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18.04.1986 - 

Kölner Institut notiert Mangel an Entscheidern und:

CeBIT-Konzept enttäuscht Mittelstand

HANNOVER (lo) - "Der Lack ist ab". So kommentiert der Inhaber und Leiter der Kölner "Forschungsgruppe Hagen" das Ergebnis seiner Befragung über die CeBIT Hannover-Messe 1986.

Die Erwartungen an die ausgegliederte Messe wären bei weitem nicht erfüllt worden. Das neue Hananover-Konzept sei für den Mittelstand - für klassische Bürotechnik sogar mit massivem Verlust - als Pleite zu werten, ist das Fazit der Erhebung, die im Auftrag von sechs nicht genannten mittelgroßen Ausstellern durchgeführt wurde.

Wie die Befragung von rund 1800 Standbesuchern zeigte, erhöhte sich die Zahl der Privatbesucher von 8 auf 30 Prozent in diesem Jahr. Parallel dazu ging die Zahl der Manager und Geschäftsführer zurück. Entscheidungsbefugte, sogenannte "Einpersonen-Entscheider", dünnte das neue Messekonzept - gegenüber jenen, die Entscheidungen lediglich vorbereiten - von 55 Prozent 1985 auf 25 vom Hundert dieses Jahr offenbar aus.

Im Sektor Großcomputer stand fast jeder dritte Teilnehmer unter Entscheidungsdruck - entweder für "CeBIT" oder "Industrie 86", interpretiert Hagen, aufgrund der Befragung, die "deutliche Konkurrenzsituation" zwischen den beiden Messen.

Im Bereich Bürotechnik hätten sich mit Blick auf eine mögliche künftige Visite fünf Prozent der Besucher pro CeBIT und contra "Industrie '86" geäußert, bei den Nachrichtentechnikern waren es zehn Prozent und im Sektor Großrechner 30 vom Hundert.

Hart getroffen wurden Aussteller, die in ihrer Werbevorbereitung für die CeBIT nicht gezielt auf das neue Messekonzept hingewiesen hatten, schlußfolgern die Experten aus Köln. Das Kommunikationsdreieck" zwischen Messegesellschaft, Aussteller und Besucher hätte sich in vielen Fällen nicht schließen lassen können. Ein Drittel der Besucher signalisierte nämlich kein Interesse, weitere Hallen als die klassischen "1" und "6" zu besuchen.

Die Umfrage der Kölner Meinungsforscher registrierte im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Verschiebung bei aktuellen Themen wie rechnerunterstützte Bürotechnik von 20 auf 70 Prozent, die Anteile bei der Netzwerktechnik stiegen von 10 auf 30 und bei künstlicher Intelligenz von 5 auf 15 Prozentpunkte. Dieser Trend signalisiere, so die Forschungsgruppe, eine Verlagerung des Publikumsinteresses von isolierten Endgeräten hin zu Lösungen im Bereich ISDN und Groß-DV.

Branchenübergreifend Interessierte vermißten jedoch besonders "die Messe mit mehr als nur einem Aspekt". Daß sich dabei einzelne Facetten des hannoverschen Techno-Auflaufs gerade auf die Dauer durchaus als problematisch erweisen werden - und nicht nur für Sekundäranbieter im Segment OEM -, illustriert Rochus Hagen recht markig. Bisher konnten Einzelentscheider im multifunktionalen hannoverschen Ambiente eben eine Walzstraße kaufen und daneben auch für ihre Verwaltung "kurz abräumen" - aber das ginge ja nun nicht mehr.