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21.03.2006

CeBIT 2006 mit deutlichem Besucherrückgang

Trotz weniger Besuchern und stagnierender Ausstellerzahlen zeigten sich die CeBIT-Macher zufrieden mit dem Verlauf.
Seit Jahren kommen weniger Besucher zur CeBIT. Trotzdem ist die Stimmung gut.
Seit Jahren kommen weniger Besucher zur CeBIT. Trotzdem ist die Stimmung gut.

Enst Raue, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, sagte am Schlusstag der CeBIT 2006, "zum ersten Mal in der 20-jährigen Geschichte der CeBIT" seien "die Erwartungen der Aussteller übertroffen" worden. Der prognostizierte Aufschwung der ITK-Branche habe schon im Vorfeld der CeBIT für eine positive Stimmung gesorgt. Diese habe sich im Verlauf der Messe noch verstärkt. Raue sagte, Aussteller hätten Millionenaufträge buchen können, insgesamt seien in diesem Jahr 20 Prozent mehr Vertragsabschlüsse als im Vorjahr zustande gekommen.

Abwärtstrend ungebrochen

Nach den noch vorläufigen Ergebnissen fanden sich rund 450000 Besucher auf der CeBIT ein - damit setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Zahl der Aussteller, 6262 aus 71 Ländern, bewegte sich auf Vorjahresniveau (siehe Grafik).

Harald Stöber, Präsidiums-Mitglied des Branchenverbands Bitkom, zeigte sich ebenfalls wohl gestimmt. Die Aussteller seien mit dem Verlauf der CeBIT 2006 sehr zufrieden. "Die gute Stimmung war in den Messehallen mit den Händen zu greifen", sagte Stöber. "Hardwarehersteller, Softwareanbieter und Telkos haben sich in diesem Jahr mit Neuigkeiten gegenseitig überboten. Das hat der Messe einen kräftigen Schub gegeben", so der Bitkom-Mann.

Insbesondere die professionellen Anwender seien mit einer hohen Investitionsbereitschaft angereist. Positiv bewerteten die Aussteller zudem die neuen Themenschwerpunkte RFID, Verkehrstelematik oder E-Health sowie die große Internationalität der CeBIT. Aus 70 Ländern reisten 3305 ausländische Aussteller an, vergangenes Jahr hatten insgesamt 3300 Aussteller aus dem Ausland ihre Produkte präsentiert.

Raue ging auch auf Kritik am Konzept der Halle 27 ein, das unter dem Motto "Digital Living" stand. Besucher, die diesen Bereich betreten wollten, mussten entweder eine CeBIT-Eintrittskarte gelöst haben oder für den ausschließlichen Besuch der Halle 27 einen Obolus von zehn Euro entrichten. Raue sagte, dass von den 150000 registrierten Besuchern der Digital-Living-Veranstaltung 148000 eine CeBIT-Eintrittskarte gekauft hätten. "Das zeigt, dass die Besucher der CeBIT in hohem Maße Interesse auch an dem Konvergenzthema Digital Living gezeigt haben."

Sowohl Raue als auch Stöber sagten, dass die Veranstalter künftig das Thema Digital Living in die Gesamtmesse integrieren müssten. Stöber verwies darauf, dass Unternehmen wie Panasonic oder Samsung auf ihren Ständen sowohl professionelle IT-Anwendungen als auch Unterhaltungselektronikthemen demonstrierten. Digital Living müsse also künftig als integraler Bestandteil der CeBIT präsentiert werden.

Kritische Stimmen

Raue stimmte dem zu. Auch die Aussteller würden eine Integration der Themenwelten fordern. Allerdings betonte der Messeverantwortliche, die CeBIT werde immer eine B-to-B-Messe bleiben. Wenn man von dieser Ausrichtung abweiche, werde es der Hannoveraner Veranstaltung ergehen wie etwa 40 anderen Messen in der Welt, die alle aufgeben mussten. Raue sagte ferner, in Halle 27 adressiere die Messe nicht die Endverbraucher, sondern vielmehr den Handel, der mit dem Consumer-Thema befasst sei. Allerdings zeigte ein Rundgang durch diesen Messebereich, dass hier überwiegend Computerspiele gezeigt wurden. Dementsprechend handelte es sich bei den Besuchern auch zum großen Teil um Kinder und Jugendliche.

Zur CeBIT gab es jedoch auch kritische Stimmen. Beispielsweise zeigte sich die IBM wenig erfreut darüber, dass die Unterhaltungselektronik im Vordergrund zu stehen schien. IBM-Deutschland-Chef Johann Weihen hatte deshalb laut darüber nachgedacht, wie eine künftige Messebeteiligung von Big Blue ausfallen könnte. Auf Befragung präzisierte Firmensprecher Peter Gerdemann, die zunächst positive Einstellung gegenüber der CeBIT sei im Verlauf der Messe zunehmend ins Gegenteil umgeschlagen. Grund hierfür sei die Berichterstattung der Medien gewesen, die fast ausschließlich auf das Endkundenthema abzielte. Das lasse sich mit den Interessen der IBM nicht verbinden. Die Frage, ob IBM nun Hewlett-Packard nacheifern und der CeBIT fernbleiben wolle, beantwortete Gerdemann ausweichend. Man überdenke jedes Jahr das Messe-Konzept.

Die nächste CeBIT findet vom Donnerstag, den 15. März 2007, bis Mittwoch, den 21. März 2007, statt. (jm)