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10.06.1983 - 

Kernforschungszentrum Karlsruhe eröffnet Labor:

CAD-Einsteiger haben viele offene Fragen

KARLSRUHE (rs) - Sein "CADCAM-Labor" eröffnete jetzt das Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK). Aufgabe dieses Labors soll sein, den Anwender über computerunterstützte Konstruktion und Fertigung zu beraten sowie Hilfestellung beim Einstieg zu geben. Dieses Ziel will das KfK mit Seminaren, Fachtagen und Probebetrieb erreichen.

Zu kurz kommt nach Ansicht des KfK die Aufklärung des potentiellen CAD-Anwenders über die realen Möglichkeiten, die CAD/CAM bei der Lösung konkreter Aufgabenstellungen biete. Statt dessen ließen die von den Anbietern oft gezeigten Bilder der im Rechner gespeicherten räumlichen Modelle in ihrer "verführerischen Schönheit" neuartige Anwendungen nur erahnen. Es fehlten vor allem klare Antworten auf Wirtschaftlichkeitsfragen sowie Hinweise auf betriebliche und personelle Konsequenzen.

"Vor allem der Mittelständler", formulierte Bundesforschungsminister Heinz Riesenhüber auf der Eröffnungsveranstaltung, "muß so viele Informationen sammeln, daß er hinterher die richtigen Fragen stellt." Gerade in den kleinen und mittleren Betrieben, bekräftigte auch der Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg, Rudolf Eberle fehle meist eine DV-, auf jeden Fall aber die CAD-Fachkraft. Daher sei es für den Anwender wichtig, daß eine unabhängige Institution weitgehend firmenneutrale Grundinformationen liefern könne.

"Der Kluge", zitiert Eberle ein russisches Sprichwort, "sucht nicht nach dem Weg, er fragt danach." So soll denn ein Schwerpunkt der Aktivitäten des CADCAM-Labors im "Lernen" liegen. Die Volkshochschule Karlsruhe hat sich bereits angesagt, hier einen Kurs abzuhalten.

Auf den CAD-Einsatz in Japan ging der Vizepräsident des VDMA, Otto Schiele, ein. Nach seinen Schätzungen arbeiten in Japan bereits rund 50 Prozent der potentiellen Unternehmen mit CAD. Für Deutschland schätzt Schiele den CAD-Einsatz auf höchstens zehn Prozent, die großen Unternehmen bereits eingeschlossen.

Aus einer Untersuchung, die in Japan angestellt wurde, gehe hervor, daß knapp 50 Prozent der befragten CAD-Anwender eine Verkürzung der Produktentwicklungszeit als Hauptgrund für den CAD-Einsatz nannten. 20 Prozent wollten durch dieses Hilfsmittel Kosten sparen und 14 Prozent erhofften sich eine Qualitätsverbesserung ihrer Produkte.

Als Hauptpunkte, die sich für ihn aus verschiedenen Gesprächen herauskristallisiert hätten, nannte Schiele:

- Es gibt keine Mindestbetriebsgröße für die CAD-Anwendung;

- das richtige CAD/CAM-System für den Maschinenbau existiert nicht;

- die Wirtschaftlichkeit liegt nicht im Personalbereich.

Für Manager, Konstrukteure, technische Zeichner und Arbeitsvorbereiter plant das CADCAM-Labor Übersichts- und Einweisungsseminare sowie Kurse mit Vorführungen und Übungen. Ab Herbst Æ83 sollen sogenannte Fachtage stattfinden: An bestimmten, in monatlichem Rhythmus wiederkehrenden Tagen können Interessenten zu bestimmten Anwendungsgebieten gehörende CAD/CAM-Systeme ausprobieren.

An jedem zweiten Dienstag im Monat soll "CAD in der mechanischen Konstruktion" mit den Unterpunkten 2D/3D, Zeichnungserstellung und Modellieren das Hauptthema sein. An jedem zweiten Mittwoch im Monat geht es dann um 2D/3D, Arbeitsvorbereitung sowie NC-Programmierung, ebenfalls für die mechanische Konstruktion. Jeder erste Donnerstag im Monat liefert Informationen über" CAD/CAM bei Leiterplattenwurf und -produktion", und am ersten Freitag im Monat schließlich wird das KfK in dem Labor den CAD/CAM-Einsatz im Chemie-Apparatebau, im Stahl- und im konstruktiven Ingenieurbau abhandeln.

Soweit Kapazität vorhanden ist, hat der Anwender auch die Möglichkeit, Arbeitsplätze im Labor einschließlich Software zu mieten. Dabei kostet der Terminalanschluß 25 Mark pro Stunde, für die CPU-Sekunde werden zwischen 15 und 40 Pfennig fällig. 160 Mark kostet die Plattenbelegung je Megabyte und Monat. Der Drucker arbeitet für 15 Pfennig pro Seite und der Plotter für 30 Mark pro Stunde. Die Softwarekosten belaufen sich auf etwa 40 Prozent der jeweiligen CPU-Kosten. CAD-Berater erhalten 30 Prozent Rabatt.

Hier sieht sich das Labor auch ausdrücklich nicht als Konkurrenz: Im CADCAM-Labor wird eine Übersicht über das Angebot an Soft- und Hardware gegeben. Aufgabe der Berater ist es demgegenüber, firmenspezifische Beratung durchzuführen, wozu allein schon die dünne Personaldecke des Labors nicht ausreichen dürfte.