Computer Associates etwa 30 Millionen Dollar kosten wird. Etwa ein Drittel dieser Summe dürfte dem höheren Management von Cullinet ausgezahlt werden.

Da CA ungefähr 2000 IDMS-Kunden übernehmen will, sehen viele der Techniker und Software-Entwickler keine Gefahr für ihren Arbeitsplatz. Delp kann bestätigen, was viele von ihnen bereits vermutet haben: Das Datenbanksystem "IDMS/R wird nicht nur unterstützt, es wird auch weiterentwickelt." Angestellte aus den nicht-technischen Bereichen, deren Arbeitsplätze bedroht sind, fühlen sich dagegen verraten und verkauft - "ohne zu wissen von wem und wie".

Für den unaufhaltsamen Niedergang seines Unternehmens macht John Cullinane, Chef der Cullinet Software Inc., die "PC-Revolution" verantwortlich. Fünfzehn Jahre lang

sei das Mainframe-Software-Geschäft gerade für Cullinet phantastisch gelaufen. Diese Zeit sei nun endgültig vorbei. Da ihm CA-Anteile in einer geschätzten Höhe von 18 Millionen Dollar gehören, kann er sich - bevor er sein Vorhaben verwirklicht, in eine vielversprechende neue Technologie einzusteigen erst einmal in Ruhe seinen Hobbies zuwenden: Französisch lernen und Klavier spielen.