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23.10.1981

Care-Pakete für Datex-P

Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Zutreffender läßt sich nicht beschreiben, was derzeit auf dem Datex-P-Sektor passiert: so gut wie gar nichts.

Die Zahl der Benutzer des neuen Datenpaketvermittlungsdienstes der Deutschen Bundespost ist weit hinter den Erwartungen des Netzeigners und der Computer-Industrie zurückgeblieben, die sich einen Datenstationsboom erhoffte.

Typischer Fall von "denkste!": Da war man von einer "hohen" Nachfrage vor allem im geschäftlichen Bereich ausgegangen - doch es "paketet" nicht. Ja, ob der neue Datenfernverarbeitungsdienst überhaupt jemals ein Erfolg für die Anbieter wird, steht mehr denn je in den Sternen. Und so wird in den inneren Datex-P-Zirkeln bereits nach den falschen Propheten gesucht: Hat nun die DBP der Industrie einen Floh ins Ohr gesetzt, oder die Industrie der DBP? Die für die Ursachenforschung naheliegende Recherche stellt keiner an. Die ergäbe nämlich, daß der potentielle Benutzer nicht gefragt wurde, ob er Paketvermittlung als zusätzlichen Datenübertragungsdienst benötigt. Der unter Gebührengesichtspunkten als entfernungsunabhängig und benutzungsabhängig zu charakterisierende Datex-P-Service konkurriert bekanntlich mit dem seit zehn Jahren bestehenden Datenvermittlungsdienst Datex-L. Unter den gegenwärtigen Vorzeichen tun sich die Datex-P-Väter jedenfalls schwer, die Vorteile der neuen DFV-Infrastruktur plausibel zu machen.

Außenstehende können sich mittlerweile nur noch wundern, mit welcher Chuzpe Postler und Hersteller-Vertreter das Datex-P-Fähnlein hoch halten, wenn Öffentlichkeit in der Nähe ist. Denn klein geblieben ist nur die Zahl der Anschlüsse, nicht die der Ausschüsse.

Auf den regelmäßigen Sitzungen, die die Bundespost mit Herstellern und Pilot-Anwendern abhält, wird freilich mehr Makulatur als Methodisches produziert. Wen wundert's: Es geht schließlich um Protokolle, Empfehlungen und ähnliche Menkenke. Auf Datex-P-Deutsch: um X.25 und PAD-Einrichtung (Packet Assembly Disassembly).

International wurde da immerhin einiges auf den Weg gebracht. Nur ist vieles in der ISO- und CCITT-Bürokratie, steckengeblieben. Also tröstet man sich gegenseitig und wiederholt endlos, was längst Jeder weiß: Unterstützt Du meinen Host, unterstütze ich Deine Datenstation. Beispiele: Datex-P und SNA, Datex-P und CNA, Datex-P und DCA, Datex-P und NCN, Datex-P und Transdata, Datex-P und ...

Doch die Ergebnisse der Beratungen machen allenfalls noch hauptamtliche Paketvermittlungs-Experten froh. Die Industrie beginnt zu murren. Die "Talkshow" kostet eine Stange Geld. Und die Anwender fragen sich: Was ist los mit Datex-P? Eine Zwischenbilanz der Post ist überfällig.