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06.07.1990 - 

RISC-Maschine für technische Anwendungen reserviert

CASE aus IBM-Sicht: AIX und MVS bleiben säuberlich getrennt

LA GAUDE (qua) - Mit der Gründung eines "Technical CASE Competency Center" im südfranzösischen La Gaude manifestierte das IBM-Management jetzt seine Absicht, die Anwendungsentwicklung in der "kommerziellen" MVS-Welt auf der einen Seite und im "technischen" AIX-Bereich auf der anderen getrennt zu handhaben.

Wie Mitarbeiter des Branchenführers erneut versicherten, wird es in absehbarer Zukunft kein AIX-basiertes Pendant zum Repository Manager/MVS geben. Vielmehr sollen die für den Anwenderbetrieb in seiner Gesamtheit relevanten Daten aus der "technischen" Entwicklungsdatenbank via Filetransfer in das Kernstück des AD/Cycle-Konzepts übernommen werden können.

Darüber, ob die Trennung zwischen kommerzieller und technischer Anwendungsentwicklung sinnvoll sei, gehen die Meinungen innerhalb des DV-Konzerns allerdings auseinander. "CASE ist unteilbar", konstatierte ein Mitarbeiter aus dem AIX-Bereich. Die Gründe für die Zweiteilung seien lediglich in der IBM-internen Organisationsstruktur zu suchen.

So zählt denn zu den sogenannten Softwarepartnern auch der eine oder andere Anbieter, der sich auf keinen Fall in die technische Ecke drängen lassen will: Beispielsweise ist die Softlab GmbH, München, eigenen Angaben zufolge eher in der kommerziellen DV-Welt angesiedelt. Die Unterschrift der Münchner unter das "European Marketing Agreement" mit IBM bedeutet weniger ein Commitment zur Idee eines "Technical CASE" als vielmehr eine Referenz an das Marketing-Know-how des DV-Goliaths.

Neben Softlab haben 13 weitere Software-Anbieter ein solches Abkommen unterzeichnet, das im wesentlichen zwei Punkte umfaßt: Ein Joint-Marketing-Agreement garantiert der IBM eine Beteiligung am Umsatz des, jeweiligen Vertragspartners mit dessen AIX-Software. Zudem verpflichten sich die Software-Anbieter, in La Gaude an der Entwicklung integrierter CASE-Lösungen auf Basis des RISC-Systems/6000 mitzuarbeiten.

Im Gegenzug öffnet der Branchenprimus den Softwareschmieden seine Vertriebskanäle. Michel Teyssedre, Manager des auf 400 Entwickler angelegten Kompetenz-Zentrums, ließ keinen Zweifel an der Aufgabenteilung zwischen Big Blue einerseits und den Software-Unternehmen andererseits: "Die Fachkenntnisse unserer Partner in Verbindung mit den Marketing-Fähigkeiten der IBM gestatten uns den Zugang zum Markt für technisches CASE auf einem angemessenen Niveau."

Kooperationen weitergehender Art vereinbarte IBM mit Cap Sesa, Paris, dem französischen Teil des europäischen Softwarekonzerns Cap Gemini Sogeti, sowie mit Computer Resources International (CRI), Kopenhagen. Die Franzosen haben sich bereit erklärt, zum einen eine Meta-"Methodology" zu erarbeiten, die den Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Methoden wie Hood, Yourdon/deMarco oder SSADM erlauben soll, und zum anderen Schulungs- und Beratungsleistungen in, CASE-Bereich zu erbringen. Die Dänen hingegen werden laut Vertrag kundenspezifische CASE-Lösungen schneidern.

Daneben will IBM auch fertig geschnürte CASE-Pakete mit einheitlicher Benutzeroberfläche und gemeinsamer Datenbank offerieren. Die erste aus einer Reihe geplanter Komplettlösungen besteht aus den Design-Tools der Teamwork-Familie von Cadre Technologies, dem Dokumentationswerkzeug TPS von Interleaf, dem Projekt-Unterstützungssystem Software Backplane von Atherton Technology sowie einem C-, Fortran- oder Ada-Compiler von IBM beziehungsweise einem C + + -Precompiler von Glockenspiel, einem C-Cross-Compiler von Oasys oder einem Ada-Cross-Compiler von Verdix.

Nach IBM-eigenen Schätzungen hat der europäische Markt für "Technical-CASE-Lösungen" derzeit ein Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar und wächst jährlich um 35 Prozent. Als Zielgruppe nennt der Anbieter die Luft- und Raumfahrt-, Telecom-, Automobil- sowie Rüstungsindustrie. +

IBM-Partner im Technical CASE Compentency Center

- Atherton Technology, Sunnyvale/Kalifornien (IPSE Software Backplane)

- Cadre Technologies SA, Nyon/Schweiz (Design-Werkzeug Teamwork)

- Cap Sesa, Paris (Methodology-Entwicklung und Dienstleistungen)

- Computer Resources International (CRI), Kopenhagen (individuelle Lösungen)

- Glockenspiel Ltd., Dublin (C + + -Compiler)

- Interactive Development Environment (IDE), San Francisco (Analyse- und Design-Werkzeug "Software through Pictures")

- Oasys Inc., Waltham/ Massachusetts (Compiler)

- Rational, Santa Clara/Kalifornien (Entwicklungsumgebung für Ada)

- Sage Software Inc., Rockville/Maryland (Konfigurationsmanagement-Werkzeug PVCS/Make), in Deutschland unter anderen durch Roland Berger & Partner in München vertreten

- SFGL - European Advanced Software Technology (East Boulonge/Frankreich (Projektunterstützungsumgebung)

- Softlab GmbH, München (IPSE Maestro II)

- Software Research Inc. (SRI), San Francisco (Test- Werkzeuge)

- Systematica Ltd., Bournemouth/Dorset (Analyse und Design Workbenches)

- Unipress Software Inc., Edison/New Jersey (Methoden-Workbenches Hood-SF und SSADM-SF)

- Verdix Corp., Chantilly/Virginia (Ada-Entwicklungssystem)

- Verilog SA, Toulouse/Frankreich (Spezifitions- und Validationswerkzeug Asa, Design-Tool Geode und SoftwareQualitätaAnalysator Logiscope), deutsche Geschäftstelle in Gräfelfing