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21.12.2001 - 

CEO Geoff Unwin tritt ab

Cap Gemini: 1900 müssen gehen

PARIS (CW) - Geoff Unwin, CEO des IT-Beratungshauses Cap Gemini Ernst & Young, tritt zum Jahreswechsel ab. Außerdem müssen weitere 1900 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, 200 davon in Deutschland. Das Unternehmen korrigierte einmal mehr seine Umsatzprognose.

Besonders das US-Geschäft scheint Cap Gemini Ernst & Young zuzusetzen. Seit der Übernahme der IT-Consulting-Sparte von Ernst & Young entstammt rund ein Drittel des Konzernumsatzes dem US-amerikanischen Markt. Dort, so hatten die Verantwortlichen bereits im Oktober angekündigt, würden aufgrund der Folgen der Terroranschläge hohe Verluste anfallen. Das einstige Umsatzziel von neun Milliarden Euro wurde daher auf 8,4 Milliarden Euro korrigiert. Im Vorjahr nahm das Unternehmen 6,94 Milliarden Euro ein. Allerdings litt die operative Marge: Sie wird von zehn Prozent im letzten Jahr auf heuer fünf Prozent nachgeben. Außerdem rechnet Cap Gemini Ernst & Young in der ersten Jahreshälfte 2002 mit rückläufigem und danach mit steigendem Umsatz.

Bei Cap Gemini Ernst & Young heißt das Gebot der Stunde daher sparen. Weitere 1900 Mitarbeiter werden ihre Jobs aufgeben müssen. Seit Jahresbeginn hat der IT-Dienstleister somit 5400 Stellen gestrichen oder neun Prozent der Belegschaft entlassen. Damit erhoffen sich die Verantwortlichen jährliche Einsparungen von 800 Millionen Euro bei einmaligen Umstrukturierungskosten von 200 Millionen Euro. Diese Meldungen, so versichterte CEO Unwin (59), ständen in keinem Zusammenhang mit seinem jetzt zum Jahreswechsel angekündigten Rücktritt. Er habe sich schon vor Monaten dazu entschlossen, seinen Job mit 60 Jahren aufzugeben.

Sein Nachfolger wird Paul Hermelin (49), bislang COO des Unternehmens. Er gilt als Antreiber des Mergers mit Ernst & Young im Wert von 11,5 Milliarden Dollar. Kurskorrekturen sind von ihm nicht zu erwarten, Maßnahmen hingegen schon: Große Hoffnungen setzen Unwin und Hermelin offenbar in das Outsourcing-Geschäft, das derzeit einen Anteil von 20 Prozent am Gesamtumsatz aufweist. Bis zum Jahr 2004 soll diese Rate auf 30 Prozent hochgeschraubt werden. Das Topmanagement sieht sich aufgrund der Abschlüsse mit dem Arbeitsministerium in Großbritannien, Hochtief Software in Deutschland (siehe Seite 40) und Chevron Texaco in den USA auf einem guten Weg.

Weitere Pläne betreffen Serviceleistungen für Oracle-Produkte, die ebenso ausgebaut werden sollen wie Application-Management-Dienste für SAP-Lösungen. Schließlich will man in der Energieversorger-Branche stärker präsent sein und das "Untergewicht" in Deutschland sowie im asiatisch-pazifischen Raum beheben. Um neue Kunden etwa im Mittelstand anzusprechen, will Cap Gemini Ernst & Young eine Geschäftseinheit für Lowend-Services namens Sogeti gründen. Dort werden weltweit 5000 Mitarbeiter Arbeit finden. (jha)