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12.03.1999 - 

CeBIT '99 Messe-Rundgang Ultra-Light-Geräte

CeBIT '99 Messe-Rundgang Ultra-Light-Geräte Die neue Leichtigkeit des Notebooks

MÜNCHEN (CW) - Die großen schweren Notebook-Kisten, die bleischwer an der Schulter des Anwenders hängen, haben ausgedient. Wer viel unterwegs ist, setzt andere Prioritäten. Dünn und vor allem leicht müssen sie sein, die Ultra-Light-Notebooks der neuesten Generation.

Der Urvater aller Ultra-Light-Notebooks, mit dem strenggenommen vor etwa zwei Jahren alles begann, ist nach wie vor im Programm. Das "Libretto" von Toshiba (Halle 1, Stand 6H2 und Halle 13, Stand D58; einen Hallenplan finden Sie auf Seite 124), von seinen Abmessungen fast schon ein Grenzfall zwischen Notebook und Handheld-PC, bleibt laut Aussage von Tanya Quijano, Sprecherin bei Toshiba, auch nach zwei Jahren noch ein wichtiger Eckpfeiler im Produktportfolio des japanischen PC-Herstellers. Mit einer Standfläche von 23 mal 13 Zentimetern braucht das Libretto weniger Platz als ein DIN-A5-Blatt, und bei einem Gewicht von etwa einem Kilogramm gehört der Minirechner zu den absoluten Leichtgewichten.

Ende letzten Jahres hat Toshiba seinem Kleinsten eine Leistungsspritze verpaßt. Der Klassiker unter den Ultra-Light- Notebooks rechnet jetzt mit einem auf 233 Megahertz getakteten Intel-Pentium-MMX-Prozessor. Das Thin-Film-Transistor-(TFT- )Display mit einer Diagonalen von 7,1 Zoll schafft eine Auflösung von 800 mal 480 Bildpunkten. Diese breite 16:9-Auflösung konnte sich auf dem Markt jedoch nicht so recht durchsetzen. Das Libretto bleibt unter den leichten Mobilrechnern das einzige Gerät, das diese Display-Spezifikation unterstützt. Für die neueste Version empfiehlt Toshiba einen Verkaufspreis von 4500 Mark.

Die etwas größere Variante der Ultra-Light-Notebooks braucht etwa die Standfläche eines DIN-A4-Blattes und besitzt eine Höhe zwischen zwei und drei Zentimetern sowie ein Gewicht zwischen einem und zwei Kilogramm. Diese DIN-A4-Größenliga bildet die Verbindung zwischen den herkömmlichen Notebooks und den DIN-A5- Minis.

Die beiden neuen Modelle der "Portégé"-Reihe von Toshiba, das "3020CT" und das "7020CT", präsentieren sich im silber-anthrazit- glänzenden Magnesiumgehäuse. Fast alle Hersteller von Ultra-Light- Notebooks verwenden Magnesium bei der Produktion der Gehäuse. Einmal soll das Material die Stabilität der Geräte verbessern, und zum zweiten spart das Leichtmetall deutlich am Gewicht der Geräte. So bringen das 3020CT 1,4 und das 7020CT 1,9 Kilogramm auf die Waage. Bei seinem Flaggschiff, dem Portégé 7020CT setzt Toshiba auf einen Pentium-II-Prozessor mit 366 Megahertz von Intel, den momentan schnellsten Mobilchip der Prozessorschmiede aus Santa Clara. Das Modell 3020CT hat Toshiba mit einem Pentium-MMX- Prozessor mit 300 Megahertz Taktrate ausgestattet. Bei den Abmessungen ist das 7020CT mit 30 mal 24 Zentimetern und einer Dicke von 25 Millimetern einen Tick größer als der kleinere Bruder, der eine Standfläche von 26 mal 22 Zentimetern braucht und knapp 20 Millimeter dick ist. Dafür muß sich der Anwender beim 3020CT auch mit einem 10,4 Zoll großen Display begnügen, während das 7020CT eine 13,3 Zoll große Anzeige mitbringt.

Die CPU teilt die Masse der Ultra-Light-Notebooks in zwei verschiedene Klassen. An der Spitze stehen im Augenblick die Pentium-II-Chips von Intel (Halle 13, Stand C31), die in den High- end-Geräten mit Taktraten zwischen 266 und 366 Megahertz arbeiten. In der günstigeren Preisklasse verrichten meist Intels Pentium- MMX-CPUs mit Taktraten von 233, 266 oder 300 Megahertz die Rechenarbeit. Die neuen mobilen Celeron-Prozessoren, die Intel Ende Januar mit Taktfrequenzen zwischen 266 und 333 Megahertz herausgebracht hat, haben bislang noch keinen Weg in die Ultra- Light-Klasse gefunden. Mobilprozessoren von AMD (Halle 13, Stand D08), die von den Notebook-Herstellern allgemein etwas stiefmütterlich behandelt werden, sind im Segment der Ultra-Light- Geräte ebenfalls nicht gefragt.

Der japanische Notebook-Hersteller Toshiba konnte laut Dataquest bislang seine Spitzenposition im deutschen Mobilrechnermarkt behaupten. Im dritten Quartal 1998 verbuchte das Unternehmen 18,8 Prozent der insgesamt 202304 in Deutschland verkauften Notebooks auf seinem Konto. Den zweiten Platz im deutschen Notebook-Ranking nahm im letzten Jahr Compaq mit 14 Prozent ein.

Das texanische Computerunternehmen Compaq (Halle 1, Stand 4h2/Halle 13, Stand C08) hat mit dem Modell "Armada 3500" ebenfalls ein Light-Gerät in seiner Produktpalette. Der DIN A4 große Mobilrechner schlägt mit knapp zwei Kilogramm zu Buche. Die 3500er Reihe arbeitet mit Pentium-II-Prozessoren bis zu einer Taktrate von 366 Megahertz. Auf der Festplatte finden 6,4 GB Daten Platz. Die Geräte sollen laut Hersteller ab 6500 Mark kosten. Beim TFT-Display kann der Kunde zwischen einer 12,1 Zoll und einer 13,3 Zoll großen Bilddiagonale wählen.

Passive Double-Super-Twisted-Nematic-(DSTN-)Displays, die das Bild nur langsam und träge aufbauen können, sind aus dem Notebook-Markt praktisch verschwunden. Standard sind mittlerweile aktive Thin- Film-Transistor-(TFT-)Displays. Dieser Bildschirmtyp liefert eine leuchtendere und kontrastreichere Anzeige. Manche Hersteller sind inzwischen dazu übergegangen, Touchscreens, die bei den Handheld- PCs Standard sind, in ihre Geräte einzubauen.

So stattet Fujitsu (Halle 1, Stand 5g8) die neueste Version "B112" seines "Biblo Lifebook" mit einem Touchscreen aus. Das Gerät, das etwa das Format von Toshibas Libretto besitzt, benötigt eine etwa DIN A5 große Standfläche und ist knappe drei Zentimeter hoch. Die Waage zeigt 1,1 Kilogramm für den Mini-Rechner an. Das Gerät arbeitet mit einem auf 233 getakteten Pentium-MMX-Prozessor von Intel. Standardmäßig ist das B112 mit 32 MB Hauptspeicher und einer 3,2 GB großen Festplatte ausgerüstet. Außerdem liefert der Hersteller seinen Minirechner mit einem eingebauten 56K-Modem aus. Während ein externes Floppy-Laufwerk im Lieferumfang inbegriffen ist, muß ein optional erhältliches CD-ROM-, DVD- oder Superdisk- 120-Laufwerk über eine spezielle Dockingstation angeschlossen werden. Ein Port-Replikator bietet Anschlüsse für eine externe Tastatur und einen externen Monitor. Das TFT-Touchscreen-Display besitzt eine Bildschirmdiagonale von 8,4 Zoll und schafft eine Bildschirmauflösung von 800 mal 600 Bildpunkten.

Vorteil bei den Kleinsten der Kleinen, wie dem Biblo oder dem Libretto: Da sie mit herkömmlichen MMX-CPUs arbeiten und kleinere Displays besitzen, verbrauchen die Geräte auch weniger Strom. Die Betriebsdauer des B112 liegt laut Hersteller bei etwa vier Stunden und läßt sich mit einem optional erhältlichen zweiten Akku auf bis zu sieben Stunden ausdehnen. Auch Toshibas Libretto hält bis zu vier Stunden ohne Steckdose durch. Da können die stärkeren Modelle mit Pentium-II-Chips und größeren Displays, die mehr Strom fressen, nicht mithalten. Sie kommen meist nur auf eine Laufzeit von zwei bis drei Stunden.

So auch das "L460", ein weiteres Notebook aus der Lifebook-Reihe von Fujitsu. Wie Toshiba hat auch Fujitsu neben dem ganz kleinen Mobilrechner einen größeren Bruder im Angebot. Das Lifebook L460 arbeitet mit einem Pentium-II-Prozessor mit einer Taktrate von 333 Megahertz. Außerdem ist das Notebook mit 32 MB Arbeitsspeicher und einer 4 GB großen Festplatte ausgestattet. Das TFT-Display hat eine Diagonale von 13,3 Zoll. Mit einer Standfläche von 30 mal 24 Zentimetern ist das L460 etwas größer als DIN-A4-Format. Es wiegt 1,9 Kilogramm.

Die Firma Sharp (Halle 1, Stand 7a2) verspricht den Käufern ihres "PC-A150" Laufzeiten von bis zu 8,5 Stunden, allerdings nur mit einem optional erhältlichen Extra-Lithium-Ionen-Akku zu einem Preis von 500 Mark. Das Notebook ist kleiner als ein DIN-A4-Blatt und nur 21 Millimeter hoch. Die Waage zeigt 1,4 Kilogramm an. Im Inneren arbeiten eine mit 266 Megahertz getaktete Pentium-MMX-CPU von Intel, eine 4,3 GB große Festplatte und 64 MB Hauptspeicher. Das Display ist 11,3 Zoll groß. Im Preis von 5790 Mark inbegriffen ist ein externes Disketten-Laufwerk. Das CD-ROM-Laufwerk muß sich der Anwender extra dazukaufen.

Hewlett-Packard (Halle 1, Stand 7i2) schickt sein "Omnibook 900" ins Rennen um die Gunst des Kunden. Das Notebook, das mit Intels Pentium-II-Chips bis zu einer Taktfrequenz von 366 arbeitet, ist in der Standardausführung mit einer 4-GB-Festplatte und 32 MB Arbeitsspeicher ausgerüstet. Das 12,1 große TFT-Display schafft eine Auflösung von 800 mal 600 Bildpunkten. Von seinen Maßen her fügt sich das Omnibook 900 genau in die Ultra-Light-Klasse ein: Standfläche 30 mal 22 Zentimeter, drei Zentimeter hoch und 1,8 Kilogramm schwer. Floppy- und CD-ROM-Laufwerk müssen extern angeschlossen werden.

IBM (Halle 1, Stand 5d2) stellt sein "Thinkpad 560" in der gleichen Gewichtsliga auf wie HP sein Omnibook 900. Das Gewicht beträgt 1,8 Kilogramm und die Höhe liegt bei 31 Millimetern. Big Blue stattet den Rechner mit Pentium-II-Prozessoren aus, die mit 233 oder 300 Megahertz getaktet sind. Das TFT-Display hat eine Diagonale von 12,1 Zoll und und schafft Auflösungen von 800 mal 600 Bildpunkten. Im Gerät integriert ist eine Infrarot- Schnittstelle. Die Preise für das Thinkpad 560 beginnen bei etwa 5400 Mark. Für den Monat nach der CeBIT hat der Computerriese neue Modelle in der Ultra-Light-Klasse angekündigt. Einzelheiten waren dem Hersteller bislang jedoch nicht zu entlocken.

Ein Problem bei den mobilen Rechnern ist ihre Sicherheit. Da die Geräte fast ständig unterwegs sind, sind sie eine willkommene Beute für Langfinger. Laut einer Untersuchung von IBM beklagten letztes Jahr 51 Prozent aller US-amerikanischen Unternehmen, die Notebooks einsetzten, Verluste durch Diebstahl. Der Computerpionier will durch neue Sicherheitstechniken, wie zum Beispiel eine Funküberwachung der Geräte, die Sicherheit erhöhen. IBM arbeitet auch an biometrischen Erkennungsverfahren, darunter eine Überprüfung von Fingerabdrücken und der Netzhaut im Auge.

Acer (Halle 13 Stand D18) stellt mit dem "Travelmate 313" ein neues Modell aus seiner "Travelmate-310"-Reihe vor. Das Mini- Notebook, das eine Fläche von 23 mal 17 Zentimetern in Anspruch nimmt und dreieinhalb Zentimeter dick ist, stattet Acer mit einem auf 266 Megahertz getakteten Intel-Pentium-MMX-Prozessor aus. Der Hauptspeicher ist 32 MB groß. Die Festplatte bietet 3,2 GB Platz. Das Display hat eine Diagonale von 8,4 Zoll und schafft eine Auflösung von 800 mal 600 Bildpunkten. Disketten- und CD-ROM- Laufwerk müssen Anwender extern anschließen. Ein 56K-Modem ist serienmäßig im Gerät integriert.

Sony (Halle 13, Stand C18) hat die Zeichen am Notebook-Himmel frühzeitig richtig gedeutet und bereits letztes Jahr mit dem "Vaio 505G" ein Ultra-Light-Notebook auf den Markt gebracht. Jetzt präsentiert der japanische Unterhaltungselektronikkonzern mit dem "Vaio 505E" den Nachfolger. Das neue Modell wiegt 1,2 Kilogramm und braucht eine Standfläche von 26 mal 21 Zentimetern. Die Höhe beträgt 22 Millimeter. Im Inneren arbeiten ein auf 300 Megahertz getakteter Pentium-MMX-Prozessor von Intel sowie 64 MB Arbeitsspeicher und eine 6,4 GB große Festplatte. Das 10,4 Zoll große Display kann der Anwender mit Auflösungen von bis zu 800 mal 600 Bildpunkten betreiben. Sony bietet seine Vaios als Komplettpaket an. Mit im Lieferumfang inbegriffen sind ein externes Floppy- und CD-ROM-Laufwerk sowie ein Port-Replikator mit serieller und paralleler Schnittstelle sowie Anschlüsse für eine externe Tastatur und einen Monitor. Außerdem bietet das Vaio 505E neben einer integrierten Infrarot- auch eine "iLink"- Schnittstelle, die nach dem Firewire- (IEEE-1394-)Standard arbeitet, und einen USB-Port an. Das Gerät, das ab März im Handel erhältlich sein wird, soll nach dem Willen Sonys 5990 Mark kosten.

Highlight auf Sonys Messestand wird das neue "Vaio C1 Picturebook" sein. Das Gerät fällt noch eine Spur kleiner aus als das Vaio 505E. Der Mini-Rechner, der auf der Messe als Prototyp vorgestellt wird, soll ebenfalls mit einem Pentium-MMX-Prozessor von Intel arbeiten. Das Besondere an dem Picturebook ist die integrierte digitale Kamera, die oberhalb des Displays in der Klappe des Notebooks eingebaut ist. Damit kann der Anwender auf Knopfdruck Einzelbilder oder bis zu 60 Sekunden Video aufzeichnen. Die Auflösung der Bilder liegt bei maximal 270000 Pixeln. Mit einem weiteren Knopf lassen sich diese Bilddaten dann als E-Mail verschicken. Außerdem kann das Gerät mit einem integrierten 56K- Modem aufwarten. Sony rechnet damit, das Picturebook im April auf den Markt bringen zu können.

Mit den neuen Ultra-Light- Notebooks macht sich eine deutlichere Segmentierung des Notebook-Marktes bemerkbar. Die Geräte sind speziell auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten, sei es vom Preis, der Leistung oder der Handhabung her. Damit dürfte der Boom der Mobilrechner weiter anhalten. Marktforscher rechnen mit Steigerungsraten im Notebook-Markt von 20 bis 30 Prozent jährlich. Damit dürfte sich auch der Anteil der Notebooks am gesamten PC-Markt, der zur Zeit bei etwa 15 Prozent liegt, in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.