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17.12.1993

CEO Jim Goodnight ueber sein Verhaeltnis zu offenen Systemen SAS Institute bleibt auch weiter auf proprietaerem Kurs

17.12.1993

CARY (gfh) - Middleware-Produkte und Client-Server-Architekturen vereinfachen den Umgang mit heterogenen DV-Umgebungen. Dasselbe verspricht SAS-Chef Jim Goodnight den Kunden seiner proprietaeren Produkte. Im Gespraech mit CW-Redakteur Hermann Gfaller erklaert er, wie sich sein Unternehmen gegen die Open-Systems-Konkurrenz behaupten will.

CW: In der Oeffentlichkeit ist kaum bekannt, dass Ihr Produkt als Vermittler zwischen verschiedenen Plattformen dienen kann. Hersteller wie HP, IBM und andere haben diesen Markt unter der publizitaetstraechtigen Bezeichnung Middleware gerade erst entdeckt. Hat SAS ein Marketing-Problem?

Goodnight: Wir haben mit knapp 20 000 Lizenzen viele HP- und IBM- Users als Kunden. Dort werden wir durchaus als Entwickler von Workstation-Software gesehen.

CW: Sehen Sie kein Problem darin, dass sich nun die grossen Hersteller mit Open-Systems-Techniken um den Middleware-Markt bemuehen, den SAS bisher mit seinem proprietaeren Produkt bedient hat?

Goodnight: Ein Grossteil der Middleware arbeitet schlicht zu umstaendlich. Sie konvertiert Daten von einem System in ein allgemeines Format, um sie dann noch einmal fuer die Zielumgebung umzuwandeln. Diese doppelte Umsetzung muss der Anwender durch Leistungseinbussen bezahlen. Auf der Datenseite brauchen wir diesen Umweg nicht zu gehen. Wir greifen direkt auf Datenbanken zu. Ausserdem werden wir Middleware wie Microsofts ODBC-Schnittstelle einsetzen.

CW: Das betrifft Datenbanken. Wie sieht es bei der Kommunikation zwischen Anwendungen aus, wie sie durch Remote Procedure Calls, DCE und die objektorientierte Corba-Technik geleistet wird?

Goodnight: Das sind Techniken, die vor allem die Betriebssystem- Ebene betreffen. Natuerlich werden wir diese Techniken benutzen, sobald es noetig ist. Aber derzeit laesst sich damit noch wenig machen. Sie koennen lediglich - wie mit E-Mail-Systemen - eine Nachricht an einen anderen Rechner schicken.

CW: Ab der Version 2 des Corba-Standards, der 1994 verabschiedet wird, lassen sich damit in verteilten Umgebungen auch Anwendungen auf anderen Systemen aufrufen. Das kann das SAS-System nicht.

Goodnight: Wir konkurrieren nicht direkt gegen andere Middleware- Techniken. Einen Teil bauen wir ein, einen anderen Teil werden wir unterstuetzen. Ueberhaupt werden wir zunehmend auf Standards setzen, vor allem bei Objekttechniken fuer verteilte Umgebungen.

CW: Ich habe gehoert, dass Sie sich nach neuen Maerkten umsehen.

Goodnight: Wir probieren natuerlich viel aus, zum Beispiel bei Multimedia, aber daraus muessen nicht notwendig Produkte entstehen. Wir konzentrieren uns darauf, aktuelle Techniken in das SAS-System einzubinden. Wir haben schon Anfang des Jahres eine objektorientierte Anwendungs- entwicklungs-Umgebung vorgestellt, die bald auch Objekte fuer verteilte Umgebungen erstellen koennen wird.

CW: Das Entwicklungssystem soll also ausschliesslich mit dem proprietaeren SAS-System zusammenarbeiten?

Goodnight: Richtig.

CW: Halten Sie das fuer ein gutes Zukunftsrezept?

Goodnight: Ja. Schliesslich wird auch das SAS-System moderner. Wir sind gerade dabei, das System auf Objektorientierung umzustellen. Ein Produkt wird es jedoch erst etwa 1996 geben.

CW: Vielen Dank fuer dieses Gespraech.