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24.03.1995

CeBIT ein Produkt der Zukunftsangst? Dieter Eckbauer

Wie haben es die vielen hier taetigen auslaendischen sowie die wenigen einheimischen IT-Hersteller geschafft, den Zustand einer deutschen Computermesse fuer ertraeglich, ja fuer wuenschenswert zu halten, der in anderen Laendern den kollektiven Veitstanz der gesamten Branche ausgeloest haette? Es geht natuerlich um die CeBIT, eine sich immer schneller drehende Messemasse, fuer die die Gesetze der Schwerkraft nicht mehr zu gelten scheinen. Mit dem steigenden Interesse immer breiterer Schichten am Computer ist das Phaenomen CeBIT nur unzureichend erklaert. Da schwingt beim einzelnen noch viel Unsicherheit ueber die eigene berufliche Zukunft mit, wie juengste Umfragen bestaetigen. Dies spricht eher fuer eine von wenig Selbstbewusstsein gepraegte Bestaun-Mentalitaet, auf die wir nicht stolz sein koennen. Die Importmesse CeBIT ein Produkt des Trotzes, dass wir mit dem verflixten fremden Computer schon irgendwie zurechtkommen werden, aber auch der Angst, den Anschluss zu verpassen? Die Wahrheit duerfte wie so oft in der Mitte liegen. Zumindest ist hierzulande die PC-Hektik ausgebrochen. Der Publikumserfolg der CeBIT fuehrt uns indes die eigene Zweitklassigkeit auf dem wirtschaftspolitisch so eminent wichtigen Sektor der Informationstechnik vor Augen. Gates & Co. juckt das nicht. Doch unsere Eingangsfrage bezog sich auf das Verhalten der Aussteller. Deren CeBIT-Messe-Marketing ist ganz gewiss nicht auf die Verhinderung des Massenandrangs ausgerichtet. Vom Kid bis zum Kiebitz ist jeder willkommen. Leider eignet sich dieses Sehpublikum ungleich weniger als das Fachpublikum dazu, in Rahmen mit der Aufschrift "Entscheider" gefasst zu werden. Das muesste die Anbieter - vielleicht nicht gerade die Joystick-Produzenten - eigentlich schon jucken. An der Vermutung ist etwas dran, dass die Geschaeftsabschluss-Performance der CeBIT - gemessen am Einsatz, den die Aussteller bringen muessen - nicht eben die beste sein kann. Unpopulaer ist die Behauptung, dass die CeBIT aus diesem Grund Probleme bekommen wird. Bisher hat die an einer wirtschaftlicheren CeBIT-Loesung interessierte IT-Industrie noch kein Rezept gefunden. So haben wir das Kuriosum, dass unter den lautesten CeBIT- Muntermachern auch die in ihrer Diktion bestimmtesten Messemahner sind. Rechnen wir also mit der Schwerkraft. Und dann macht's "Bumm"! Entwarnung fuer Walldorf Der Titel der neuesten "Wirtschaftswoche" hebt sich ab von den in letzter Zeit zahlreich erschienenen SAP-Erfolgsstories. "Absturzgefahr" fuer SAP glaubt das Magazin ausgemacht zu haben (siehe "Pressespiegel", Seite 8). In der Kundschaft rumore es. Mit herkoemmlichen Mitteln, so der Artikel, sei SAP von den Wettbewerbern indes nur noch schwer beizukommen. Gefaehrlich werde es fuer den deutschen Software-Star aber, wenn Microsoft in seinen Markt einsteige. Ebendies - und das wissen natuerlich die Walldorfer - hat Gates nicht vor. Ueber alles in der IT-Branche kann auch das beste Wirtschaftsblatt nicht informiert sein.