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25.03.1988 - 

Großer Zulauf von Gewerbetreibenden, Schülern und Studenten:

CeBIT wird zur PC- und Neu-MDT-Messe

HANNOVER (ujf) - CeBIT im Wandel: Was einst als Fachausstellung für DV-Profis begann, wird zusehends zur Publikums-Show. Unternehmen wie Nixdorf, deren Messepolitik sich an mittelständischen Kunden orientiert, hatten dieses Jahr ebenso großen Zulauf wie die vom Nachwuchs bevorzugten Firmen Apple, Atari oder Commodore. Sichtlich ruhiger ging es an den Ständen von Herstellern zu, die sich nur an DV-Profis wenden.

Erfahrenen CeBIT-Gängern fiel dieses Jahr auf, daß der Zustrom der Interessenten nicht nach gewohntem Muster verlief. Zu Messebeginn Langeweile beim Standpersonal: Für jeden potentiellen Kunden standen mancherorts zwei Berater oder Beraterinnen bereit. Dann belebten sich die Hallen. Hatte die Deutsche Messe-AG am ersten Tag gut 38 000 Besucher gezählt, so waren es am zweiten fast doppelt so viele.

War die Stamm-Halle 1 am Donnerstag noch gesteckt voll, bekam man am Freitag ab dem frühen Nachmittag keine Platzangst mehr in den Gängen. Am Samstag war auch noch um 10 Uhr von übermäßigem Gedränge keine Spur. Im Lauf des Tages wurde es aber zeitweilig so voll, daß man "selbst in den Telecom-Hallen einen nach dem anderen aus dem Weg rempeln mußte", wie ein allzu eiliger Besucher erzählte. Nach einem ruhigeren Sonntag setze am Montag ein Trubel ein, wie ihn die Messe noch nicht gesehen hat - nicht zuletzt, weil viele Gruppen von Jugendlichen dem Camp, der "artware"-Ausstellung und den Freak-Lieferanten eine Visite abstatteten. Dieser Montag dürfte mit seinen 76 700 Messegästen der absolute Rekordtag der CeBIT gewesen sein. Erste Kommentare der Verbände zum Messeverlauf lasen sich unterschiedlich, je nachdem, welche Produkte die Mitglieder vor allem an den Mann oder die Frau bringen wollten. Die Messe-AG gelangte zu der Erkenntnis, daß sich Komplettlösungen für den Mittelstand als ein "dominierender Bereich auf der CeBIT '88" darstellten. Seitens der Fachgemeinschaft Büro- und Informationstechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hieß es, die angeschlossenen Unternehmen seien mit der "hohen Fachkompetenz der Besucher überaus zufrieden." Laut VDMA galt das Interesse besonders den Themen Software, Telekommunikation und Fertigungstechnik.

Der Zentralverband der Elektronikindustrie (ZVEI) gab sich weniger enthusiastisch. In einer Pressenotiz sprach der ZVEI-Fachverband für Informations- und Kommunikations-

Technik von einem "unterschiedlichen" - ergo teilweise miserablen, teilweise zufriedenstellenden - Verlauf am Mittwoch und einer "deutlichen Belebung" am Donnerstag. Sprecher des vor allem von Bürogeräte-Importeuren getragenen Bundesverbandes der Vertriebsunternehmen für Büro-, Informations- und Telekommunikationstechnik (BVB) fühlten sich vom Gedränge in "einigen" Messehallen an die Zeiten vor der Absplitterung der Industriemesse von der CeBIT - oder umgekehrt - erinnert. Der BVB sah die Interessenschwerpunkte der Messegäste bei Desktop-Publishing und ISDN-Technik.

Anders als in den vergangenen Jahren blieb das Hannoversche Verkehrschaos aus. Die Straßen waren bis auf wenige Einmündungen, an denen Polizisten die Fahrzeugströme zu koordinieren versuchten, kaum einmal verstopft.

Der Raum auf den Parkplätzen hätte selbst am Montag ausgereicht, wäre der Boden nicht stellenweise zu matschig gewesen. Allerdings waren seit dem zweiten Messetag die Straßenbahnen recht voll - nicht nur mit Herren im Anzug, sondern auch mit vielen Kids im Vor-Führerschein-Alter: Am Freitag begannen in Niedersachsen die Osterferien.

Daß die Besucherzahlen vor allem wegen des jungen Publikums von Jahr zu Jahr steigen, kommt Messe-Vorstandsmitglied Hubert Lange durchaus nicht ungelegen. "Das sind die Kunden von morgen", meint der oberste CeBIT-Promotor der Deutschen Messe-AG. Die Branche müsse sich rechtzeitig an das Jungvolk wenden. Allzu jugendliche Interessenten halte man ohnehin heraus - 16 Jahre sei das Mindestalter für Besucher..