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30.01.1981

Catch-as-catch-can

Kompliment: Siemens hat sich auf die Marketingtricks des Branchenführers eingestellt, Machte sich nach der Ankündigung der 4300 im Januar 1979 Bestürzung bei den Münchnern breit, so reagierte der IBM-Hauptkonkurent im bundesdeutschen Universalrechner-Markt auf die 3081 erstaunlich gelassen.

Die DV-Marketing-Leute aus "Datasibirsk" haben offenbar gelernt, daß es im Großrechnergeschäft darum geht, sowenig "japanisch" --lies "nachahmlerisch" - wie möglich zu sein. Es gelingt ihnen, weil sie nicht mehr so viel über den "großen Bruder" reden.

Dies ist durchaus nicht selbstverständlich in einem Markt, der von einem Umsatzriesen beherrscht wird. Schließlich muß jeder IBM-Wettbewerber einen technischen oder wirtschaftlichen Vorteil anzubieten haben, wenn er eine 370 oder 303X ablösen will. "Deutsch" zu sein genügt in der Regel nicht.

Da überrascht es denn doch, wie kühl die Münchner angesichts der 3081-Herausforderung bleiben. Schon vom Timing her ergeben sich deutliche Unterschiede, wenn man bedenkt, wie "hypnotisiert" früher das "Kaninchen" (Siemens) auf die "Schlange" (lBM) starrte.

Hatte es die Peisl-Truppe beispielsweise besonders eilig, das IBM 4431-2-Announcement mit einer 7.536 zu kontern, so ließ man es diesmal gemächlich angehen.

Erst jetzt gibt es ein 3081-Alternativ-Angebot auch für Fujitsu-Fahrer - bekanntlich hatte sich Amdahl durch die erste "H"-Maschine zu einer Sofortreaktion provozieren lassen (CW 48 vom 28. November 1980: "Amdahl-Jumbo 20 Prozent schneller als 3081").

Doch was da so an Werbe-Argumenten für die 7.881 vorgebracht wird (vgl. Seite 1), vermittelt nicht den Eindruck, daß die Siemens-Datenverarbeiter bereits ihre letzte Karte ausgespielt haben. Eher geht es ihnen wohl darum, Flagge zu zeigen, um nicht in den Verdacht zu kommen, arrogant zu sein.

Sicher, die Wettbewerbssituation auf dem Großrechnermarkt hat sich durch das "H"-Sein verändert - zumindest auf dem Papier. Siemens stand also unter Zugzwang, das alte Preis-/Leistungsverhältnis wiederherzustellen.

Eile war indes nicht geboten, denn im Großrechnergeschäft geht es ja nicht um Entscheidungen, bei denen es auf die Minute ankommt. Und was die interne Leistung der neuen Jumbos betrifft, so spricht selbst IBM nur von "Erwartungen".

Warum sollte sich der Fujitsu-Partner beeilen, das 3081-Betriebssystem MVS/SP3, von dem noch niemand weiß, was es leistet, auf der 7800 zu emulieren? Das wäre Spiegelfechterei, wäre Schaukampf, der davon ablenken soll, daß beide Kontrahenten noch Traininingsrückstände haben.

Auch so riecht die Sache nach "Catch-as-catch-can" man mimt auf wild, tut sich aber gegenseitig nicht weh. Noch hat freilich kein Zuschauer - sprich Anwender- sein Eintrittsgeld zurückverlangt.