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12.12.1980

Calcomp-Schnittstelle aIs Quasi-Standard für passive Ausgabegeräte:Geräteunabhängigkeit über Plotdateien

Die grafische Datenverarbeitung hat in der letzten Zeit eine beachtliche Weiterentwicklung und Verbreitung gefunden. Die stürmische Hardware-Entwicklung kann jedoch von den Anwendern nur beschränkt genutzt werden, da nach wie vor eines der Hauptprobleme die Anpassung grafischer Geräte an den Rechner ist. Die Notwendigkeit verschiedener grafischer Geräte (zum Beispiel Plotter und grafischer Bildschirm) oder der Wechsel von grafischen Geräten ist in vielen Fällen gegeben.

Im Normalfall bringt der Wechsel des grafischen Gerätes eine Veränderung der Schnittstelle zwischen Anwendungsprogrammen und den grafischen Programmen mit sich (Bild 1).

Der Aufwand zur Änderung der Schnittstelle im Anwendungsprogramm kann dabei erheblich sein.

Es ist naheliegend, daß an ein grafisches System folgende Anforderungen gestellt werden:

1.) Bei Wechsel des grafischen Gerätes oder bei Nutzung mehrerer grafischer Geräte soll die Schnittstelle im Anwendungsprogramm unverändert bleiben (Priorität 1).

2.) Die Grafikprogramme sollen weitgehend vom grafischen Gerät unabhängig sein; die Anpassung soll nur in einer sehr tief liegenden Schicht (Gerätetreiber) erfolgen. Damit sind alle Funktionen der Grafikprogramme für alle angeschlossenen Geräte verfügbar (Priorität 2).

Für passive grafische Ausgabegeräte (Plotter, Printer/Plotter, Speicherbildschirme) hat sich als Quasi-Standard die Calcomp-Schnittstelle durchgesetzt. Wird im Anwendungsprogramm diese Schnittstelle eingehalten, so kann die unter 1.) genannte Forderung erfüllt werden, wenn für jedes grafische Gerät eine Bibliothek von Grafikprogrammen für die. Calcomp-Schnittstelle erstellt wird. Dieser Weg wurde schon von einigen Anwendern beschritten, erfordert jedoch relativ großen Programmieraufwand.

Die Forderungen 1.) und 2.) können durch das im Bild 2 dargestellte Software-Konzept erfüllt werden.

Mit Hilfe der Grafikprogramme wird - unabhängig vom verwendeten grafischen Ausgabegerät - eine neutrale Plotdatei erzeugt, die die vollständige grafische Information enthält.

Mit Hilfe des Postprozessors wird nun die grafische Information auf das gewünschte Ausgabegerät gegeben. Im Postprozessor können viele Funktionen wie Veränderung des Maßstabes, Drehen des Bildes oder Bildausschnitt ("window") realisiert werden. Auch die Funktion des "previewing" (Ausgabe von Zeichnungen zu Kontrollzwecken auf einem grafischen Bildschirm und anschließendem Zeichnen auf dem Plotter) ist damit abgedeckt.

Die Anpassung der grafischen Geräte erfolgt nur an einer vergleichsweise einfachen Schnittstelle im Postprozessor.

Mit einer erweiterten Calcomp-Schnittstelle ist auch der Anschluß von Farb- und Rasterbildschirmen beziehungsweise die Grauschattierung bei Printer/Plottern möglich.

Im Programm "DIPP" (Device Independent Plot Package) ist das im Bild 2 dargestellte Konzept realisiert. "DIPP" ist in Fortran geschrieben und derzeit auf den Rechnern Prime, IBM, Modcomp, DEC-PDP-11 und DEC-VAX installiert. Grafische Geräte wie Zeta-, Benson- und Calcomp-Plotter, Tektronix 4014 und 462, Lear-Siegler

ADM-3A mit Grafik-Option, Varian Printer/Plotter sowie Printronix-Drukker mit Grafik-Option können angeschlossen werden.

*Dr. Gerhard Harbel ist Geschäftsführer der Technodat GmbH, Salzburg.