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28.10.1983 - 

Grafische DV wird erschwinglicher:

CAD/CAM für den kleinen Mann erschließen

Darf man den Prognosen der Systems-Aussteller glauben, so ist die grafische Datenverarbeitung dabei, sich eine Schlüsselposition auf dem technologischen Markt zu sichern: Die Bedeutung, die der Erschließung des kommerziellen Bereichs zu Beginn der siebziger Jahre zukam, werde für die achtziger Jahre voraussichtlich CAD/CAM zukommen.

Ähnlich wie in anderen Sparten der informationsverarbeitenden Industrie verschiebt sich auch hier der Entwicklungsschwerpunkt von der Hardware zur Software. Fast alle Anbieter haben Bedienerfreundlichkeit auf ihr Panier geschrieben. So verlangen sie beispielsweise vom Benutzer nur in sehr begrenztem Maße Programmierkenntnisse.

Die meisten größeren CAD/CAM-Systeme erlauben heute die Abspeicherung von Grundelementen wie Punkt, Vektor, Rechteck, Kreis und Kreissegment in einer Bibliothek. Bei Bedarf kann der Anwender diese Bausteine verschieben, kopieren, drehen und den Maßstabfaktor verändern, um neue Zeichnungen aufzubauen. Auch die Möglichkeit, Text zu integrieren, ist inzwischen keine Seltenheit mehr.

Groß geschrieben wird ferner die Ausbaufähigkeit der Systeme. Der potentielle Käufer soll die Möglichkeit haben, sich zunächst ein Einplatzsystem anzuschaffen und es nach und nach zu einem Mehrplatzsystem zu erweitern. Diesem Gesichtspunkt entspricht auch das Bestreben, Systeme modular aufzubauen.

Erweiterungsfähigkeit als wichtiger Faktor

Unter der Voraussetzung, daß exakt definierte Schnittstellen vorhanden sind, lassen sich einzelne Moduln weiterentwickeln und erweitern. So kann der Anwender seine Anlage relativ leicht auf den neuesten Stand bringen, ohne immer wieder in ein komplettes System investieren zu müssen. Die Kapazität läßt sich also dem jeweiligen Bedarf des Anwenders anpassen.

Vorteilhaft für Benutzer mit beengten Räumlichkeiten sind Tischgeräte, die jetzt immer populärer werden. Zwar ist die Leistungsfähigkeit dieser Systeme meist geringer als die ihrer großen Geschwister, doch schonen sie dafür im Normalfall den Geldbeutel des Käufers.

Das Wegfallen der Platzprobleme erlaubt nun verstärkt, CAD/CAM-Anwendungen aus der Abgeschiedenheit der DV-Abteilung herauszuholen und sie direkt am Arbeitsplatz des Konstrukteurs zu installieren. Damit wird ein weiterer Schritt zur Integration in die Fachabteilung möglich, umständliche Kommunikation und lange Wege zwischen Konstruktion- und CAD/CAM-Arbeitsplatz fallen weg.

Für die Zukunft dürfte noch hinzukommen, daß beim allgemeinen Trend zur Vernetzung kleiner und mittlerer Anlagen auch der Bereich CAD/CAM von dieser Tendenz nicht ausgenommen bleibt. So wäre durchaus ein vernetztes System denkbar, bei dem ein Mainframe als Hintergrundrechner die Verwaltung von Standardlösungs- und Grundmodul-Bibliotheken übernimmt, auf die alle angeschlossenen Anwender Zugriff haben.

Konnten sich früher fast nur größere Betriebe ein grafisches Datenverarbeitungssystem leisten, so haben technische Erleichterungen und nicht zuletzt das Sinken der Preise in vielen Bereichen des CAD/CAM-Marktes auch kleineren und mittleren Unternehmen den Einstieg in diese Technik schmackhaft gemacht.

Ziemlich kostenintensiv ist jedoch nach wie vor die individuelle Anpassung von CAD/CAM-Produkten an die speziellen Wünsche des Kunden. Andererseits wird jedoch zunehmend Standardsoftware für bestimmte Bereiche, beispielsweise den Automobilbau, angeboten.

Neben einer differenzierten Darstellung von Farben und Grautönen (maximal 256) hat sich die zweieinhalb- und dreidimensionale Darstellung durchgesetzt; verdeckte Kanten lassen sich nach Wunsch darstellen oder ausblenden. Läßt sich für die 3D-Darstellung auch noch kein allgemeingültiger Maßstab festlegen, so hat sich doch zumindest im 2D-Bereich mit dem Grafischen Kern System (Version 7.2, ISO DIS 7942) ein Standard durchgesetzt.