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Grünes Licht für die Fusion von Worldcom und MCI


24.07.1998 - 

Cable & Wireless dringt in die Phalanx der Internet-Größen ein

Das Tauziehen um die 37 Milliarden Dollar schwere Fusion zwischen den beiden amerikanischen TK-Konzernen Worldcom und MCI scheint beendet. Nach der Europäischen Kommission hat jetzt auch die US-Kartellbehörde dem Deal ihren Segen erteilt. Die abschließende Freigabe der Federal Communications Commission ist nach Ansicht von Marktbeobachtern nur noch Formsache und soll im nächsten Monat erfolgen.

Dem Merger war allerdings ein langwieriger Poker zwischen den Behörden auf der einen und Worldcom sowie MCI auf der anderen Seite vorausgegangen. Ohne Abstriche des Duos im Internet-Geschäft, so hatten die europäischen und amerikanischen Wettbewerbshüter unmißverständlich signalisiert, würde die Fusion nicht bewilligt. Eine plausible Vorgabe, da ohne das Veto durch die Zusammenlegung von Worldcoms Internet-Tochter Uunet mit der Web-Division von MCI ein Anbieter mit einem Marktanteil von über 50 Prozent in den USA entstanden wäre.

Bewerber British Telecom zog den kürzeren

Dieser Dominanz sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Deshalb drängten die Behörden auf den Verkauf des gesamten Internet-Business von Juniorpartner MCI. Unter verschiedenen Bewerbern, darunter auch British Telecom, Psinet und Qwest International, machte schließlich C&W das Rennen. Insider spekulieren, der zweitgrößte britische Carrier habe den Zuschlag erhalten, weil sich Worldcom von C&W weniger Bedrohung für sein verbleibendes Web-Geschäft verspricht als von anderen Wettbewerbern.

Die Amerikaner sollten die Rechnung jedoch nicht ohne den Wirt machen. C&W ist weltweit in über 50 Ländern mit eigener Netzinfrastruktur vertreten, besonders stark im asiatischen Raum. Durch die Übernahme des Internet-Geschäfts von MCI für rund 3,15 Milliarden Mark schließt das Londoner Unternehmen jetzt auch seine Lücke im nordamerikanischen Markt. So schwingt sich C&W international zu einem der führenden Internet-Backbone-Anbieter auf.

Mit dem Kauf erwerben die Briten nicht nur die gesamte Internet-Infrastruktur von MCI, zu der unter anderem 300 Knoten (22 davon in den USA) sowie 15000 Interconnection-Punkte und 40 Peering-Abkommen zählen. Inbegriffen sind ferner 250000 Dial-up-Abonnenten von MCI, 60000 Geschäftskunden, 3300 dedizierte Zugangsknoten für Unternehmensnetze sowie 1300 Verträge mit anderen Internet-Service-Providern. Außerdem übernimmt C&W 1000 Beschäftigte.

"Es hätte Jahre gedauert, ein Geschäft dieser Größenordnung aufzubauen", begrüßte Richard Brown, Chef von C&W, vor der Presse den Coup. Er sieht darin eine enorme Chance seines Unternehmens, sich insbesondere vom lukrativen US-Markt ein großes Stück zu sichern. Allein im amerikanischen Internet-Service-Geschäft erwarten Analysten in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum zwischen 50 und 100 Prozent. Brown beabsichtigt, bis Ende März 2000 in diesem Marktsegment einen Umsatz von 650 Millionen Dollar zu erwirtschaften.