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20.02.1998 - 

Kolumne

"CA plant den Neuanfang"

Daß Computer Associates (CA) den IT-Markt als Selbstbedienungsladen betrachtet, ist bekannt. Mehr als 70 Akquisitionen hat die Softwareschmiede bereits hinter sich, einstmals klingende Namen wie Datacom, Cullinet oder Ingres finden sich unter den "Opfern".

Mitte der 90er Jahre wurde es ruhiger um CA, doch inzwischen ist der "Branchenhai" wieder aufgewacht - und sein Hunger größer denn je: Mit CSC will CA einen IT-Dienstleister schlucken, dessen Mitarbeiterzahl viermal so groß und dessen Umsatz um rund zwei Milliarden Mark höher ist als der eigene.

Die Softwareschmiede plant nicht weniger als die grundlegende Änderung ihres Geschäftsmodells. Lag der Fokus bisher klar auf den Produkten, wird jetzt das IT-Service-Business angepeilt - von der Systemintegration über die Standardsoftware-Implementierung bis hin zum Komplett-Outsourcing.

Etwas anderes als die Verlagerung des Kerngeschäfts bleibt den Softwerkern auch kaum übrig, denn mit der System-Management-Suite "Unicenter TNG", dem mit Abstand profitabelsten und wichtigsten Produkt im Portfolio, hat sich CA einem beratungsintensiven Geschäft verschrieben. Während der Wettbewerber IBM/Tivoli den hausinternen Servicepool voll ausschöpfen kann, ist CA bis dato auf die Hilfe externer Partner angewiesen - ein Nachteil, da große Anwender solche komplexen und riskanten Projekte gern in die Verantwortung eines einzigen "Generalunternehmers" legen.

Bleibt die Frage, warum sich CA für einen Dienstleister mit einem breit diversifizierten Angebotsspektrum entscheidet, anstatt einen kleineren System-Management-Spezialisten zu erwerben. Die Erklärung ist so banal wie einleuchtend: Warum sollte CA - mit den entsprechenden Großbanken im Rücken - nicht den frechen Versuch starten, ein weitgehend erlahmtes Software-Business gegen ein in voller Blüte stehendes Servicegeschäft einzutauschen?

Für CSC hingegen käme eine Übernahme einem Kulturschock gleich. Ein Unternehmen, das sich selbst zu den Urhebern der Business-Re-Engineering-Welle zählt und Kundenorientierung stets sehr groß geschrieben hat, wird es schwer haben, sich unter dem Dach von CA einzuleben. Die Softwerker dürften viel zu tun haben, um das frisch erworbene "Human Capital" im Hause zu halten.