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14.09.2001 - 

Der Kauf von SCO bringt keine Entlastung

Caldera kämpft ums Überleben

MÜNCHEN (CW) - Nach katastrophalen Verlusten im dritten Quartal entlässt das Linux- und Unix-Systemhaus Caldera International eine noch nicht genannte Zahl von Angestellten.

Das Ende Juli abgeschlossene dritte Quartal des Geschäftsjahres 2001 hat Caldera weit höhere Verluste gebracht, als das Unternehmen erwartet hatte. Statt eines Defizits von 14 bis 15 Millionen Dollar gab es in den Monaten Mai bis Juli ein Minus von netto 18,8 Millionen Dollar. Das ist fast so viel, wie das Unternehmen im gleichen Zeitraum eingenommen hat. Mit 18,9 Millionen Dollar blieb der Umsatz im Rahmen des Erwarteten.

Die Ergebnisse lassen sich nicht mit den Zahlen des Vorjahres vergleichen, denn im dritten Quartal der laufenden Rechnungsperiode gehen erstmals Zahlen aus dem Unix-Geschäft von SCO, das Caldera seit August 2000 in mehreren Zügen übernommen hat, in den Abschluss ein. So hatte Caldera im dritten Quartal 2000 noch 7,5 Millionen Dollar Verlust bei 1,2 Millionen Dollar Umsatz verzeichnet. Die Kosten der SCO-Übernahme werden Calderas Bilanz auch in den kommenden drei Quartalen direkt belasten.

Das Ergebnis könnte im vierten Quartal 2001 noch schlechter als im dritten ausfallen. Caldera selbst erwartet einen Umsatz, der zwischen 15 und 20 Millionen Dollar liegt, also wahrscheinlich stagnieren wird. Gleichzeitig sollen die Verluste auf 20 bis 24 Millionen Dollar steigen. Damit wird es für das Unternehmen langsam eng, denn das Barvermögen ist auf 25,4 Millionen und das Gesamtvermögen auf 165,2 Millionen Dollar zusammengeschmolzen.

Die höheren Kosten im nächsten Quartal werden auch durch "eine Anpassung der organisatorischen Struktur und eine Reduzierung der Mitarbeiterzahlen" verursacht, die Firmengründer Ransom Love angesichts der Negativentwicklung ankündigte. Er nannte keine Zahlen, wie viele der 618 Mitarbeiter gehen müssen; im April hatte Caldera 32 Angestellte entlassen.

Die Kündigungswelle dürfte vor allem die Firmenadministration treffen, weil das Unternehmen die Kapazitäten der Entwicklung und der weltweiten Marketing-Infrastruktur nicht beschneiden möchte. Ohne Details zu nennen, kündigte Love an, die Organisation auf zwei "Business Lines" zusammenstreichen und eine Management-Ebene abbauen zu wollen. Love, bisher Chief Executive Officer und President, übernimmt ab sofort auch die Aufgaben des Chief Operating Officer für das Unternehmen.

Der Aufsichtsrat von Caldera beschloss, den Aktionären einen umgekehrten Aktiensplit vorzuschlagen. Für sechs bisherige Anteilscheine werde es einen geben. Das werde den Kurs des Papiers wieder über die Ein-Dollar-Grenze heben, unter der er seit Juli 2001 liegt, weshalb dem Unternehmen ein Delisting von der Nasdaq droht.