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09.08.1996 - 

Klage gegen Microsoft eingereicht

Caldera versucht Wiederbelebung des PC-Betriebssystems DR-DOS

"Diese Ereignisse sind längst untersucht und abgehakt", reagiert Microsoft-Sprecher Mark Murray und wundert sich, daß Caldera einen Rechtsstreit über eine Technik vom Zaun bricht, die von der Entwicklung längst überholt sei. Damit spielt er auf den Consent Decree an, eine 1994 geschlossenen Vereinbarung mit dem US-Justizministerium, in deren Rahmen Microsoft Besserung im Umgang mit Lizenzpartnern und bei der Geheimhaltung von Betriebssystem-Interna gelobte, ohne eine Schuld eingestehen zu müssen.

Tatsächlich fragt es sich, ob Caldera die Klage nur zu Marketing-Zwecken anstrengt oder ob hier eine alte Feindschaft zwischen dem Firmengründer Ray Noorda und Microsoft wiederbelebt wird. In seiner vorherigen Position als Novell-Chef hatte Noorda immer wieder die US-Behörden mit Material über das Geschäftsgebaren von Microsoft beliefert, um Bill Gates unfaire Praktiken nachzuweisen. Noch heute wird ihm vorgeworfen, seinem Unternehmen geschadet zu haben, weil bei vielen Entscheidungen die Gegnerschaft zu Microsoft im Vordergrund gestanden habe.

Aus ähnlichen Gründen hatte Noorda 1991 DR-DOS ins Novell-Boot geholt. Damals konnte Digital Research mit den Versionen 5 und 6 des vielversprechenden PC-Betriebssystems den Rivalen aus Redmond technisch überholen. Das Betriebssystem durchbrach die 640-KB-Speichergrenze, war zudem Multitasking- und Multiuser-fähig und unterstützte das Gros der MS-DOS-Anwendungen. Auch eine ansprechende grafische Benutzeroberfläche gab es.

In Deutschland gehörte die PC-Handelskette Vobis mit 350000 verkauften Lizenzen zu den einflußreichsten Verfechtern von DR-DOS. Unter Novell-Regie verschwand das Betriebssystem jedoch in der Versenkung, weil man derweil beschlossen hatte, Unix zum Massen-Betriebssystem für PCs zu machen. Als Novell Mitte 1993 doch noch ein "DOS 7" auf den Markt brachte, gab es dafür keine Anwender mehr.

Das soll sich nun ändern. "Wir verkaufen bald wieder die gesamte DR-DOS-Palette und eine ganze Reihe neuer Zusätze", verspricht Calderas CEO Brian Clark.