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16.03.1990

CeBIT: Anspruch und Wirklichkeit

Seit fünf Jahren gehört bei der Hannover-Messe AG ungezügeltes und selbstherrliches Anspruchsdenken zur Geschäftsgrundlage. 1985 wurde die CeBIT erstmals als separate Messe AG veranstaltet. Die Geschäfte der Messe AG gehen gut, die Aussteller- und Besucherzahlen stimmen, insofern hat sie recht. Irritierend ist nur: Lohnende Geschäfte werden in der Computerbranche derzeit kaum gemacht, der Auftragseingang ist rückläufig. Hinzu kommt, daß nicht wenigen Anbietern stellvertretend sei hier nur Nixdorf genannt - das Wasser bis zum Hals steht. Man hätte Verständnis dafür, wenn Nixdorf der Messe fernbliebe.

Auch anders herum wird ein Schuh draus: Kann es sich die Nixdorf Computer AG überhaupt leisten, auf sämtlichen Messe-Hochzeiten zu tanzen? Wohlgemerkt, "Nixdorf" steht hier nur für viele, die rote Zahlen schreiben. Was wäre also der Anlaß für das CeBIT-Spektakel? Der Optimismus des Veranstalters wirkt mehr beschwörend als überzeugend. "Es gibt keinen anderen Messeplatz, der zum Thema Datenverarbeitung mehr und Besseres zu bieten hat als Hannover", schreibt der Pressechef der Messe AG (siehe Briefe, Seite 10). So einfach ist das also. Zu schön, um wahr zu sein?

Gewiß, die "deutsche Messe", mit Hannover an der Spitze, steht heute noch konkurrenzlos da. Nur: Warum insbesondere die CeBIT so ist, wie sie ist, darüber gibt es keine Analysen. Die Hannoveraner können sich denn auch ihre Konzepte so zurechtbiegen, wie es ihnen in den Geschäftskram paßt. Gemacht wird, was als durchsetzbar gilt.

Doch es zeichnet sich ein Wandel ab. Der Markt wird`s schon richten. Die Bundesrepublik ist ja, was die Informationstechnik betrifft, ein Importland - IBM-Deutschland-Chef Hans-Olaf Henkel hat erst kürzlich darauf hingewiesen. Das heißt: Als Spiegel der DV-Branche kann die CeBIT nur eine Importmesse sein. Das macht momentan ihren Wert aus - das legt ihr aber auch Fesseln an. Das heißt doch auch: In ihrer Wirkung ist die CeBIT "international" hin oder her - nach innen, auf den Binnenmarkt gerichtet. Dort wird es eng.