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30.09.1988 - 

Nach Eta Systems auch Speicher-Abteilung ausgegliedert:

CDC hat Probleme noch nicht hinter sich

MINNEAPOLIS (CW) - Zumindest der Name ist Spitze: Als Imprimis Technology Inc. - US-Lateinisch für "bei den Ersten" - hat Control Data Corp. ihre Data Storage Products Group verselbständigt. Der Konzern sucht starke Partner für die langjährige Vorzeige-Abteilung, denn im Diskdrive-Geschäft steht es nicht zum Besten.

Die Managementleistung beim "Turnaround" der Control Data Corp. galt als phänomenal: Nach dem Branchenrekord in roten Zahlen - über eine halbe Milliarde Dollar Defizit im Geschäftsjahr 1986 - war das Unternehmen in weniger als zwei Jahren wieder auf die Beine gekommen. Doch nach einem leidlich profitablen ersten Halbjahr 1988 ging es im dritten Quartal bereits wieder bergab. Das Management schloß in einer Mitteilung eine Woche vor Quartalsende einen Verlust nicht aus. Solche Statements pflegen US-Konzerne erfahrungsgemäß dann zu publizieren, wenn schwarze Zahlen für den Berichtszeitraum tatsächlich ausgeschlossen sind.

Schwierigkeiten hat CDC offenbar auf breiter Front: Bei der Chip-Tochter VTC Inc. hinkt die Produktion der neuen Hochleistungs-Schaltkreise um ein halbes Jahr hinter der Planung her. Bei einigen der ICs läuft zwar inzwischen die Fertigung, aber die Ausbeute ist zu gering. Die Supercomputer-Tochter Eta Systems wird, wie Analyst Barry F. Bosak von der Börsenfirma Eberstadt Fleming Inc. gegenüber dem "Wall Street Journal" äußerte, ihr Umsatzziel von 100 Millionen Dollar um 10 bis 20 Prozent verfehlen. Und im Speichergeschäft, so zitiert das Börsenblatt eine CDC-Sprecherin aus Minneapolis, erwarte der Konzern trotz eines plötzlichen Rückgangs ein Absatzplus bis zum Jahresende.

Die jetzt abgeschlossene Abspaltung des Datenspeicherbereichs (siehe CW Nr. 39 vom 23. September 1988, Seite 6) hatte CDC bereits vor einigen Monaten angekündigt, als von schlechten Zwischenergebnissen noch nicht die Rede war. Allerdings wurde die Transaktion in der Branche bereits als Teil-Ausstieg aus dem riskanten Diskdrive-Business interpretiert.

Tatsächlich erlaubt die Gründung von Imprimis dem Unternehmen, nach Bedarf "geringfügige" - so die CDC-Presseinfo - Anteile an andere Hersteller verkaufen zu können, ohne sich aus diesem Geschäft ganz abzumelden. In offizieller Firmen-Lesart bringt das Spin-out "größere Flexibilität" am Markt und die Chance zu "nötigen strategischen Verbindungen zur Absicherung der Marktführerschaft".

Die Hereinnahme eines Partners bei der renommierten Data-Storage-Abteilung könnte eher vorgesehen sein, als es die unverbindlichen Aussagen des Managements vermuten lassen. So hält Imprimis zwei wichtige Positionen in der Chefetage frei: Der bisherige Data-Storage-Chef Lawrence Perlman leitet die neue Firma vorerst in Personalunion als Chief Executive Officer, President und Chairman.