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02.08.2002 - 

Zehn Millionen Dollar für Sam Wyly

CA verkleinert sein Defizit

MÜNCHEN (CW) - Auch wenn das Minus immer kleiner wird, es ist jetzt das siebte Quartal in Folge, dass der Softwarekonzern Computer Associates (CA) rote Zahlen schreibt. Was die Anleger jedoch mehr empörte, ist eine Zahlung von zehn Milionen Dollar an den früheren Widersacher Sam Wyly.

Zunächst hatte es von offizieller Stelle lediglich geheißen, man habe sich mit dem schwerreichen Investor Sam Wyly und seiner Firma Ranger Governance dahingehend geeinigt, dass dieser nicht länger versuchen wird, fünf Sitze im Verwaltungsrat des Softwarekonzerns mit eigenen Kandidaten zu besetzen. Einen Tag später kam es ans Licht: Wyly erhält von der Softwarefirma aus Islandia, New York, zehn Millionen Dollar dafür, dass er fünf Jahre lang von weiteren Übernahmeversuchen absieht. Die Zahlung ist offiziell eine Verlängerung eines auf zwei Jahre befristeten "Nichtangriffspakts", den Wyly nach Verkauf seiner Firma Sterling Software an CA für knapp vier Milliarden Dollar im März 2000 unterzeichnet hatte.

Dieses Stillhalteabkommen trifft jedoch auf wenig Verständnis. "Dies sagt über CA genauso viel aus wie über Sam Wyly. Mir wäre es lieber, CA hätte die zehn Millionen als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet", klagte Pat McGurn von der Anlegerberatung Institutional Shareholder Services (ISS), die Wyly im vergangenen Jahr bei seiner Attacke auf den CA-Vorstand unterstützt hatte. Ted White, Director beim kalifornischen Pensionsfonds Calpers, der 5,76 Millionen CA-Anteile verwaltet, bezeichnete die Einigung als "Ärgernis" für die Anleger.

Für etwas weniger Empörung dürfte dagegen das Quartalsergebnis des Konzerns geführt haben. In seinem ersten Geschäftsquartal 2003 (Ende: 30. Juni) konnte CA den Nettoverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 342 Millionen auf 65 Millionen Dollar reduzieren, auf operativer Basis stand ein Plus von zwölf Millionen Dollar unter dem Strich. Die Einnahmen stiegen um sieben Prozent auf 765 Millionen Dollar. Diesen Anstieg führte CA jedoch zum Teil auf zurückgestellte Lizenzerlöse aus Aufträgen in früheren Quartalen zurück. Die Service-Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal von 83 Millionen auf 65 Millionen Dollar zurück.

Seit dem Wechsel zu einem neuen Berichtsmodell Ende 2000 verzichtete CA zum ersten Mal auf eine parallel aufgeführte Pro-forma-Rechnung im Quartalsbericht. Bislang sollte diese Investoren und Analysten eine Vergleichsmöglichkeit bieten, da die Softwareeinnahmen nach der Umstellung nicht mehr auf einen Schlag verbucht werden. Statt dessen teilt CA die Erlöse gleichmäßig über die Laufzeit der dazugehörigen Lizenzverträge auf. Die Doppelrechnung hatte in der Vergangenheit für einigen Unmut unter Anlegern und Analysten gesorgt. Wegen des Verdachts auf allzu kreative Buchführung ermitteln bis heute die US-Börsenaufsicht und das Justizministerium; Unternehmenschef Sanjay Kumar zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich nach Ende der Untersuchungen herausstellen wird, dass alle Umsätze sauber verbucht worden sind. (rs)