Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.04.1996 - 

Ausser Internet nichts gewesen?

CeBIT zeigte den Wandel des Computers zur Infomaschine

Apple etwa zeigte eine gemeinschaftlich mit der DeTeMobil entwickelte Internet-Anwendung auf Basis des neuen Personal Digital Assistant (PDA) "Newton Messagepad 130". Diesen stattete das krisengeschuettelte Unternehmen mit einer PCMCIA-Karte aus, die es in sich hat: Auf der scheckkartengrossen PC-Card sind unter anderem ein Modem sowie eine Antenne integriert.

Mit Apples PDA kann sich der Anwender nicht nur im Internet bewegen oder E-Mails, Faxe sowie Dateien versenden und empfangen. Die Firma Python zeigte auf der CeBIT darueber hinaus "Syncconcept". Mit dieser Softwareloesung dockt der Apple-PDA ueber Funk direkt an Unternehmens-Hosts an, um dort Informationen etwa fuer Aussendienstmitarbeiter abzufragen. Mittels "Syncmail" und "Syncweb" kann der PDA zudem im Internet kommunizieren.

Ein aehnliches Konzept verfolgt Nokia mit seinem "Nokia 9000 Communicator". Was wie ein Mobiltelefon aussieht, entpuppt sich beim Ausklappen als Handheld-Computer. Ausgestattet mit einer Tastatur und einem Display (640 x 200 Pixel Aufloesung), dient auch dieser Rechner als Multitalent, das als Mobiltelefon, Faxgeraet, Adressbuch und Terminplaner herhaelt. Auch mit dem Nokia-System ist der Zugang zum Internet garantiert.

Allerdings langt der finnische Anbieter dem Kaeufer kraeftig in die Tasche: Weit ueber 3000 Mark soll das gute Stueck kosten. Hewlett- Packards Kombipack aus Nokia-Mobiltelefon und eigenem Handheld soll, wie auf der CeBIT zu hoeren war, fuer die Haelfte gehandelt werden. Uebrigens ist HPs PDA "Omnigo" DOS/Windows-kompatibel. Demgegenueber handelt es sich bei der Nokia-Loesung um ein proprietaeres Konzept.

<H4>PC-Technik fuer Multitalente</H4>

Fazit fuer diese Produkte: Die Rechenleistung wird sozusagen zunehmend mobiler. Gleichzeitig lassen sich die tragbaren Computer effektiver in Unternehmensprozesse einbinden als ihre Vorgaenger.

Apropos Mobilcomputer: Zum Thema Datensicherheit insbesondere bei tragbaren Rechnern fiel dem US-Unternehmen Man& Machine etwas ein, das nur im ersten Moment wie ein blosser Gag wirkt: Seinen Ingenieuren kam die Idee, die polarisierende Beschichtung des Notebook-Displays auf eine spezielle Brille zu verlagern. Effekt: Wer ohne diese Sehhilfe auf einen entsprechend modifizierten Monitor schaut, wird die darauf abgebildeten Zeichen nicht erkennen.

Neben diesen Optionen, der grenzenlosen Kommunikation ein gutes Stueck naeher zu kommen, konnte der CeBIT-Besucher auch Produkte oder Technologiedemonstrationen erleben, die die funktionale Begrenztheit bisheriger PCs durchbrechen.

Die Rosetta Laboratories GmbH zeigte eine PC-Steckkarte, die den Rechner zum Weltradio umfunktioniert. Von 500 Kilohertz bis 1300 Megahertz empfaengt die mitgelieferte Software "Winradio" so ziemlich alles, was der Aether von UKW-Breitband ueber die Mittel- bis zur Kurzwelle hergibt.

Hatten die Man&Machine-Entwickler noch Aspekte der Datenintegritaet im Sinn, so machte sich das Heinrich-Hertz-Institut fuer Nachrichtentechnik aus Berlin Gedanken darueber, wie in Zukunft unter anderem fuer Multimedia-Anwendungen eine raeumliche Bildwiedergabe zu bewerkstelligen ist. Bislang benoetigt man hierzu eine Stereobrille.

In Zusammenarbeit mit Carl Zeiss erforschten die Hauptstaedter das sogenannte autostereoskopische Verfahren und entwickelten einen nach dieser Technologie gearbeiteten Flachbildschirm. Dieser projiziert ein raeumliches Bild, das jedoch sowohl bezueglich der Tiefendimension als auch des Betrachtungswinkels begrenzt ist.

Um diesen negativen Effekt zu beheben, erweiterten die Tueftler das Projektionssystem um eine Tracking-Einrichtung, die die Kopfposition des Betrachters verfolgt. Erfasst wird diese durch ein kleines Prisma, das von einem Detektor ausgesendete Signale reflektiert. Kleiner Wermutstropfen bezueglich der Anwenderfreundlichkeit: Das Prisma muss der Benutzer am Kopf befestigen. Spaeter soll diese Technik durch eine nicht mehr am Koerper zu tragende Kamera ersetzt werden.

Das System kann Videosignale live und in Echtzeit verarbeiten. Computergrafiken lassen sich ueber eine VGA-Schnittstelle einspielen. Zukuenftige Hauptanwendungsgebiete seien neben der Medizintechnik Videokonferenzsysteme, aber auch Anwendungen, die auf Tisch- und Mobil-PCs laufen.

Ebenfalls um die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine gekuemmert hat sich der Informatikbereich VII der Universitaet Dortmund. Die Akademiker stellten in der Leine-Stadt eine Hard- und Softwareloesung vor, die es gestattet, ueber Handzeichen und andere Bewegungen mit dem Computer in Interaktion zu treten. Hierzu zeichnet eine mit dem Rechner verbundene Videokamera die Gesten eines Benutzers auf, die der Computer dann nach einem speziellen Erkennungsverfahren in Echtzeit erfasst und mittels der Software "Zyklop" verarbeitet. Die Informatiker sehen als Einsatzgebiete den Visualisierungsbereich und die Steuerung von Haushaltsgeraeten fuer aeltere Personen, Kranke und Behinderte.

Auch die Digital Video Disk (DVD) als Massenspeichermedium der nahen Zukunft wird die Funktion heutiger PC-Systeme nachhaltig veraendern. Auf der CeBIT zeigten Sony und Toshiba DVD- Abspielgeraete, die nicht nur die neuen, hochkapazitiven Silberscheiben schlucken, sondern auch die bislang ueblichen CD- ROMs lesen koennen. Im Unterschied zu diesen (670 MB Fassungsvermoegen) bieten die DVD-Rundlinge Platz fuer bis zu 8,4 GB Daten. Es geht aber noch mehr. Wuerde man die DVD-Scheiben naemlich nicht nur einseitig in zwei Schichten beschreiben, sondern analog auch die Rueckseite nutzen, ergaebe sich eine Gesamtkapazitaet von fast 17 GB auf einem Speichermedium von rund zwoelf Zentimeter Durchmesser und wenigen Millimetern Dicke.

Vergangenen Herbst hatten sich fuehrende Unternehmen wie Philips, Toshiba, NEC, Sony sowie diverse grosse Medienkonzerne auf DVD als Standard geeinigt. Sie denken vor allem an eine Nutzung: In Verbindung mit dem Kompressionsstandard MPEG-2 koennen auf DVD- Abspielsystemen Filme mit ueber zwei Stunden Laenge und in PAL-plus- Qualitaet wiedergegeben werden.

Wegen des Fassungsvermoegens der Datentraeger bieten die DVD- Scheiben zudem Platz fuer Audiodaten. Sony gibt an, dass das zusaetzlich verfuegbare Speichervolumen fuer diskreten 5.1-Kanal- Digitalton in drei Sprachen sowie fuer Untertitel in vier Sprachen ausreicht. In den USA bereits lieferbare Spielfilm-DVDs lassen sich mit digitalen Tonspuren im Dolby-AC-3-Verfahren ausstatten, das fuenf unabhaengige Kanaele (vorne und hinten jeweils links und rechts sowie in der Mitte) und einen Subwoofer-Kanal bereitstellt.