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12.03.1999 - 

CeBIT '99 Messe-Rundgang: Acht-Wege-Systeme

CeBIT '99 Messe-Rundgang: Acht-Wege-Systeme Intel-Server erreichen Midrange-Niveau

MÜNCHEN (CW) - Intel-basierte Multiprozessor-Server schließen dank neuer Acht-Wege-Technologien zu Midrange-Systemen auf. Alle namhaften Server-Hersteller werden Prototypen oder serienreife Modelle ihrer x86-Server-Boliden in Hannover vorführen.

Compaq will auf dem Messestand 4h2 in der Halle 1 eine ganze Reihe der neuen Rechner mit acht Intel-CPUs vorführen. Die Messeplanung des Herstellers sieht einen großen Server-Park in 19- Zoll-Racks vor. Die gezeigten Acht-Wege-Server "Proliant 7000 8P" und "Proliant 6500 8P" arbeiten unter NT, SCO Unix Netware oder Suse Linux 6.0 und sollen ihren Leistungsdrang unter SAP, Oracle sowie einer großen Multimedia-Show unter Beweis stellen. Um den Geschwindigkeitszuwachs zu verdeutlichen, will der Hersteller jedem mit acht Prozessoren ausgebauten Vorführrechner ein Vier- Wege-System mit gleicher Software gegenüberstellen.

Compaq möchte einen der Server mit acht der neuen Intel- Prozessoren Pentium-III-Xeon zeigen. Die Texaner setzen bei ihren Systemen das Acht-Wege-Chipset "Profusion" in Verbindung mit Intels erweitertem Speicher-Controller PSE-36 ein. Compaq hatte mit Corollary an der Entwicklung von Profusion zusammengearbeitet, bevor das Unternehmen 1997 von Intel übernommen wurde.

Auch Siemens will die "Primergy 870-80"-Systeme sowohl in Halle 1 auf dem Stand 5e2 als auch in Halle 13, Stand D36 (einen Hallenplan finden Sie auf Seite 124), vorführen. Die Demogeräte sollen ebenfalls mit den neuen Pentium-III-Xeon-CPUs bestückt werden. Siemens gehört zu den Herstellern, die Profusion verschmähen und eine eigene Acht-Wege-Technologie verwenden. Die Münchner setzen im Prinzip zwei herkömmliche Vier-Wege-Chipsätze ein und verbinden deren Operationen mit einem eigenen Speicher- Controller und einem gemeinsam genutzten Cache-Speicher (Third- Level-Cache). Nach Herstellerangaben soll diese Methode der Corollary-Technik ebenbürtig sein. Als Vorteil gibt Siemens an, daß es dank der eigenen Chips möglich sei, bereits ausgelieferte Vier-Wege-Server mit einer Zusatzplatine auf acht Prozessoren aufzurüsten.

Die Ausstellungsgeräte sollen mit Seitenwänden aus Plexiglas präsentiert werden und somit den Besuchern ein freies Blickfeld auf das Innenleben bieten. Siemens kündigt an, die Systeme ab Juli ausliefern zu können.

Auch Bull verzichtet auf Profusion und setzt bei den Acht-Wege- Servern auf ein eigenes Chipset. Der "Express 5800 HV8600", ausgestellt in Halle 2, Stand C18, arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip wie Siemens Primergy 870-80. Auch hier kommunizieren zwei Vier-Wege-Architekturen über einen Third-Level-Cache. Dieser spezielle Chipsatz "Aqua 2" wurde von NEC entwickelt. Der Vorläufer kam bereits in Pentium-Pro-Systemen der Bull-Tochter Zenith zum Einsatz, die auch die neuen Systeme fertigt. Laut Bull müsse man dank der eigenen Architektur nicht auf die Verfügbarkeit der Intel-Chips warten und könne die Systeme bereits ab der Messe liefern. Bull will das System ohne Applikation und nur mit dem Betriebssystem Windows NT demonstrieren. Als Prozessoren sollen Pentium-III-Xeons verwendet werden.

IBM hat sein Acht-Wege-System nicht ganz so schnell parat wie die Mitbewerber. Zwar soll auf dem Big-Blue-Messestand 4g2 in Halle 1 ein von acht Pentium-II-Xeon-Prozessoren angetriebener Netfinity- Server mit Profusion-Chipsatz stehen, doch Name und Liefertermin des Servers stehen noch nicht fest. Die Armonker gehen davon aus, daß die Systeme erst ab dem dritten Quartal in Serie gefertigt werden können.

Ebenfalls in Halle 1 auf dem Stand 7i2 zeigt Hewlett-Packard eine Acht-Wege-Lösung. Ursprünglich wollte HP die von Axil entwickelte Architektur "Adaptive Memory Crossbar Concept" (AMX) verwenden. Diese erwies sich laut Firmenangaben jedoch als nicht skalierbar genug, so daß man mit den neuen Produkten auf die Kombination aus Profusion und PSE-36 setzt. Der Netserver LXr 8500 soll in einem heterogenen Server-Zentrum gezeigt werden. HP will die Integration der verschiedenen Plattformen mit HP-UX und NT auf dem Messestand in den Vordergrund stellen. Der LXr 8500 wird dabei als Oracle- Datenbank fungieren. Besucher sollen Abfragen auf eine Datenbank formulieren können und im Oracle-Taskmanager beobachten, ob und wie sich die Datenbankoperationen über die acht Prozessoren skalieren.

Vorführung unter SAP R/3

Ähnlich produktiv will Unisys den "Aquanta ES 2000" auf dem Messestand 7f6 ebenfalls in Halle 1 präsentieren. Der Acht-Wege- Server soll in einem Rackmount-System als SAP-R/3-Server seinen Dienst verrichten.

Der Hersteller will das Demo-Gerät noch mit Pentium-II-Xeon- Prozessoren ausstatten. Unisys verwendet eine eigene Acht-Wege- Technik, die sich an das hauseigene Celular-Multi-Processing- System (CMP) anlehnt. Genaue Details über die Acht-Wege- Implementierung will Unisys aber noch nicht bekanntgeben. CMP soll es ermöglichen, Server mit bis zu 32 Intel-CPUs auszurüsten.

Bei den konkreten Preisangaben der Systeme halten sich alle Hersteller noch etwas bedeckt. Wer sich für ein Acht-Wege-System interessiert, muß mit Summen zwischen etwa 50000 Mark für Einsteigermodelle bis hin zu 300000 Mark für voll ausgerüstete Server rechnen.

Firmen wie Dell, ALR/Gateway und Data General wollen zwar auch in Kürze Acht-Wege-Systeme, durch die Bank mit Profusion-Technik, vertreiben, können nach aktuellem Informationsstand jedoch noch kein System auf der Messe vorführen.