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18.12.1992 - 

Dreidimensionale Wanderung durch die Moleküle

Cache simuliert chemische Reaktionen auf dem Computer

MÜNCHEN (CW) - Die Firma Cache Scientific Inc. (CSI) aus Beaverton, Oregon, eine Tochter der Tektronix-Gruppe, hat in Köln eine Vertriebsniederlassung für Deutschland, Österreich und die Schweiz eröffnet. Das Unternehmen vermarktet eine kombinierte Hard- und Softwarelösung für computergestützte experimentelle Chemie.

"Computer Aided Chemistry" (Cache) heißt für die CSI, experimentelle Chemiker mittels DV bei der Simulation chemischer Sachverhalte und Reaktionen vor der In-Vitro-Phase zu unterstützen. Dies geschieht in einer Kombination aus Hard- und Software.

Die Hardware besteht - um von den Chemikern keine DV-Kenntnisse zu verlangen - aus einem Macintosh-Rechner mit einer entsprechend aufgebauten Benutzeroberfläche, einem 3D-Trackball, einem 3D-Monitor und einer 3D-Brille. Dem Farbmonitor ist ein Flüssigkristall-Bildschirm vorgebaut, der mit einer Schaltgewindigkeit von 120 Hertz das Bild polarisiert. Durch die Brille erscheint das Bild dreidimensional.

Mit einem 3D-Trackball kann der Chemiker nun durch Molekül- und Zellstrukturen wandern, sie in alle Richtungen drehen oder Moleküle und komplette chemische Gruppen neu positionieren. Die Software vollzieht den Aufbau von Verbindungen dann automatisch oder manuell. Der eigentliche Effekt des Programms wird erst danach wirksam.

Denn die Software übernimmt beispielsweise die Kraftfeldberechnung, das heißt die optimale Ausrichtung des Moleküls nach niedrigstem Energieinhalt, oder quantenmechanische Techniken, indem es die Reaktion der Elektronen simuliert. Bevor also aufwendige Testreihen stattfinden müssen, lassen sich am Computer bereits Aussagen über chemische Reaktionen und Eigenschaften von Endprodukten fällen.

Das System ist zwar auf einem Stand-alone-Macintosh lauffähig, besteht aber in der Regel aus mehreren lokal vernetzten Rechnern mit einer IBM RS/6000 als Server. Eine Konfiguration für zehn Arbeitsplätze kostet mit Server rund 200 000 Mark. Ein im Leistungsvermögen reduziertes Einzelplatzsystem ist ab 4000 Mark zu haben. Für Universitäten gibt es Preisnachlässe bis zu 50 Prozent.