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Diensteangebot für mittelständische und kleine Unternehmen


25.02.2000 - 

Callino mischt im Local Loop mit Richtfunk und DSL mit

MÜNCHEN (CW) - Die Callino GmbH steht in den Startlöchern für den regulären Richtfunk- und DSL-Betrieb auf der letzten Meile. Das Unternehmen plant, insbesondere mittelständische Firmen mit Hilfe der neuen Anschlussverfahren an das eigene IP-Backbone oder andere Netze anzubinden.

Geht es nach Matthias Weber, gehören die Zeiten, als sich Callino als reiner Call-by-Call- und Preselection-Anbieter verstand, bald der Vergangenheit an. Der Vorsitzende der Geschäftsführung will das Münchner Unternehmen künftig als Full-Service-Provider positioniert wissen, der Kunden beim direkten Teilnehmeranschluss verschiedene Alternativen zur "letzten Meile" der Telekom liefert. Im Klartext heißt das: Neben herkömmlichen Wählverbindungen werden Anwender in Kürze optional auch per Richtfunk (Point-to-Multipoint) oder das Verfahren Digital Subscriber Line (DSL) mit dem Backbone verbunden.

Keine Installationskosten für Richtfunkanwender

Callino hat dabei insbesondere die Zielgruppe kleiner und mittelständischer Betriebe im Visier, die außerhalb der Ballungszentren angesiedelt sind. Diese Ausrichtung ergibt sich aus der Vergabe der Richtfunklizenzen. Im Ausschreibungsverfahren hatte Callino insgesamt 343 Frequenzen im 26-Gigahertz und 3,5-Gigahertz-Bereich erhalten, die zwar 72 Prozent der Fläche Deutschlands abdecken, jedoch überwiegend im regionalen Raum.

Weber sieht im Richtfunk eine schnelle sowie ökonomische Lösung, um dezentrale gewerbliche und industrielle Standorte anzuschließen. Der Vorteil liegt dabei in der Tatsache, den Hauptverteiler des Ex-Monopolisten Telekom umgehen zu können.

Die Münchner werden allerdings nicht überall auf die PMP-Technologie zurückgreifen. Dort, wo im Access-Bereich bereits viel Infrastruktur der Telekom oder anderer Anbieter existiert, wollen sie als Zugangsmethode auf die DSL-Technik setzen. Noch ist das jedoch Zukunftsmusik, da Callino das Verfahren zusammen mit Alcatel gerade erst in einem Pilotprojekt testet.

Gleiches gilt für den Richtfunk, der gegenwärtig mit Kunden in Landshut, Hildesheim und Hamburg erprobt wird. Laut Christoph Kurpinski, Geschäftsleitung Technik, werden derzeit Systeme von Ericsson und Alcatel in der Praxis auf Herz und Nieren geprüft.

Weiter vorangeschritten ist indes der Ausbau des eigenen IP-Backbone hierzulande. Das Netzwerk umfasst zur Zeit die Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart und soll auf insgesamt zehn deutsche Metropolen erweitert werden.

Auf diesen Backbone können Kunden dann je nach Bedarf über die beschriebenen Verfahren zugreifen. Zu den Lösungen, die Callino im Portfolio hat, zählen neben dem Zugang zum Telefonnetz und Internet über die Netzbetreiberkennzahl 01075 auch Basis- und Zusatzdienste wie Web Space, ein Homepage- und Domain-Service, E-Mail-Dienste sowie Fax-over-IP.

Kurpinski teilte mit, dass beim Richtfunk auf den Kunden keine Installationskosten für die Technik zukommen. Die Verbindung mit der Basisstation wird von Callino realisiert. Über die Tarifierung der Dienstleistung wollte Kurpinski noch keine endgülti-gen Angaben machen. Dem Manager zufolge wird wahrscheinlich eine einmalige Bereitstellungsgebühr erhoben. Die eigentlichen Preise würden nutzungsabhängig sein, wobei die Geschwindigkeit den entscheidenden Parameter darstelle.