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06.06.2003 - 

Rechnerabstürze unter Windows XP

Centrino hat Probleme mit VPNs

FRAMINGHAM (IDG) - Intels neue Centrino-Architektur bereitet unter Windows XP Schwierigkeiten im Zusammenspiel mit virtuellen privaten Netzen (VPNs). Laut Berichten von Nortel Networks ist der für Notebooks konzipierte Chipsatz für etliche Windows-XP-Abstürze verantwortlich.

Grenzenlose Mobilität, sicheres Arbeiten an jedem Ort, das suggeriert zumindest Intels 300 Millionen Dollar teure Werbekampagne für die im März vorgestellte Centrino-Architektur. Diese, bestehend aus dem "Pentium M Mobile Processor" und dem Chipsatz "855", soll unter anderem das Zusammenwirken mit Wireless-LAN-Komponenten vereinfachen sowie den Stromverbrauch mobiler Rechner senken.

VPN-Client als Ursache

Statt einer einfachen Benutzung erlebten jedoch viele Centrino-Besitzer, die unter Windows XP über VPNs mobil arbeiten wollten, die gefürchteten Blue-Screen-Abstürze. Unter anderem sind davon Benutzer von Nortel Networks VPN-Client "Contivity" betroffen. Ein Problem, das Nortel besonders schmerzt, denn das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge seit 1997 insgesamt 50 Millionen VPN-Clients ausgeliefert.

Einen Schuldigen für die rätselhaften Abstürze fanden die Nortel-Techniker schnell: Intels Software "Proset", die es dem Anwender unter anderem erlaubt, automatisch zwischen verschiedenen Wireless LANs hin- und herzuschalten. Diese Software sorgte vor allem auf Centrino-Modellen mit der Chipsatzversion "855GM" für Abstürze. Varianten mit dem "855PM" seien dagegen nicht betroffen. Nortel empfiehlt deshalb, auf den betroffenen Centrino-Geräten die Proset-Software zu deinstallieren. Das dürfte den Endbenutzern jedoch wenig gefallen, denn damit verlieren sie die Möglichkeit, bequem zwischen den Netzen zu wechseln.

Branchenkreise wollen wissen, dass Intel bereits im Februar, also noch vor der offiziellen Centrino-Vorstellung im März, auf seiner Web-Seite vor Inkompatibilitäten zwischen den Switching-Funktionen der Proset-Software auf Centrino und VPN-Clients warnte. Die Empfehlung lautete damals, die entsprechende Funktion abzuschalten.

Für Chris Kozup, Analyst bei der Meta Group, ist die Behandlung des Centrino/VPN-Problems ein Armutszeugnis für die Hersteller, das zeige, dass sie die Sicherheitsbedürfnisse der Unternehmenskunden nicht richtig ernst nähmen. Zumal die zahlreichen Anbieter bislang unisono VPNs als eine Möglichkeit propagiert hatten, um über Wireless LANs eine sichere Verbindung zu den Corporate Networks aufzubauen.

Eine Kritik, die man bei Intel Deutschland so nicht nachvollziehen kann, denn der Anwender verliere durch das Abschalten der Switching-Funktion zwar etwas Komfort, die Sicherheit sei aber nicht gefährdet. Zudem drohe die Gefahr eines Blue Screen nur in Verbindung mit dem Nortel-VPN-Client, installierter Proset-Software sowie eingeschalteter Switching-Funktion - und dann auch nur auf den Notebooks eines bestimmten OEM-Herstellers, dessen Namen Intel nicht nennen wollte. Angesichts der eingegrenzten Fehlerursachen ist die deutsche Intel-Dependance zuversichtlich, dass das Problem in naher Zukunft durch einen Software-Patch gelöst wird. (hi)