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Gewinn-Marge bislang kaum beeinträchtigt


24.05.1991 - 

Cap Gemini: SCS und Hoskyns sichern 30 Prozent Wachstum

PARIS (qua) - Ihre gewohnte Steigerungsrate von mindestens 30 Prozent per anno konnte die Cap Gemini Sogeti S. A. (CGS), Paris, 1990 nur deshalb vorweisen, weil sie die Umsätze der im vergangenen Jahr akquirierten Unternehmen in die Bilanz aufnahm. Die Umsatzrendite - 6,8 Prozent - hat unter dem enormen Personalwachstum von 40 Prozent offenbar noch nicht gelitten.

Das vergleichsweise moderate Wachstum begründete Executive Chairman Serge Kampf mit der weltweiten Rezession sowie der durch die Golf-Krise gebremsten Investitionsbereitschaft auf seiten der Kundschaft. Darüber hinaus sei die Integration der 1990 übernommenen Hoskyns Group mit großem Aufwand verbunden gewesen, was sich ebenfalls negativ auf die Verkäufe ausgewirkt habe. Der französische Software- und Service-Konzern blickt auf ein bewegtes Jahr zurück: Wies die Payroll Anfang 1990 noch 13 500 Namen aus, so waren es im folgenden Dezember 19 000, darunter etwa 600 Mitarbeiter der ehemaligen Scientific Control Systems GmbH (SCS), Hamburg, sowie die 3800köpfige Hoskyns-Belegschaf. Zwar hält CGS bislang erst 69,5 Prozent der Anteile an dein britischen Dienstleister, doch wurde gegenseitig vereinbart, daß die Franzosen spätestens 1993 im Besitz des Gesamtunternehmens sein werden.

Auch mit Berücksichtigung der Hoskyns- sowie der SCS-Einnahmen bleibt das Umsatzwachstum hinter dem Personalzuwachs zurück. Etwa 9,172 Milliarden französische Franc (umgerechnet etwa 2,71 Milliarden Mark) nahm das Unternehmen 1990 ein - ziemlich genau 30 Prozent mehr als im Vorjahr, als es einen Umsatz von rund 7,04 Milliarden Franc (knapp 2,08 Milliarden Mark) verbuchte.

Ohne die Akquisitionen des vergangenen Jahres, so das CGS-Management, wären die 1989 erzielten Einnahmen 1990 lediglich um 12,6 Prozent übertroffen worden; die Umsatzrendite hingegen hätte mit acht Prozent deutlich höher gelegen. Wegen der unterschiedlichen Termine für den jeweiligen Jahresabschluß lassen sich diese Angaben nur schwer verifizieren. Tatsächlich betrug der ausgewiesene Nettogewinn 623 Millionen Franc (zirka 184 Millionen Mark), womit er den Vorjahresprofit ebenfalls um knapp 30 Prozent überstieg.

Weltweit belegt Cap Gemini eigenen Angaben zufolge in puncto Service-Umsatz den vierten Platz hinter EDS, den Dienstleistungs-Divisionen der IBM und der Computer Sciences Corp. In Europa führt das

nach deutschen Maßstäben gigantische Unternehmen unangefochten das Feld an.

Seinen ehrgeizigen Plan, der Welt größtes Software- und Service-Unternehmen zu leiten, wird Serge Kampf nicht allein durch internes Wachstum verwirklichen können. Allerdings will der starke Mann der CGS mit weiteren Akquisitionen warten, bis der dicke Brocken Hoskyns verdaut ist. Der britische Dienstleister setzte im vergangenen Jahr 223,263 Millionen britische Pfund (etwa 662 Millionen Mark) um.

Dieses Jahr keine weiteren Übernahmen

Zurückhaltung demonstrierte auch der gebürtige Schwede Kaj Green, der die Geschäfte der Hamburger Cap Gemini SCS Holding GmbH führt: In diesem Jahr werde es in Deutschland keine weiteren Übernahmen geben. Das offiziell erst vor fünf Monaten gegründete Unternehmen müsse zunächst die Verschmelzung zweier unterschiedlicher Kulturen bewerkstelligen. Durch den SCS-Erwerb hatte sich das Personal der deutschen CGS-Vertretung mit einem Schlag mehr als verdoppelt. Als sein vorrangiges Ziel gab Green an, die Profitabilität der deutschen Niederlassung zu erhöhen, die derzeit deutlich unter 200 000 Mark pro Kopf liegt. Als ersten Schritt habe er etwa 100 nach der Fusion redundante Arbeitsplätze gestrichen.