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04.03.1977 - 

Antitrustverfahren gegen IBM:

Calcomp-Klage verworfen

LOS ANGELES - Das von der California Computer Products (Calcomp) gegen IBM angestrengte Antitrust-Verfahren ging für den Kläger in der ersten Runde verloren. Richter Ray McNichols vom District-Court in Los Angeles verwarf "zwar ungern, aber in der Sache fest entschlossen", wie er einräumte, die Klage: Calcomp war nach seiner Auffassung die Beweise schuldig geblieben. Selbst für IBM kam dieser Beschluß des Gerichts überraschend. Calcomp will gegen diesen Spruch Berufung einlegen. Für das Unternehmen geht es in diesem Prozeß nicht nur um die eingeklagten 102 Millionen Dollar. Nach amerikanischem Recht (Triple damage) verdreifacht sich im Falle des Obsiegens die vom Unterliegenden zu leistende Entschädigungssumme.

Zweifel und Enttäuschung "über die Weisheit amerikanischer Richter" (so Pressezitate) machte sich unter der Jury nach der Verkündigung des Gerichtsbeschlusses breit. Denn zu aller Überraschung hatte sich Richter McNichols damit begnügt, nur die Angriffs-Beweise der Calcomp-Anwälte zu hören. Die IBM-Anwälte mußten zur Verteidigung der inkriminierten Unternehmensstrategie gar nicht erst in den Zeugenstand. Dabei war die Jury eher "Calcomp-minded", wie sich in Interviews nach dem Urteilsspruch zeigte. Von den 12 Juroren waren 10 eher den Argumenten der California Computer Products gefolgt. Von der Jury wurde jedoch klargestellt, daß der Ruf der IBM, eine "gute Firma" zu sein, nie in Frage gestellt war.

Richter McNichols erklärte, er habe "größte Liberalität" gegenüber den Calcomp-Anwälten herrschen lassen, um den Beweis erbringen zu können, daß IBM auf dem Markt der "removable and plug-compatible discs" gegen die Antitrust-Gesetze verstoßen hätte. McNichols stützte seine Entscheidung darauf, daß Calcomp selbst es unterlassen hatte, zu prüfen, ob es "Anfang der frühen 70er Jahre" diese Märkte überhaupt gegeben habe.

Mit dem nunmehr abgeschmetterten Calcomp-Verfahren ist einer der sechs Antitrust-Klagen, die an der US-Westküste gegen IBM eingebracht worden sind, beendet. Einer der IBM zugeneigten Juroren kommentierte nach dem Richterspruch unverblümt: "Calcomp litt unter der miesen Konjunktur und versuchte IBM dafür verantwortlich zu machen." Verständliche Aufregung herrscht bei den anderen fünf.