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27.03.1998 - 

Viag Interkom startet am 1.Mai

CeBIT läutet die erste Runde im Preiskampf um TK-Kunden ein

"Wir haben einen Leuchtturm im Tarifdschungel gesetzt", pries Ulf Bohla auf der CeBIT mit einem etwas schiefen Bild die Tarifstruktur seines Unternehmens.Das Selbstlob des Otelo-Chefs war in Hannover kein Einzelfall: Auch die Vorstände der anderen TK-Anbieter wurden nicht müde, ihre Gebührenmodelle hinsichtlich Transparenz und Struktur über den grünen Klee zu loben.

Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß die mit großem Brimborium präsentierten Tarifangebote kaum halten, was sie auf den ersten Blick versprechen.Von leicht durchschaubaren Preisen kann nur eingeschränkt die Rede sein.Der Ansatz von Otelo und Viag Interkom, im Gegensatz zu Mannesmann Arcor tagsüber nur zwei statt drei Zeitintervalle anzubieten, lockert den Tarifwirrwarr zwar etwas auf, im Interesse der Verbraucher ist aber noch mehr Transparenz erforderlich.

Generell gab die CeBIT einen ersten Vorgeschmack darauf, was im liberalisierten deutschen TK-Markt künftig die Regel sein wird - nämlich permanente Änderungen von Preisen und Tarifmodellen.Mannesmann Arcor, das im Dezember 1997 als erster neuer Anbieter seine Tarife veröffentlicht hatte, nutzte die Messe, um seine Gebühren erstmals zu korrigieren und das Tarifmodell zu modifizieren.

Der Carrier, der laut Vorstand Harald Stöber täglich fünf Millionen Gesprächsminuten vermittelt, verpaßte allerdings die Chance, sein komplexes Tarifschema zu lichten.Statt dessen führten die Eschborner einen zusätzlichen Wochenendtarif ein, der unterm Strich im Schnitt nur eine Einsparung von einem Pfennig pro Minute bringt.Gleiches gilt für die Preissenkungen wochentags.Hier verbilligt sich das Telefonieren für Kunden ab dem 1.April 1998 pro Minute im Fernbereich um vier Pfennige, regional um einen Pfennig (siehe Tabelle). Lediglich bei Gesprächen nach Nordamerika mit 72 Pfennigen (zuvor 1,03 Mark) und in die Mobilfunknetze D2 (94/1,25) sowie D1 (96/1,25) fielen die Nachlässe deutlicher aus.

Mannesmann Arcor reagierte mit seinen neuen Preisen auf den Konkurrenten Otelo, der Mitte Februar seine Tarife bekanntgab und seit März Dienste auch für Privatkunden anbietet.Erst am 1.Mai 1998 plant Viag Interkom, sein TK-Engagement für private Teilnehmer und ab Juni für Geschäftskunden zu starten.Dies teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Peter Briese, in Hannover mit.Bei der Festlegung der Tarife und ihrer Zeitzonen (siehe Tabelle) haben sich die Münchner, wie es scheint, stark an Otelo orientiert.Im Schnitt unterbietet Viag Interkom die Preise der Düsseldorfer um zwei Pfennige. Insgesamt, so die Bilanz nach der CeBIT, bewegen sich die Tarife der drei großen Telekom-Herausforderer auf fast dem gleichen Niveau.

Um sich voneinander zu unterscheiden, sangen sämtliche Carrier in Hannover das hohe Lied des Kundenservice und der Dienstleistung.Dabei wurde jedoch eines deutlich: Kunde ist nicht gleich Kunde.Das Interesse der Provider gilt vorrangig dem Preselection-Teilnehmer, der sich über die automatische Einwahl fest an einen Anbieter bindet."Wir wollen Preselection als das Nummer-eins-Produkt in den Markt bringen", macht Bohla aus der Otelo-Prämisse keinen Hehl.

Ins gleiche Horn stieß Arcor-Vorstand Stöber, der das Call-by-call-Verfahren, also die Anbieterwahl für jedes einzelne Gespräch, lediglich als Testfeld für Kunden sieht.Stöber räumte aber ein, daß sich Kunden mit wenig Gesprächsaufkommen nie für die Preselection entscheiden werden.

Wie sehr die alternativen Netzbetreiber und Service-Provider Preselection-Kunden bevorzugen, wurde auf der Messe klar ersichtlich.Ohne Hindernis oder Mehrkosten ist die freie Einwahl in die Netze kaum möglich. Arcor und Otelo berechnen für den Verbindungsaufbau eine Gebühr von sechs Pfennigen.Viag Interkom erhebt zwar keinen Extraobolus, fordert aber ebenso wie Otelo erst eine Registrierung.Ziel ist, den Kunden kennenzulernen und ihm via Call-Center die Preselection schmackhaft zu machen.

Keine neuen Tarife (letzte Änderung erfolgte zum 1.März) vermeldete auf der CeBIT die Telekom, mit Ausnahme der Preissenkung bei T-Online tagsüber von acht auf fünf Pfennige.Allerdings kündigte deren Vorstandsvorsitzender Ron Sommer an, die Entgelte schon bald wieder zu senken.

Kritik ernteten Sommer und die Regulierungsbehörde für die vorerst auf 20,65 Mark festgelegte Monatspauschale des Ortsanschlusses.Otelo, so Bohla, könne diese Leistung für fünf Mark erbringen, Stöber hält eine Aufwandsentschädigung von zwölf Mark für realistisch.