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31.03.1995

Carriern fehlen Genehmigungen fuer Flaechennetz Amerikanisches Gericht setzt weitere PCS-Lizenz-Auktion aus

FRAMINGHAM (IDG) - Ob die Gewinner der ersten grossen US-Auktion in Sachen Lizenzvergabe fuer Personal-Communications-Services-(PCS)- Netze wirklich das grosse Los gezogen haben, ist nach der juengsten Entwicklung mehr als fraglich. Denn der Beginn der zweiten Auktion wird sich vermutlich aufgrund rechtlicher Probleme verzoegern, so dass keiner der Teilnehmer der ersten Runde momentan die Moeglichkeit zum Aufbau eines flaechendeckenden Netzes hat.

Ein Gewinner der ersten Auktion duerfte jedoch feststehen: Die Federal Communications Commission (FCC) nahm fuer die Vergabe von 99 PCS-Lizenzen rund 7,7 Milliarden Dollar ein. Die Vorbereitungen zur zweiten Versteigerung, in der vor allem kleinere Unternehmen und Minderheiten zum Zuge kommen sollten, wurden jetzt jedoch durch ein Appellationsgericht gestoppt. Kenner der US-Szene rechnen damit, dass sich deshalb der weitere Ablauf um ein Jahr verzoegern wird.

Eine Entwicklung, die die grossen Bieter der ersten Runde in ernsthafte Schwierigkeiten bringen kann. Um die Loecher in ihrem Lizenzteppich zu schliessen, hatten die Konsortien bereits mit zahlreichen kleineren Unternehmen, denen gute Chancen in der zweiten Auktion prognostiziert wurden, Allianzen geschlossen. Experten bezweifeln, dass Anbieter wie Sprint die Versorgungsluecken mit ihren bereits vorhandenen flaechendeckenden zellularen Netzen ueberbruecken koennen.

Die meisten Lizenzen ersteigerte die Wireless Co. L.P., ein Konsortium aus Sprint, Comcast Corp., Cox Enterprises und Tele- Communications Inc. Branchenkenner billigen diesem Zusammenschluss aus Carriern und Medienmogulen gute Chancen zu, einer der groessten Wireless Player zu werden. Nummer zwei auf der Auktion war AT&T mit 21 Lizenzen. In Verbindung mit dem vor kurzem gekauften McCaw- Netz kann der Carrier jetzt in den meisten US-Staedten lokale drahtlose Dienste anbieten. Dritter im Bunde ist ein Konsortium aus Bell Atlantic Mobile Systems, Nynex Inc., Airtouch Inc. und US West Inc. Analysten bezweifeln allerdings, ob die drei Gewinner der Auktion kuenftig auch wirklich das grosse Geld mit PCS-Diensten verdienen koennen. So vertritt Alan Reiter, Herausgeber des Mobile Data Report, die Ansicht, dass die FCC durch die Vergabe vieler kleiner Lizenzen den Anbietern kaum die Moeglichkeit eroeffne, die notwendigen Economies of sales zu erreichen.

Zudem, so Reiter weiter, verhindere die starke Zersplitterung die Entwicklung eines einheitlichen Standards fuer PCS-Produkte.

Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der fehlenden Flaechendeckung die Nutzer gezwungen sind, zwischen digitalem PCS- und analogem Netz zu wechseln. Hierzu muessten erst einmal Dual-mode-Modems und - Telefone entwickelt werden, die beide Netze unterstuetzen und mit den unterschiedlichen Frequenzen arbeiten.

Skeptiker vermuten deshalb, dass anfangs von den vielgeruehmten Datenapplikationen wenig zu sehen sein wird. Aufgrund der hohen Investitionskosten und der Komplexitaet der PCS-Netze sei es viel wahrscheinlicher, dass die Auktionsgewinnner als Anbieter von Voice-Diensten der zellularen Konkurrenz die Kunden abjagen werden.