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Auftakt für einen grundsätzlichen Strategiewechsel


17.05.1996 - 

CASE-Pionier Softlab zerlegt Maestro II in seine Einzelteile

John Kropcke, seit Anfang dieses Jahres Entwicklungsleiter bei Softlab, räumt ein, daß kaum noch in Maestro investiert werde. Das Produkt habe nicht den wirtschaftlichen Erfolg gebracht, der ursprünglich erwartet worden war. Der Mainframe-Sektor sei eben kein wachsender Markt mehr. Trotzdem hat die CASE-Umgebung, die im wesentlichen aus vier Modulen besteht, mindestens bis Ende dieses Jahrzehnts Bestand, zeigt sich Kropcke zuversichtlich. Pläne hat er explizit für die "Design Team Workstation" und das Wartungs-Tool "Maintenance Team Workstation", wenn diese zunächst auch recht bescheiden anmuten: Support, Fehlerbeseitigung, Visual-Basic-Schnittstellen des Designmoduls und neue "Setec"-Funktionen für verteiltes Arbeiten.

Softlab wird die Datenbank, die als Repository dient, aus der Tool-Familie herauslösen. An einer kontinuierlichen Weiterentwicklung ihrer Design- und Entwicklungs-Tools haben die Münchner offenbar kaum noch Interesse, denn in die als "Object Management System" (OMS) bezeichnete Komponente sollen sich künftig Werkzeuge von Fremdanbietern einbinden lassen. Das erste Unternehmen, mit dem ein entsprechender Vertrag ausgehandelt wurde, ist die Select Ltd. aus dem englischen Cheltenham.

Mit ihren Sparmaßnahmen beginnt die Münchner BMW-Tochter zunächst beim Cobol-Codegenerator "Construction Team Workstation", einem Bestandteil der Maestro-Produktpalette, der nicht mehr weiterentwickelt wird. "Das ist für einige unserer Mitglieder bitter", kommentierte Volker Hanf, stellvertretender Vorsitzender der deutschsprachigen Maestro-Anwendervereinigung e.V. (Demand). "Für viele war das Werkzeug allerdings ohnehin nicht sonderlich interessant."

Das Tool sei zu schwerfällig und zu einseitig auf Cobol ausgerichtet, fügte Hanf hinzu. Zudem habe die ganze Philosophie nicht gestimmt. "Man kann Code nicht auf Knopfdruck generieren", kritisierte Hanf grundsätzlich den I-CASE-Gedanken.

Die Anwender waren zuletzt mit dem Arbeitstempo unzufrieden, in dem Neuerungen an dem Produkt vorgenommen wurden. "Es existieren Anforderungslisten, die zwei, drei Jahre alt sind", so Hanf. Dabei hätten die Kunden immer wieder nachdrücklich betont, daß die Anschaffung von Maestro eine strategische und kostspielige Entscheidung war. Hanf: "Der Aufwand, eine CASE-Umgebung einzuführen, ist ungeheuer."