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04.11.1983

CADCAM-Industrie erwartet Wachstumsschub

Die Aussichten für die amerikanische CAD/CAM-Industrie sind sehr vielversprechend. Zu diesem Ergebnis kommt das Brokerhaus Merrill Lynch nach einer Umfrage unter Anwendern in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der dort erklärten Kaufabsichten rechnet man für 1984 mit einem Wachstum zwischen 45 und 50 Prozent, verglichen mit einer Steigerungsrate von schätzungsweise 30 Prozent im laufenden Jahr.

Gemessen am Umsatz dürfte Computervision am amerikanischen Markt nach wie vor an erster Stelle rangieren. Der Abstand zu den stärksten Konkurrenten IBM und Intergraph hat sich jedoch weiter verringert, und im Jahr 1984 könnte IBM die Spitzenposition übernehmen. Im Rahmen der Untersuchung wurde Intergraph als der beste Anbieter für CAD/CAM bezeichnet, und zwar in erster Linie weil man die VAX-Computer von Digital Equipment, die allgemein als am geeignesten für CAD/ CAM-Anwendungen betrachtet werden, einsetzt.

Die Entwicklung im Jahr 1983 stand nach Meinung des Brokers nach wie vor unter dem Eindruck der zu Ende gegangenen Rezession. Außerdem scheint es den wichtigsten Anbietern bis jetzt nicht gelungen zu sein, neue Eigenschaften und Technologien auf den Markt zu bringen. In nächster Zeit dürfte sich die Tendenz hin zu selbständigen, an eine zentrale Datenbank angeschlossene Workstations verstärken. Diese lokalen Rechner können zum Teil bereits vorhandene Hardware und Software mitbenutzen und verringern so die Gesamtkosten für den Anwender. Den Herstellern von schlüsselfertigen CAD/CAM-Arbeitsplätzen, die auf Großrechnern basieren, entsteht damit eine starke Konkurrenz. Aus dem Wunsch der Anwender, auf zentrale Datenbestände zurückgreifen zu können, ergibt sich die Notwendigkeit die hierzu notwendigen Hardware- und Software-Schnittstellen zu schaffen. Dies setzt allerdings auch bei den Arbeitsplätzen eine höhere "Intelligenz" voraus.

Die großen Hersteller schlüsselfertiger Systeme auf Großrechnerbasis konnten jedoch trotz des Vordringens der Anbieter dezentraler Workstation-Systeme ihre Marktposition gut behaupten, wie die Tabelle zeigt:

Nach Ansicht von Merrill Lynch ist Intergraph die Gesellschaft, die in dieser Gruppe auch in Zukunft das höchste Umsatz- und Gewinnwachstum erzielen wird. Die Rekordbestellungen, der hohe Auftragsbestand, die günstigen Bruttogewinnspannen, die solide Marktposition, die Einführung neuer Workstation-Systeme und die Ausdehnung des Softwareangebots werden 1984 voraussichtlich zu einer hervorragenden Geschäftsentwicklung führen. Längerfristig müssen allerdings auf der Ebene der Arbeitsplätze zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um die lokalen Verarbeitungsmöglichkeiten zu verbessern. Zu diesem Zweck dürfte es notwendig sein, die Netzwerkfähigkeit der VAX-Rechner zu erweitern und eine Verbindung zu IBM-Computern herzustellen, damit auch Datenbanksysteme, die nicht von den VAX-Computern unterstützt werden, eingesetzt werden können. Für 1983 wird das Umsatzwachstum auf 58 Prozent und die Gewinnsteigerung auf 100 Prozent geschätzt. Im nächsten Jahr dürften die Zuwachsraten bei 58 beziehungsweise mehr als 58 Prozent liegen. Merrill Lynch rät aufgrund der daraus resultierenden Kurssteigerungsmöglichkeiten sowohl unter mittel-als auch unter langfristigen Gesichtspunkten zum massiven Kauf der Aktie von Intergraph.

Für Computervision (CV) dürfte 1984 ein Jahr des Übergangs und der Erholung darstellen. In seiner Produktpolitik hat das Unternehmen neue Wege eingeschlagen, die möglicherweise zu einem Wiedererlangen der technologischen Führungsposition führen könnten. Vor kurzem wurde ein neuer Workstation-Rechner angekündigt und der IBM-Rechner 4300 in die Produktpalette aufgenommen. Daneben wurde auch das Softwareangebot erweitert und schließlich der neue 32-Bit-Rechner APU (CDS 4000) auf den Markt gebracht, der allerdings auf sehr unterschiedliche Resonanz der Anbieter stieß. Im Jahr 1984 dürften aber alle Neuerungen zu einer deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerung beitragen, die sich 1985 verstärkt fortsetzen dürfte, heißt es. Während für 1983 mit einem Umsatzwachstum von 22 Prozent gerechnet wird, dürfte es 1984 zu einer Steigerung um 26 Prozent kommen. Der Gewinn, der sich in diesem Jahr Wohl lediglich um 7 Prozent erhöhen wird, könnte im nächsten Jahr um 34 Prozent steigen. Merrill Lynch rät daher, mittelfristig bestehenden Positionen weitere hinzuzufügen und langfristig die Aktie von Computervision massiv zu kaufen.