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30.04.1999 - 

IT-Training/Computer-based Training in der Praxis

CBT entlastet SAP-Projektteam der Berliner Flughäfen

Von Kerstin Stengel* Als die Berlin-Brandenburg Flughafen Holding (BBF) SAP einführte, griff sie auf Multimedia-Kurse zurück, um das Live-Training zu unterstützen. Durch den Einsatz von Computer-based Training der NETg Applied Learning GmbH wurde das SAP-Projektteam deutlich entlastet.

Bei der BBF laufen alle Fäden der Flughäfen Schönefeld, Tegel und Tempelhof zusammen. Die Holding führte SAP sukzessive in den verschiedenen Teilen des Unternehmens ein. Dazu DV-Leiter Knut Deimer: "Zunächst bildete sich unser SAP-Projektteam mit Hilfe externer Seminaranbieter fort. Dann organisierte es die Schulung aller Nutzer und erstellte die erforderlichen Dokumentationen und Unterlagen."

Computer-based Training spielte in diesem Konzept vorerst keine Rolle. Schließlich war Multimedia für die Aus- und Weiterbildung 1995 eher selten im Einsatz. Das Projektteam wurde während eines SAP-Seminars auf entsprechende Kurse aufmerksam und nahm Kontakt mit der NETg Applied Learning GmbH auf. Stefan Janssen, SAP-Manager Deutschland bei NETg, erläutert: "Die meisten unserer SAP-Schulungsprojekte verlaufen nach dem Muster: CBT-Seminar/Workshop-CBT. Am Anfang führt das computerunterstützte Training die Nutzer in die Grundbegriffe ein, macht sie mit der SAP-Oberfläche vertraut und schafft ein einheitliches Niveau für die folgenden Schulungen." Nach der Schulungsphase steht die Lernsoftware für weiteres Üben und Wiederholen zur Verfügung.

Bei der BBF war die Ausgangssituation eine andere: Die Schulung war bereits fortgeschritten, so daß ein Einsatz von CBT vor Seminarbeginn nicht mehr in Frage kam. Mit den Beratern von NETg entwickelte man ein Konzept, das auf die Anforderungen der BBF zugeschnitten war. Die Mitarbeiter konnten über das Netzwerk auf das CBT zugreifen. DV-Koordinatoren, die es den Mitarbeitern vorführten, dienten als Multiplikatoren. Die BBF setzte zwei Grundlagenkurse, fünf Kurse zum Modul Finanzbuchhaltung, vier zu Controlling, drei zu Materialwirtschaft und einen zu Sales and Distribution an. Jeder Mitarbeiter hatte Zugriff auf das gesamte Kurspaket, so daß man auch Einblick in andere Bereiche nehmen konnte.

Gerhard Heyer, Gruppenleiter für DV-Projekte bei Netg, faßt die Funktionen des CBT-Trainings zusammen: "Die Mitarbeiter konnten die Materie, die im Seminar vorgestellt wurde, mit der Lernsoftware nochmals durcharbeiten. Die zahlreichen Simulationen der R/3-Oberfläche im CBT-Kurs sorgen für einen "Learning by doing"-Effekt." Prozeßorientiertes Lernen stehe dabei im Vordergrund: Statt eines reinen Oberflächentrainings werden auch die Geschäftsprozesse in Wort und Bild erklärt. So können die Mitarbeiter die relevanten Abläufe in aller Ruhe verinnerlichen. Da die CBTs jederzeit zur Verfügung stehen, ist man nicht an Seminartermine gebunden und kann die Lernaktivitäten in den individuellen Zeitplan einbauen.

Die Zielgruppe bei der BBF umfaßte Sachbearbeiter, Abteilungsleiter sowie DV-Mitarbeiter, also eine Gruppe mit unterschiedlichen Computerkenntnissen. Deshalb war es wichtig, daß die Lernsoftware leicht anzuwenden war. Die Kurse verfügen über ein Steuerpult, das genauso einfach wie ein Kassettenrecorder zu bedienen ist. Jedem Kapitel ist ein optionaler Einstufungstest vorangestellt, der die Vorkenntnisse des Lernenden prüft. Aufgrund der Ergebnisse erstellt die Kurssoftware einen individuellen Lernpfad.

Wenn bestimmte Bereiche bereits gut beherrscht werden, weil sie beispielsweise im Seminar besonders intensiv vermittelt wurden, müssen diese Themen nicht mehr durchgearbeitet werden. Wo keine oder kaum Vorkenntnisse vorhanden sind, kann der Test einfach übersprungen werden. Am Ende der Lektionen geben die ebenfalls optionalen Mastery-Tests den Lernenden einen Eindruck, inwieweit sie die Materie beherrschen. Daraufhin werden bei Bedarf bestimmte Kapitel zur Wiederholung empfohlen.

Über ein Kursmenü erhält der Nutzer jederzeit einen Überblick über alle Kapitel des Kurses und die bereits abgearbeiteten Lektionen. Außerdem kann er über diese Inhaltsübersicht direkt zu einem bestimmten Thema springen. Dazu Stefan Janssen: "Obwohl jeder Lernende genau die gleiche Lernsoftware erhält, wird es kaum zwei identische Wege durch einen Kurs geben. Dem Nutzer werden zwar bestimmte Lernpfade vorgeschlagen, das schränkt den Lernenden aber nicht ein - wenn er beispielsweise zur Wiederholung lieber den kompletten Kurs durcharbeiten möchte oder aus Zeitgründen nur das Kapitel, bei dem die Schwächen am deutlichsten sind, ist das jederzeit möglich."

Die Mitarbeiter der BBF beurteilten die Kurssoftware positiv. Das Projektteam sieht die vertiefende Begleitung des Live-Trainings mit CBT als nützlich und hilfreich. DV-Leiter Deimer: "Wir haben die gewünschte Entlastung unseres Projektteams erreicht. Denn gerade während der Implementierung steht das Team stark unter Druck. Das Computer-based Training bietet eine gute zusätzliche Erklärung der SAP-Funktionen und beantwortet viele Fragen." Außerdem wurde mit den CBTs der Zeitraum zwischen Seminaren und Produktivstart überbrückt, da die Mitarbeiter die Möglichkeit hatten, das Gelernte zu wiederholen und so ihre Kenntnisse immer wieder aufzufrischen.

Bei der BBF wird zur Zeit über ein vertiefendes Training zum Modul PM nachgedacht, das bereits eingeführt ist, aber noch nicht in seiner ganzen Bandbreite genutzt wird. Auch hier könnte CBT eine wichtige Rolle spielen.

Angeklickt

Alle Hände voll zu tun hatte das Projektteam, das SAP R/3 bei der Berlin-Brandenburg Flughafen Holding einführen sollte. Um die Mitglieder zu entlasten, stellte man ein Computer-based Training (CBT) ins Intranet, das allen Mitarbeitern der Flughafengesellschaft die Grundlagen und nach Bedarf die verschiedenen Module der Standardsoftware näherbrachte. Wichtig waren dem Unternehmen nicht nur die Verzahnung von CBT und Live-Training, sondern auch die Übungsmöglichkeiten für die Beschäftigten nach dem Start der Standardsoftware.

*Kerstin Stengel ist freie Journalistin in München.