Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.02.1991

CeBIT-Messe '91: Business as usual?

Dies vorweg: Es fiele keinem ein, es als Zeichen von Schwäche zu deuten, bliebe die IBM wegen des Golfkrieges der Hannover-Messe CeBIT fern. Zur Beruhigung: "Keine Absagen von Ausstellern", meldet die Messeleitung, die CeBIT könne wie geplant stattfinden. Für die Business-as-usual-Einstellung der Hannoveraner gibt es einen nüchternen Grund: Geld, viel Geld sogar. Daraus folgert, daß man das Ereignis CeBIT nicht in Frage stellen kann. Wer immer in den vergangenen Wochen spekuliert hat, die Sorge - eine CeBIT-Präsenz könnte für Aussteller und Besucher problematisch sein - werde von den großen amerikanischen DV-Anbietern geteilt, wer solche Gedanken immerhin für nicht ganz abwegig hielt, der sollte sie besser vergessen, zumindest nicht äußern.

Haben wir uns so die Messelogik der Hannoveraner vorzustellen? Zur Beruhigung: Das Argument überzeugt nicht, es wäre unverantwortlich, das Wort "Verschiebung" im Zusammenhang mit der Hannover-Messe CeBIT überhaupt in den Mund zu nehmen. Die Diskussion, ob der Golfkrieg Auswirkungen auf die DV-Branche hat, findet statt. Sie könnte zu Entwicklungen führen, die Absagen einzelner Ausstellerfirmen durchaus rechtfertigen würden. Den Verantwortlichen der Hannover-Messe AG sind derartige Überlegungen natürlich bekannt. Daß Spekulationen über eine Verschiebung der Messe als "ärgerliches Gerücht" bezeichnet werden, ohne auf die Bedenken einzugehen, deutet eher auf eine Verunsicherung hin.

Die Öffentlichkeitsarbeiter der Messe AG bestehen jedoch darauf, daß nichts den CeBIT-Verlauf beeinträchtigen kann. Für tiefgreifende Analysen ist da kein Platz. Es fehlte nur noch, daß CeBIT-Kritiker Spießruten durch Halle 1 laufen müssen. Keine Panik: Die Ausrichter sehen sich nicht nur durch die öffentliche Meinung (Golfkrieg: Messe-Business as usual?) in Bedrängnis gebracht. Sieht man von einigen Ausrutschern ab ("ärgerliches Gerücht"), dann bleibt ein nachdenkenswerter Kern, der nichts mit der aktuellen politischen Situation zu tun hat: Ist die CeBIT in ihrer jetzigen Form noch ein Markt(platz), der seine Absatzmittler-Funktion erfüllen kann? Diese Frage wird von einigen DV-Anbietern gestellt - und keineswegs mit einem eindeutigen "Ja" beantwortet.

Als Beispiel ein Statement des Leiters Messen und Ausstellungen der IBM Deutschland GmbH, Robert Haak, zur CeBIT-Problematik: "Wenn die Infrastruktur zusammenbricht, wenn Kundengespräche nicht mehr sinnvoll geführt werden können, dann werden wir und sicher auch andere nicht mehr gewillt sein, in Hannover soviel zu investieren." Die Bedenken sind unüberhörbar - die CeBIT-Manager werden sich diesbezüglich nichts vormachen. Aber, wie gesagt, das hat nichts mit der aktuellen politischen Situation zu tun.