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30.04.1982 - 

Bürokommunikationssysteme standen auf der Hannover-Messe im Mittelpunkt des Interesses:

CeBIT-Anbieter registrieren lebhafte Nachfrage

Ein Bericht der CW-Redaktion

HANNOVER - Vor dem Hintergrund der gegenwärtig noch schwachen Konjunktur schwankte das CeBIT-Stimmungsbarometer auf der diesjährigen Hannover-Messe zwischen gemäßigter Skepsis und verhaltenem Optimismus. Obwohl sich die Besucherzahlen auf dem Niveau des Vorjahres einpendelten, sprachen die Aussteller von einer lebhafteren Nachfrage. Im Mittelpunkt des Publikumsinteresses standen Bürokommunikationssyteme, Mikro-Novitäten und neuen Medien wie Bildschirmtext oder Teletex.

In einem Punkt waren sich CeBIT-Gänger einig: Die Hannover-Messe '82 wird als "Messe der Irrationen" in die DV-Geschichte eingehen. "Jeder Hersteller kann alles, sämtliche Branchen können bedient werden und alles ist noch billiger als 198l." Auf diesen Nenner läßt sich die Kritik vieler Fachbesucher am Markt der DV-Eitelkeiten" bringen. Imponiergehabe, so ein Beobachter, erdrücke die sachliche Information. Somit herrschte nicht nur durch die "Halle 1-Anhängsel" im Cebit, die

Hallen 2, 3 und 18 das "absolute Orientierungschaos", wie es ein Messe-Besucher schilderte - auch die Anbieter trugen einiges zur Verwirrung bei.

Dem Trend zur Bürokommunikation, hier insbesondere die Nachfrage nach Inhouse-Netzwerken, paßten sich alle namhaften Hersteller an. Obwohl kaum ein Anbieter etwas vorzuweisen habe, ärgert sich ein Branchenkenner, seien dennoch vollmundige Erklärungen über das Machbare abgegeben worden. Häufig hätte sich eine Stellungnahme zu künftigen Netzwerk-Aktivitäten auf das Vorzeigen von Ethernet-Lizenzen beschränkt, von denen insgesamt schon 276 für je rund tausend Dollar in den Markt geschleudert wurden.

Trotz Ungewißheit über das "Wie" geht der Trend nach Aussagen der Auguren eindeutig in Richtung Integration. Während bei der letzten Hannover-Messe von den Anbietern bereits das Zusammenwachsen von Text- und Datenverarbeitung demonstriert wurde, forcierten diese heuer einen weiteren Integrations-Schritt: der Zusammenschluß von DV und TV-Anwendungen mit integrierten Kommunikationssystemen, wie etwa Nebenstellenanlagen. Erste sinnvolle Ansätze beim Zusammenwachsen von Text, Daten, Bild und Sprache waren auch auf den Messeständen erkennbar. Mit einer Sonderschau "Kommunikation im Büro" trug die Hannoversche Messegesellschaft dem Integrationsgedanken Rechnung. Der Besucher erfuhr, welche Geräte, Systeme, Verfahren und Dienste bereits heute anwendungsreif sind und welche neuen Möglichkeiten in den nächsten Jahren konkret werden könnten.

Zunehmendes Interesse registrierten die Mikrocomputer-Anbieter, die nicht nur erheblichen Zuwachs aus ihren eigenen Reihen verbuchen konnten, sondern inzwischen auch nahezu alle großen DV-Hersteller zu ihren Konkurrenten zählen durften. Ob am gewaltigen Mainframe-Stand oder am Mikro-Tresen, die Rechnerzwerge wurden allseits umlagert.

Obwohl die Auftragsbücher noch längst nicht voll sind, zeigen sich die Aussteller mit dem, was sich anbahnen könnte, durchaus zufrieden. Die Hoffnungen richten sich insbesondere darauf, daß nach dem Export- nun auch der Inlandsabsatz wieder anziehen werde. So könnte Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorf recht bekommen, der auf der Erkennungsveranstaltung orakelte, die Hannover-Messe könne dazu beitragen, das Stimmungstief in der deutschen Wirtschaft zu überwinden und wieder zu einer "realistischen Perspektive" zurückzufinden.