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06.01.1995

CEO Grove entschuldigt sich fuer bisherige Haltung des Unternehmens Intel will nun defekte Pentiums ohne weitere Fragen umtauschen

MUENCHEN (hi) - Intel zieht die Notbremse: In Abkehr von der urspruenglichen restriktiven Politik in Sachen Pentium-Auswechslung will der Konzern nun allen Kunden auf Wunsch den Prozessor ohne weitere Fragen umtauschen. Bisher mussten beunruhigte Pentium- Besitzer dem Chipgiganten nachweisen, dass sie die Rechengenauigkeit der CPU in der Praxis wirklich benoetigen.

Ob Intel mit dieser neuen Politik das angekratzte Image wieder aufpolieren kann, ist ungewiss, zumal Konkurrent Apple die Grove- Company in grossen Anzeigen bereits mit Spott und Haeme wegen ihres falsch rechnenden Flaggschiffs ueberzieht. Zumindest eines scheint jedoch sicher: Bei dem Chipgiganten haben mittlerweile die PR- Profis ueber die Ingenieure die Oberhand gewonnen. In der englischsprachigen Presse entschuldigte sich Intel-Chef Andy Grove in ganzseitigen Anzeigen bei den Pentium-Besitzern fuer die ruede Haltung seines Unternehmens und versprach allen Betroffenen, die es wuenschen, den Austausch der CPU.

Auch in Deutschland will das Unternehmen, so Intel-Sprecher Thomas Nie, "verunsicherten Kunden den Chip auf Anfrage umtauschen, so dass diese wieder in Ruhe arbeiten koennen". Allerdings betonte Nie, dass dies keine grossangelegte Rueckrufaktion sei, da Intel nur auf Antrag des Kunden aktiv werde. Amerikanische Analysten gehen davon aus, dass etwa 20 Prozent der Pentium-User einen Ersatz verlangen werden, so dass Intel wahrscheinlich einen Verlust von rund 100 Millionen Dollar verbuchen muss.

Da die deutsche Intel-Dependance sich bei Redaktionsschluss noch in Verhandlungen mit den OEMs befand, riet Nie den Anwendern, sich in Sachen Austausch unter der Rufnummer 0130/81 89 21 an die Intel- Hotline zu wenden. Ziel sei es, so der Pressesprecher weiter, die schadhaften Prozessoren innerhalb von 60 Tagen zu ersetzen.

Dazu, ob die PC-Hersteller moeglicherweise die Prozessoren ihrer Kunden vor Ort austauschen oder Haendler einen Umtausch im Laden vornehmen, wollte Nie nicht Stellung nehmen, da man diesbezueglich momentan noch Gespraeche fuehre.

Zumindest im Augenblick, so scheint es, ist damit die Sache zur Zufriedenheit der Anwender geklaert. Angesichts der neuen Intel- Haltung koennte sich Apples Werbekampagne schnell zu einem Eigentor entwickeln, denn auch der Apple-Taschenrechner mit dem Betriebssystem 7.5 nimmt es wie sein Windows-Pendant mit dem Abziehen nicht ganz genau. Bei der Subtraktion von 3,0 minus 3,01 zeigt der Apple das erstaunliche Ergebnis -0,? an.