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Geschäftsaktivitäten der beiden Anbieter sollen sich künftig ergänzen:


31.10.1986 - 

Cap Gemini übernimmt Untemehmensgruppe Ibat

MÜNCHEN (CW) - An Cap Gemini Sogeti wurde jetzt die Essener Unternehmensgruppe Ibat zu hundert Prozent verkauft. Die Verantwortlichen des durch den Zusammenschluß entstandenen neuen Softwarehauses rechnen damit, einen Platz unter den größten zehn Anbietern im europäischen Markt zu erobern. Der Name Ibat soll weitergeführt werden.

Die Kooperation wird nach Aussagen von Paul Hofmann, Vizepräsident Europa bei Cap Gemini, durch zwei Fakten begünstigt: Cap Gemini Deutschland sei sehr stark spezialisiert auf Umstellungen im Hardwareund Systemsoftwarebereich; Ibat habe sich hingegen im Sektor Industrieautomation und Prozeßkontrolle einen Namen gemacht. "Insofern", so Hofmann, "haben wir jetzt zwei sich gut ergänzende Unternehmen, die sich bislang kaum Konkurrenz geboten haben."

Hinzu komme der geografische Effekt: Durch die Übernahme erhält Cap Gemini auf einen Schlag neue Geschäftsstellen an Orten hinzu, wo das Unternehmen bisher nicht vertreten war. Auf diese Weise ergebe sich ein flächendeckendes Netz für die Kundenbetreuung, und Überschneidungen würden vermieden. Hofmann: "Wir wollen vor allem schnell wachsen und auch in der Bundesrepublik in Größenordnungen hineinkommen, die wir in anderen Ländern haben." In Frankreich beispielsweise wären 2500 Mitarbeiter beschäftigt, in den Niederlanden seien es immerhin 1000. Cap Gemini plane deshalb, auch künftig Softwarehäuser zu kaufen, die über gute Produkte verfügen, die das eigene Angebotsspektrum ergänzen, aber kein strategisches Marketing haben.

Diese Argumentation bestätigt Ibat-Geschäftsführer Anselm Triestram: "Das bundesdeutsche Softwaregeschäft ist viel zu stark zersplittert. Im Zuge der weiteren Entwicklung, die auf das Softwaregeschäft zukommt, ist es notwendig, sich zu konzentrieren. Der Zusammenschluß dient dem Interesse einer langfristigen Zukunftssicherung dieses Unternehmens." Generell stelle sich die Frage, ob sich ein mittelgroßes SW-Unternehmen auch in den 90er Jahren voll entfalten und die Dinge durchziehen könne, die der Markt verlangt. Von Bedeutung sei hier vor allem die Standardentwicklung.

Triestram, der 24 Jahre lang an der Spitze von Ibat stand, ist auf eigene Entscheidung hin mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der Ibat zurückgetreten. Er bleibt dem Unternehmen aber auch weiterhin durch einen Beratervertrag verbunden. In seine Fußstapfen treten bis auf weiteres der Präsident der Cap Gemini Europa, Christer Ugander, und Vizepräsident Paul Hofmann, der die Geschäftsaktivitäten weiterhin von Paris aus leitet. Werner Brodt, Geschäftsführer der Cap Gemini Deutschland, avanciert gleichzeitig auch zum Geschäftsführer der Cap-Gemini-Ibat-Gruppe.

Cap Gemini Deutschland und die Unternehmensgruppe Ibat beschäftigen zusammen etwa 250 Mitarbeiter und erwarten für 1986 einen Umsatz von rund 40 Millionen Mark.