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CeBIT '99 Messe-Rundgang: Online-Business-Lösungen

CeBIT '99 Messe-Rundgang: Online-Business-Lösungen Web-Shopping-Systeme bahnen den Weg ins virtuelle Einkaufsland

12.03.1999
Der Kaufrausch der Deutschen im Internet hielt sich bisher in Grenzen. Trotzdem gehört dem Online-Business die Zukunft. An Produkten, einen Internet-Shop einzurichten, mangelt es jedenfalls nicht. Web-Shopping-Systeme werden, wie der virtuelle Streifzug über die CeBIT zeigt (Hallenplan Seite 124), in allen denkbaren Varianten angeboten.

Mit der Zurückhaltung in Sachen Online-Shopping soll es 1999 endlich vorbei sein - zumindest wenn es nach dem Willen des Verbands der deutschen Internet-Wirtschaft, Electronic Commerce Forum e.V. geht. Unter dem Motto "Electronic Commerce - jetzt geht''s richtig los" stellt die Organisation auf der CeBIT ''99 die jüngsten Erhebungen über den deutschen Internet-Markt vor. Doch soviel ist schon bekannt: Nachdem 1998 in Deutschland erstmals die Marke von einer Milliarde Mark Umsatzvolumen via Internet-Trade deutlich überschritten wurde, erwartet der Verband für 1999 über fünf Milliarden Mark.

Vor allem die Anbieter von Online-Shopping-Systemen wird diese Entwicklung freuen. Denn dem recht ansehnlichen Angebot von Lösungen stand bislang eine eher zurückhaltende Nachfrage gegenüber. Besonders kleine und mittelständische Firmen haben ein gehöriges Nachholpotential, sind sie doch im Vergleich zu Großfirmen bei E-Commerce-Aktivitäten stark unterrepräsentiert. Dabei könnten sie vom Medium Internet besonders profitieren. Der mögliche Vorteil: Produkte lassen sich mit Shopping-Systemen nicht nur im Netz präsentieren, sondern auch weltweit verkaufen - für kleinere Firmen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, um neue Absatzmärkte zu erschließen. Viele Shopping-Anbieter haben deshalb ihre Produktpalette auf die mittelständische Klientel zugeschnitten. Mit einfacher Bedienung, dem Verzicht auf Programmier- oder HTML-Kenntnisse, hoher Funktionalität und schlanken Preisen soll der Appetit auf E-Commerce geweckt werden.

Neben den Softwareherstellern haben vor allem auch Dienstleister diese Klientel mit E-Commerce-Rundum-Services im Visier. Ein Beispiel dafür ist der Service-Provider Siemens Business Services, der keine fertigen Online-Shopping-Programme anbietet (Halle 1, Stand 5E2). Das Unternehmen versteht sich vielmehr als Dienstleister für die Realisierung von E-Shopping-Systemen in unterschiedlichen Bereichen. Am Stand werden einige Anwendungsbeispiele vorgestellt, darunter der Sanitärgroßhandel Thiele & Fendel mit einem Angebot von über 800000 Produkten. Mit dem Internet-Bestellsystem können Fachkunden - Händler und Handwerker - online bestellen, für Konsumenten soll dies in der nächsten Ausbaustufe möglich sein. Das Online-Bestellsystem ist in die bestehende DV-Landschaft von Thiele & Fendel integriert und an das Warenwirtschafts- system angebunden. Ein weiterer Schwerpunkt der E-Commerce-Aktivitäten von Siemens sind Lösungen von Geschäftskunden für Geschäftskunden.

Broadvisions Lösung "One-To-One" - bei Banken, im Verkauf, Self- Service und Informationflow-Management eingesetzt - kann am Stand von Hewlett-Packard unter die Lupe genommen werden (Halle 1, Stand 7i2). Mit der Software lassen sich komplette Geschäftsprozesse auf Internet- oder Intranet-Basis generieren und als Erweiterung von Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten nutzen. Durch vorgefertigte One-to-One-Applikationen für die Bereiche Finanzwesen, E-Commerce und Knowledge-Management ist die eigene Internet-Präsenz realisierbar, ohne auf Software-Entwickler für die Pflege und Aktualisierung angewiesen zu sein.

Wer kennt nicht die E-Business-Werbung von IBM aus dem Fernsehen. Um einmal hinter die Fassade dieses Commercials zu blicken, bietet sich die CeBIT an. Eine der von IBM gezeigten Einkaufslösungen in Hannover wird der "Home Page Creator" sein (Halle 2, Stand D28). Mit dem Programm, das nun in deutscher Version vorliegt, lassen sich ebenfalls Internet-Shops eröffnen. "Web Site Hosting", ein Tool zur Erstellung von Web-Sites, sowie die Option, Kreditkartentransaktionen abzuwickeln, machen den Homepage Creator besonders für kleine und mittlere Unternehmen interessant. Dabei ist das Programm nicht auf einfache Informationsangebote beschränkt: Dank Java-Schnittstelle können auch komplexe Verkaufslösungen mit sicherer Auftragsabwicklung, einem elektronischen Katalog mit bis zu 500 Produkten und flexiblen Optionen in bezug auf Speicherkapazitäten und monatliche Datentransferraten erstellt werden. Weder HTML- noch Programmierkenntnisse sind erforderlich.

Darüber hinaus präsentiert IBM verschiedene Anwendungsszenarien für E-Business. Am Beispiel des schwedischen Delikatessenhändlers Cedlerts Fisk wird das Online-Shopping mittels einer Lösung auf Basis des Standards Secure Electronic Transactions (SET) vorgeführt. In diesem Fall wird die Sicherheit der Transaktionen laut IBM durch den Austausch digitaler Zertifikate gewährleistet. Der Online-Shop basiert auf der Produktfamilie "Netcommerce" und ermöglicht die Einbindung bestehender Systeme.

Für Banken und deren Kunden demonstriert der Anbieter Fiducia - eine IBM-Tochter - am selben Stand unter dem Markennamen "Shopping Hall" verschiedene Online-Shops und Katalogsysteme mit unterschiedlichen Zahlungsvarianten - sei es, um Wein direkt vom Winzer zu beziehen, oder eine Online-Beratung über Kapitalanlageprodukte in Anspruch zu nehmen. Neben der Darstellung des Produktsortiments mit IBM Netcommerce ist die elektronische Weitergabe des Auftrags an ein Warenwirtschaftssystem wie SAP R/3 ein weiterer Schwerpunkt. Alle Angebote gewährleisten den sicheren Zahlungsverkehr unter anderem durch die Nutzung des Sicherheitsstandards SET.

Stichwort Sicherheit: Ein sensibles Thema beim Online-Shopping ist immer noch das Bezahlen. Derzeit bietet der SET-Standard nach Ansicht von Experten das höchste Sicherheitsniveau für den Zahlungsverkehr im Internet. Von daher ist mit einer wachsenden Nachfrage nach Shopping-Systemen auf Basis des SET-Verfahrens zu rechnen.

Asknet, Karlsruhe (Halle 2, Stand D28), zeigt als einziger IBM- Business-Partner auf der diesjährigen CeBIT ein Dienstleistungspaket für das sichere Bezahlen im Internet auf SET- basierten Web-Shopping-Anwendungen. Die Plattform bilden Standard- Shopping-Systeme wie IBMs Net.Commerce sowie der Payment-Server "eTill". Anhand des "Asknet Softwarehouse", einem Online- Vertriebssystem für den Kauf und elektronischen Abruf von Software, demonstriert das Unternehmen außerdem die Integration von Standard-Shopping-Systemen in spezifische Systemumgebungen.

Schlüsselfertige EDI-Komplettlösung

Mit "ediGO" stellt Retarus Network Services, Höhenkirchen, ebenfalls auf dem IBM-Stand ein neues Starter-Kit für den Electronic Data Interchange (EDI) vor. Das Paket umfaßt eine EDI- Komplettlösung, die Hardware, Software und Installation sowie die Einrichtung von zwei Nachrichtentypen und eines EDI-Partners beinhaltet. Konzipiert ist das modulare Paket einerseits für Unternehmen, die kurzfristig in die Welt des Electronic Data Interchange einsteigen wollen und den hohen Aufwand und die komplexe Kostenstruktur bei der EDI-Implementierung scheuen; andererseits aber auch für Unternehmen, die bereits EDI betreiben und für ihre neuen, potentiellen Partner eine komplette Einstiegslösung für EDI/Edifact suchen. Daneben bietet Retarus mit Retarus Mail Exchange (RMX) ein Paket, das Unternehmen bei Bedarf die gesamte Infrastruktur für den weltweiten Versand und Empfang von E-Mails über das Internet zur Verfügung stellt.

Tool zur Erstellung von Web-Katalogen

Ein sehr spezielles E-Commerce-Szenario hat die Webcat Solutions GmbH (Halle 4, Stand G52) im Angebot. Webcat ist ein Werkzeug, das die Erstellung von Offline- und Online-Katalogen - einschließlich Such- und Bestellsystemen - erlaubt. Mit Webcat kreierte Kataloge lassen sich laut Anbieter ohne aufwendige Anpassungen in Intranet und Internet nutzen. Darüber hinaus können sie als Anwendung auf CD-ROM publiziert sowie als einfache Papierversion ausgedruckt werden. Die Lösung kann an vorhandene Datenbank- oder Warenwirtschaftssysteme angebunden werden. Das auf der CeBIT vorgestellte Release 2.04 beinhaltet mehrere neue Features: Zum einen Module zur automatisierten Erstellung von dynamischen, Browser-basierten elektronischen Teilekatalogen aus digital gestalteten technischen Zeichnungen und Dokumentationen, zum anderen ein Tool zur automatisierten Umsetzung von technischen Produktinformationen auf Papier in elektronische Teilekataloge. Speziell für Business-to-Business-Anwendungen bei Einkaufs- und Herstellerverbänden oder Communities im Internet sollen die neuen Features zum Zugangsschutz, zur nutzerabhängigen Interaktion zwischen den Mitgliedsunternehmen und die erweiterte Suchfunktionalität dienen. Die Euro-Umrechnung und Mehrwährungsfähigkeit sind bereits seit Jahresbeginn verfügbar.

Navision Software (Halle 5, Stand A15) bietet mit "Navision" und "Navision Financials" betriebswirtschaftliche Komplettlösungen. Die Software-Architektur umfaßt Basisapplikationen, die um branchenübergreifende Zusatzmodule sowie mehr als 100 Branchenapplikationen ergänzt werden können. Die individuelle Anpassung durch objektorientierte Programmierung entspricht dabei laut Hersteller speziell dem Bedarf mittelständischer Unternehmen. In Deutschland setzen derzeit rund 3900 Anwender Navision ein, weltweit sind es 33 000 Unternehmen aller Branchen, darunter Adidas, Diners und Bosch. Zukünftig können die Kunden des Hamburger Softwarehauses frei wählen, ob sie auf den Navision Financials Server oder Microsofts SQL Server 7.0 aufsetzen möchten. Für die Migration von einer Plattform auf die andere stellt der Softwarehersteller auf Wunsch Tools bereit.

"Hipec" von der Axcent GmbH, Paderborn (Halle 6, Stand D18), verknüpft die betriebswirtschaftliche Standardsoftware "Office Line" von Sage KHK mit dem Shop-System "Site Server Commerce Edition 3.0" von Microsoft.

Zur CeBIT stellt der Anbieter auch für die Electronic-Commerce- Software "Merchant Edition" von Intershop eine Schnittstelle zu Hipec vor. Über das Interface liefert die Office-Line- Warenwirtschaft dem Internet-Shop aktuell alle relevanten Daten - ohne manuellen Im- oder Export. Stammdaten werden nur einmal angelegt und gepflegt. Außer Preisen und Kundendaten stehen dem Web-Shop aber auch zusätzliche Informationen wie Bilder, Produktbeschreibungen und die kundenspezifische Preisfindung der Office Line zur Verfügung. Umgekehrt werden Bestellungen per Internet direkt in die Auftragsabwicklung integriert. Die neue Schnittstelle zum Intershop-System wurde vom Sage KHK Solution Center und dem Multimedia-Spezialisten Axcent in enger Zusammenarbeit mit Intershop entwickelt.

Die Jenaer Intershop (Halle 6, Stand D18) ist ebenfalls auf der CeBIT vertreten. Mehr als 20 Partner präsentieren am Stand Intershop-Lösungen. Im Mittelpunkt steht natürlich die E-Business- Software "Intershop 3". Neben der "Merchant Edition" (der Softwarelösung für den einzelnen Laden im Internet), der "Hosting Edition" (Errichtung und Betreiben komplexer Einkaufszentren) und der "Developer Edition" (Softwarelösung für größere Internet- Service-Provider und TK-Unternehmen) soll der Fokus vor allem auf der "Enterprise-Version" liegen. Die Speziallösung für Großkunden unterstützt alle Shopping-Standardfunktionen und eine Reihe von Erweiterungen. Vorgestellt werden dabei insbesondere die verbesserte Benutzeroberfäche sowie die neue Cartridge für R/3.

Offline-Pflege des Online-Shops

Beans Industry aus dem bayerischen Weilheim (Halle 6, Stand D48) bietet nun bei "Cappuccino" neben der bekannten Java-Applet- Oberfläche endlich auch einen HTML-Client an. Er soll auf der CeBIT erstmalig vorgeführt werden. In der Vergangenheit wurde die Java-Oberfläche oft als zu langsam kritisiert. Der Kunde arbeitet nun nicht mehr unter Java-Applets, sondern unter frei erstellbaren HTML-Dokumenten. Der HTML-Client ermöglicht die vollständige grafische Konfiguration des Front-ends. So läßt sich etwa das Farblayout über HTML-Tags der Seite, in die es eingebettet ist, spezifizieren. Daneben unterstützt Cappuccino jetzt Produktvarianten wie Größe oder Farbe. Artikel wie zum Beispiel Software und Bilder können nach Bezahlung geladen werden. Um Zeit- und Transferkosten zu sparen, ist jetzt auch Remote SQL möglich, so daß der Online-Shop auch Offline gepflegt werden kann.

Mit einem Online-Ticket-System wartet schließlich Xlink auf (Halle 6, Stand B19). Das Karlsruher Internet-Systemhaus entwickelt auf Basis des Shopping-Systems Catlog der gleichnamigen dänischen Firma Web-Shopping-Anwendungen. Aktuell stellt Xlink ein Ticketsystem vor, mit dem im Internet Karten für Fußballveranstaltungen bestellt werden können (www.fussball- ticket.de). Der Käufer wählt seine Sitzplätze aus den noch verfügbaren aus. Die Bezahlung erfolgt per Lastschrift mittels eines speziellen Internet-Ticket-Keys (Kundennummer und PIN) oder per Online-Kreditkartenbezahlung mit dem Standardprotokoll SET. Pilotkunde ist der VfB Stuttgart.