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28.03.1997 - 

Telekom und France Télécom wollen Briten in Global One integrieren

Cable & Wireless angeblich an Sprint-Übernahme interessiert

Glaubt man dem "Wall Street Journal", plant die zweitgrößte britische Telefongesellschaft Cable & Wireless eine strategische Antwort auf das Vorhaben ihres Erzrivalen BT, der sich - wie seit längerem bekannt - für rund 21 Milliarden Dollar den US-Carrier MCI einverleiben möchte. Wie das Blatt erfahren haben will, ist das Cable & Wireless-Management diesbezüglich bereits bei den Verantwortlichen von France Télécom zwecks Unterstützung eines möglichen Übernahmeversuchs vorstellig geworden.

80 Prozent der Sprint-Aktien sind im freien Handel

France Télécom und Deutsche Telekom halten seit Mitte vergangenen Jahres jeweils zehn Prozent der Sprint-Anteile, für die sie insgesamt rund 3,7 Milliarden Dollar ausgaben. Für den Erwerb der übrigen 80 Prozent der öffentlich gehandelten Sprint-Aktien müßten nach ersten Schätzungen von Analysten vermutlich mehr als 17 Milliarden Dollar aufgebracht werden.

Kompliziert werden die inoffiziellen Sondierungsgespräche allerdings durch mögliche Pläne von France Télécom und Deutscher Telekom, die ihrerseits angeblich seit längerem über eine Erweiterung ihres zusammen mit Sprint gegründeten Joint-ventures Global One nachdenken. Als einziger Kandidat wird unter Analysten seit Wochen Cable & Wireless gehandelt; gleichzeitig war in Spekulationen immer wieder von einem Einstieg der Deutschen und Franzosen bei den Briten die Rede. Während die Telekom bis dato entsprechende Gerüchte nicht kommentieren möchte, hatte France-Télécom-Präsident Michel Bon unlängst von Großbritannien als einem "sehr interessanten Markt" gesprochen. Insider mutmaßen daher, daß die französische Telefongesellschaft nach ihrer für Ende Mai vorgesehenen Teilprivatisierung zumindest den 14-Prozent-Anteil, den derzeit Bell Canada an Cable & Wireless hält, erwerben könnte.

Der Kauf der Cable & Wireless-Anteile durch France Télécom sowie eventuell eine zusätzliche Verflechtung der in Frage kommenden Gesellschaften durch diverse Überkreuzbeteiligungen könnte, wie es in Paris und London hinter vorgehaltener Hand heißt, den Weg zu einer weltweiten Verbindung von Cable & Wireless mit Global One ebnen. Was durchaus in beiderseitigem Interesse wäre: Für die Briten ist Global One neben AT&T die einzige Alternative, um doch noch im internationalen Geschäft - was zunächst vor allem ein Engagement im US-Markt bedeutet - ernsthaft mitmischen zu können. Den bisherigen Global-One-Partnern Deutsche Telekom, France Télécom und Sprint fehlt hingegen noch eine starke Präsenz in Fernost - eine Experten zufolge "offenen Flanke", die Cable & Wire- less aufgrund seiner durch alte Commonwealth-Zeiten historisch bedingten Verwurzelung in den Telecom-Märkten Hongkongs, Japans, Australiens und der Karibik ohne Schwierigkeiten beseitigen könnte.