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27.02.1976 - 

Leibniz-Rechenzentrum München erhält zweimal Cyber 175 für 33 Millionen Mark

CDC machte in München das Rennen

MÜNCHEN - Die "politisch hochbrisante" Entscheidung ist gefallen. Das Bayerische Kultusministerium bestellte für das Leibniz-Rechenzentrum München (LRZ) eine CDC Cyber 175. Zum Vertragswerk gehört, daß eine zweite Cyber 175 im nächsten Jahr dazukommt, sobald die entsprechenden Mittel zur Verfügung stehen. Damit wird München das größte Hochschule-Rechenzentrum der Bundesrepublik erhalten. Geplanter Gesamtwert: Knapp 40 Millionen Mark.

Sternförmiges Netz

Etwa 33 Millionen Mark wird das CDC-Doppelsystem kosten. Zu den zwei Cyber 175 kommen hinzu zwei Kommmunikationsprozessoren 2552 und 16 Platteneinheiten mit zusammen 3,2 Milliarden 6-Bit-Zeichen. Die beiden Zentraleinheiten (Nennleistung 8 Millionen Operationen pro Sekunde) haben jeweils 196K 60-Bit-Worte-Hauptspeicher und sollen über einen gemeinsam genutzten Großkernspeicher mit 500 KW (60 Bit) gekoppelt werden. In jede Cyber 175 sind für Ein-/Ausgabe-Operationen und Parallelverarbeitung 17 "periphere Rechner" Ó 4 K 12-Bit-Worte eingebaut.

"Diese CDC-Systemarchitektur gab den entscheidenden Ausschlag" berichtet LRZ-Direktor Professor Dr. Gerhard Seegmüller, Informatik-Ordinarius an der Uni München, "da sie erlaubt, eine Vielzahl paralleler Datenströme über die peripheren Prozessoren echt parallel abzuarbeiten, ohne daß sich vor hochgezüchteten Rechnerkernen die heute üblichen langen Warteschlangen bilden.

Mehrere Millionen Mark soll auch die "Fernperipherie" des geplanten Verbundnetzes für Münchens Hochschulen und umliegende Forschungsinstitute kosten. Wenngleich der Auftrag noch nicht erteilt wurde, ist vorgesehen, daß AEG-Telefunken ein gutes Dutzend Prozeßrechner 8020 liefern wird, an die jeweils dutzendweise Sichtgeräte und Drucker angeschlossen werden können. Spätestens im Sommer 1978 soll das sternförmige Kommunikationsnetz realisiert sein.

Umfangreiche Benchmarks

"Letztlich zählte doch die Technik", freut sich CDC-Marketing-Direktor Dr. Karl Rihaczek, bezugnehmend auf einen Computerwoche-Artikel "Polit-Gerangel um 30-Millionen-Mark-Jumbo" (CW-Nummer 40 vom 31. Oktober 75). Lange gab es in BMFT-Kreisen, wo letztlich aus dem Bundesprogramm für Regionale Rechenzentren die Gelder bewilligt wurden, Vorbehalte, einer US-Firma den Riesenauftrag zu geben. Bezugnehmend auf europäische Solidarität brachte ICL die New Range-Maschine 2980 ins Gespräch - der Papiertiger stand aber für Benchmarks noch nicht zur Verfügung. Die Computergesellschaft Konstanz, Siemens und die Amdahl Corp. schlugen die Amdahl 407V/6 vor.

Umfangreiche Benchmark-Tests insbesondere des Dialog-Durchsatzes für die insgesamt zwischen 5 und 8 Mannjahren aufgewendet wurden ergaben aber eine Spitzenposition für die CDC-Rechner, "wegen der internen Parallelisierung" (Seegmüller) erheblich vor der Amdahl-Maschine, die wiederum weit vor der IBM 370/168 lag.