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19.12.1975 - 

Nach Vorstellung des DDR-Rechners, ESER-1040:

CDC würde auch Kronleuchter in Zahlung nehmen

WASHINGTON - "Wir würden auch Kronleuchter in Zahlung nehmen - über unsere Tochterfirma Commercial Trading International Inc. können wir Kompensationsgeschäfte auf der ganzen Welt machen" erklärte Control-Data-Chef William C. Norris in Washington bei der Vorstellung des in der DDR gebauten und mit CDC-Peripherie ausgestatteten ESER-1040-Computers .

Nach Tests von Control Data ist der 1040 bei der Lösung wissenschaftlicher Probleme drei- bis viermal schneller als die IBM 370/145 und bei kommerziellen Anwendungen genauso schnell. Die verschiedenen Modelle der ESER-Serie, die von IBM-360-Nachbau ausgehen, werden in unterschiedlichen Comecon-Ländern gebaut (Vergleiche CW Nr. 49 vom 5. Dezember "Jetzt kommen die roten Rechner"). Der 1040 kommt aus dem DDR-"Kombinat" Robotron, das in der Bundesrepublik eher als Hersteller des MDT-Systems "daro" denn als Großcomputerbauer bekannt ist.

Konfuse Restriktionspolitik

Norris kritisierte bei dieser Gelegenheit scharf die US-Exportpolitik: "Konfuse und übermäßig restriktive Maßnahmen wie sie derzeit für die Behandlung von Exportanträgen typisch sind, können die amerikanischen Hersteller um mögliche Auftrage in der Größenordnung von 5 Milliarden Mark bringen". Norris sieht noch Chancen für den Export von Peripherie: "Die Ostblockländer sind erfolgreicher in der Produktion von Zentraleinheiten als in der Herstellung hochwertiger Zusatzgeräte."

Ost-CPUs schon wettbewerbsfähig

Für den Export mittlerer und kleiner US-Computer hinter den eisernen Vorhang sieht Norris seit der Vorstellung des ESER-1040 keine interessanten Möglichkeiten mehr. "Wenn der geplante, leistungsfähigere ESER-1050 kommt" - so fügte er hinzu - "dann haben US-Hersteller im Osten höchstens noch mit ganz spezialisierten Großrechnern Verkaufsaussichten."

Obwohl Robotron-Direktor Fritz Wokurka in Washington erklärte, im Ostblock seien 1974 lediglich 50 Computersysteme der ESER-Serie gebaut worden, erklärte Norris, Technologie und Produktionskapazität reichten aus, daß die Comecon-Länder ihren Bedarf aus eigenen Quellen decken könnten.