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15.07.1988 - 

Fehlende Standards bremsen Wachstum der Branche:

CD-ROM-Markt noch in den Kinderschuhen

ESCHBORN (CW) - Die Entwicklung des CD-ROM-Marktes wird durch mangelnde Standardisierung, Unzufriedenheit mit der Such- und Retrievalsoftware und die Angst der Hersteller vor Umsatzeinbußen bei traditionellen Publikationen blockiert.

Den europäischen CD-ROM-Markt beherrschen nach einer IDC-Studie die Anbieter Hitachi und Philips. Der Vertrieb über OEM-Partner von Sony hat erst im vergangenen Jahr begonnen. Der Markt für optische Speichermedien ist für die Hersteller interessant, weil die Werke der CD-Audio-Industrie mit zwei- bis dreifacher Überkapazität arbeiten. Der dadurch entstehende Wettbewerb reduziert die Produktionskosten der Platten und wird langfristig zu akzeptablen Preisen führen. Bisher werden CD-ROM-Laufwerke erst ab 2000 Mark angeboten.

Nach Angaben der Studie wächst der Markt lediglich im Bereich der Software-Anbieter. Sie bieten Such- und Retrievalprogramme für die

Anwendungsbereiche Archivierung und Dokumentation an - das einzige

Marktsegment, in dem die Hersteller bisher Fuß gefaßt haben. Konkurrenz droht jedoch von den Hardwareherstellern, die unzufrieden mit dem bestehenden Softwareangebot sind und deshalb mit den ROM-

Laufwerken auch die Programme liefern. Die größte Barriere für den Durchbruch der Massenspeicher: Die Hersteller können sich auf keinen einheitlichen Standard für das Lesen der Platten einigen. Jede bestehende

Hardwarekonfiguration muß bereits bei der Entwicklung von CD-ROM-Anwendungen berücksichtigt werden. Laut IDC würde die Entwicklung

einer Multi-Media-Platte - sie läuft unter allen Systemen - zu teuer sein. Ein weiteres Problem sind fehlende Schnittstellen bei der installierten Basis von PCs.

Optische Speichermedien als Ersatz für Festplatten stehen noch in weiter Ferne. Weil sich die Platten nur einmal beschreiben lassen (WORM-Technologie) sind sie zur Verwaltung von kurzlebigen Datenbeständen ungeeignet. Eine Lösung suchen die Anbieter, indem sie die Zeit für das Aktualisieren und Neuerstellen der Platten reduzieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, aktualisierte Dateien online zur Verfügung zu stellen. Der Anwender kann sich dabei CD-ROM-Datensätze auf die eigene Festplatte laden.

Nach Meinung der Analysten wird sich in Europa vor allem die Vermarktungsstrategie ändern müssen. Dann hätten die Computerhersteller den größeren Einfluß auf den weiteren Entwicklungsverlauf, weil von ihnen die Kompatibilität von Rechner und Massenspeicher abhängt. Wie sich Märkte erschließen lassen konnten, zeigt das Beispiel Italien. Dort werden Rechner zusammen mit CD-ROM-Laufwerken als Gesamtlösung angeboten.