Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.12.1986 - 

Hannoveraner Messe-AG konzipiert die Hallenstruktur neu:

CeBIT '87 wird Telecom-Messe mit CIM-Alibi

MÜNCHEN/HANNOVER - Eine "neue Dimension auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft" meint die Messe-AG Hannover im zweiten Jahr ihres "Stand-alone-CeBIT" aufzeigen zu können. Die Halle 18 wird während beider Hannover-Messen mit zum Teil identischem Angebot geöffnet sein. Doch als Generalthema sehen die Hannoveraner die Telekommunikation.

Mit dem Schlagwort CIM wirbt die Ausstellungsleitung um die alte Kundschaft, die nach der Teilung der klassischen Hannover-Messe ihren Unmut geäußert hatte. Hauptthema aus Sicht der Messechefs bleibt allerdings, wie schon 1986, die Telekommunikation. Auch auf diesem Sektor ist von einer "neuen Dimension" die Rede. Das Messe-Marketing stellt diesen Industriezweig mit seinen 240 in Hannover angemeldeten Repräsentanten als Wachstumsbranche heraus. Entsprechend unterzogen die CeBIT-Manager den Langnamen der Ausstellung einer erneuten Schönheitsoperation: Einst hatte sich aus dem "Centrum der Büro- und Informations-Technik" das "Welt-Centrum der Büro-, Informations- und Kommunikations-Technik" entwikkelt; in der Variahte '87 nennt sich die März-Messe nun "Welt-Centrum Büro À Information ÀTelekommunikation".

Den so gehätschelten Telecommern steht also pünktlich ab Aschermittwoch 1987 der gesamte Trakt im Südwesten zur Verfügung, nämlich die Hallen 13, 16 und 17 mit ihren zusammen 22 000 Quadratmetern Netto-Ausstellungsfläche; sie haben damit noch mehr Platz als 1986. Im Gegensatz dazu drängen sich 170 Anbieter von CAD/CAM-Systemen und ClM-Konzepten gemeinsam mit Herstellern von BDE-Anlagen auf knapp dem halben Raum in der etwas abseits gelegenen Halle 18. Freilich bietet der neue Standort den Integrationstechnikern mehr Möglichkeiten als die über die Hallen 3 und 4 OG versprengten Stände, die sie im Vorjahr hatten. Trotz der entscheidend übersichtlicheren Raumaufteilung sehen viele Aussteller aber nicht jene "neue Dimension", die die Messe-AG feiert.

Im Unterschied zur Halle 1, die entgegen dem Wunsch vieler Besucher und auch einiger Aussteller während der Industriemesse geschlossen bleibt, ist die Halle 18 zu beiden Messeterminen zugänglich. Allerdings blieben angesichts strenger Definitionen, was ausgestellt werden darf und was nicht, nur 15 Aussteller übrig, die tatsächlich von dem Angebot Gebrauch machen, zweimal präsent zu sein. Nach Angaben der Messe-AG müssen die im zweiten Teil gezeigten Produkte "in einem Zusammenhang mit einer Ausstellung dieser Firmen in einer der Fachmessen stehen", während die Auflagen für CIM-Exponate im CeBIT nicht so streng gehandhabt würden.

Die Industriemesse, die am 1. April beginnt und ebenfalls eine Woche dauert, setzt sich aus sieben verschiedenen Fachmessen zusammen (siehe Kasten). Obwohl die Grenzen zwischen den Teilmessen fließend sind, entspricht die "Intermatic" am ehesten dem, was im CeBIT unter dem Oberbegriff CIM verkauft wird. Schauplatz dieser "Intermatic" wird die besagte Halle 18 sein.

Viele der betroffenen Aussteller stehen dem Auseinanderreißen der beiden Themenbereiche von CIM - nämlich Büro und Fabrik - nach wie vor kritisch gegenüber. "Sie können die industrielle Seite von der kommerziellen heute nicht mehr trennen", bringt Marlo Thompson von Data General die Sache auf den Punkt. Ihr Unternehmen ist nur im CeBIT vertreten; für die Halle 18/Industrie kam DG auf die Warteliste. Man könne den Anwendern nicht sagen: "Kommen Sie in vier Wochen wieder, da finden Sie unsere Lösung im CIM-Bereich!"

Was die Messegäste im nächsten Jahr im CeBIT ohne weiteres finden können, sind die Softwarehäuser und Unternehmensberatungen. Sie sind neuerdings unter sich - in der Halle 3, also direkt gegenüber von Halle 1. Der Bereich Mikrocomputer wurde hallenmäßig mit der Telecom-Branche vertauscht und befindet sich jetzt in den Gebäuden 5 bis 7 sowie 14; erstmals werden hier die PC-Hardware und die Anwendungen in gemeinsamen Räumen vorgeführt. Freilich führt die Entwirrung nicht dazu, daß sich die Halle 1 gänzlich "PC-clean" darbietet.

Eine Schlappe besonderer Art mußte die Messe-AG übrigens bei ihrer Besucherstatistik einstecken. Denn die Zahl der Menschen, die das diesjährige CeBIT frequentiert haben sollen, wird immer kleiner. War bei Messeschluß von 350 000 Personen die Rede, schrumpfte die Angabe bis zum offiziellen Abschlußbericht auf 341 000. In den jetzt vorgelegten FKM-kontrollierten Unterlagen sind davon 334 000 übriggeblieben. Auch die Vorjahreszahl, seinerzeit großzügig auf 300 000 gerundet, wurde inzwischen korrigiert - auf 293 000.

Die japanischen Aussteller haben eingesehen, daß ihre Mammutstände - 1986 im Durchschnitt über 100 Quadratmeter groß - auch mit fast einem Viertel weniger Fläche noch groß genug sind. Damit wurde Platz frei für weitere Aussteller sowie für Aktivitäten anderer Art. Nun belegen 48 Japaner ein Areal, das mit 3700 Quadratmetern dem von immerhin 130 US-Unternehmen entspricht.

Nur die deutsche Industrie bleibt ihrem oft bespöttelten Hang zum Gigantismus treu. Das statistische Mittel eines bundesrepublikanischen Stands - deutsche Unternehmen wie die IBM GmbH mitgerechnet - liegt in Hannover 1987 bei stattlichen 116 Quadratmetern. Die ausländischen Gäste - Japaner einkalkuliert - leisten sich im Schnitt nicht einmal die halbe Größe, nämlich 48 Quadratmeter.

Damit sich auf der 20 Hektar Nettofläche niemand verläuft, was angesichts der stark bereinigten Hallenstruktur ohnehin schwieriger geworden ist, hat die Messe-AG ihr elektronisches Besucherinformationssystem (EBI) einer intensiven Überarbeitung unterzogen. Der Anwender soll demnächst nur noch angeben müssen, für welche Problemstellung er eine DV-Lösung sucht, um prompt eine Liste aller entsprechenden Anbieter zu erhalten. Die Reihenfolge der Stände in dieser Aufstellung soll sogar vom Standort des Abfrageterminals aus optimiert werden, damit sich der CeBIT-Gast nicht die Füße wundläuft.