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Hannover-Messe zeigt Geltungsbedürfnis in Sachen Telekommunikation

CeBIT '88: Aussteller sollen sich bescheiden

11.12.1987

MÜNCHEN (dow) - Gegen den Trend zu gigantischen Messepräsentationen der Unternehmen sprach sich Hubert Lange, Vorsitzender der Deutschen Messe- und Ausstellungs-AG Hannover aus. "Die Aussteller sollten sich eher bescheiden, was die Größe der Flächen betrifft", appelliert er an seine Kundschaft im Hinblick auf die nächste CeBIT im Frühjahr 1988. Vorschriften machen wollen die Messemacher aus der Leinestadt ihrer Kundschaft jedoch nicht.

Dem entgegen stehen auch eigene Wachstumswünsche, besonders im Bereich der Telekommunikation. Ausdrücklich wies Lange aber darauf hin, daß die Messegesellschaft Firmen nicht daran hindere, ihre Ausstellungsfläche zu verkleinern. Freiwerdende Flächen könnten ohne Probleme weitervermietet werden. Die Zahl der Aussteller, besonders aus den asiatischen Ländern, würde immer noch ansteigen. Von den insgesamt rund 2300 vorliegenden Anmeldungen für die CeBIT '88 kommen rund 870 aus dem Ausland. Als Folge der vorgesehenen Liberalisierung des Fernmeldewesen 1988 hoffen die Hannoveraner Messemacher in den nächsten Jahren auch auf eine stärkere Beteiligung internationaler Telekommunikationsanbieter.

Starker Wunsch der Niedersachsen ist es, dem CeBIT als Konkurrenzveranstaltung zur alle vier Jahre in Genf stattfindenden Telecom Geltung zu verschaffen. Lange sieht die besonderen Chancen des CeBIT darin, alljährlich das Zusammenwachsen der Rechner mit Netzen demonstrieren zu können. Zum CeBIT '88 kommt jedoch erst ein Viertel der 270 Aussteller im Bereich Telekommunikation aus dem Ausland. Neben der Deutschen Bundespost als wichtigstem Aussteller der vergangenen Jahre werden unter anderen AT&T, Bell, Northern Telecom, NTT die niederländische und die schwedische Post vertreten sein.

Die "C-Problematik", die Teilung in CAD/CAM- und Bürobereich, wollen die Messestrategen mit bereits aus den vergangenen Jahren bekannten Ratschlägen lösen: Wenn ein Aussteller meine, seine Anwesenheit sei sowohl beim CeBIT als auch bei der Industrie-Messe erforderlich, sei er auf beiden Veranstaltungen willkommen. Entscheidungshilfe gibt lediglich der Hinweis der Messe-AG, daß im CeBIT allgemeinere und während der Industrie-Messe spezielle Lösungen gezeigt werden sollten.

Den Widerspruch zwischen der immer deutlicher werdenden Integration von Computeranwendungen in der Praxis und der Politik von Messegesellschaften, zugunsten von Besucherzuwächsen die Bereiche Büro und Fertigung zu trennen, kritisierte auch Klaus Luft, Vorsitzender der Nixdorf Computer AG.

"Wir sind aus dem Zeitalter heraus, in dem es hieß, Teilnahme ist alles", formuliert ein Messeplaner von Nixdorf den Standpunkt des Unternehmens. Die Kritik des Vorsitzenden an den Messegesellschaften kurzfristig in die Tat umzusetzen, sei jedoch schwierig, ist es dem Unternehmen zu hören. Auch das Paderborner Computerhaus ist an die für eine Dauer von vier Jahren geschlossenen Verträge über Standflächen mit der Deutschen Messe- und Ausstellungs-AG gebunden. Wie im vergangenen CeBIT wird Nixdorf also auch 1988 mit acht Ständen in Hannover vertreten sein. Der Nutzen eines zusätzlichen Engagements auf den Ständen von Kunden und auf Sonderschauen werde derzeit jedoch intern stark diskutiert, erklären Messeplaner des Hauses Nixdorf. Mehr "Produktivität von einer Messeteilnahme" versprechen sich die Nixdorfer Marketingstrategen von einer stärkeren Betreuung ihrer Besucher.