Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.05.2003 - 

Studie von Booz Allen Hamilton: Leistungsschwache Manager werden schneller abgelöst

CEOs auf dem Schleudersitz

MÜNCHEN (CW) - Die Angst um den Job hat die Chefetagen erreicht. Bleiben die Umsätze hinter den Prognosen zurück oder können die Manager ihre Erfolgsversprechen nicht einlösen, droht ihnen die Kündigung. Das Personalkarussell dreht sich besonders schnell in der Telekommunikations- und IT-Branche.

Inzwischen erwarten auch Firmenlenker stürmische Zeiten. Die internationale Management- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton kommt in ihrem Report "CEO Succession 2002" zu erstaunlichen Ergebnissen. Allein im letzten Jahr wechselten weltweit 70 Prozent mehr CEOs (Chief Executive Officer) den Chefsessel. Die Fluktuationsrate stieg in Europa im Vergleich zu 1995 um 192 Prozent, in Asien um 140 Prozent. Besonders gefährlich leben laut Studie extern rekrutierte CEOs. Im letzten Jahr verloren 64 Prozent von ihnen ihren Job, während das gleiche Los nur 38 Prozent der intern Berufenen traf.

Booz Allen Hamilton untersuchte den Wechsel an der Firmenspitze anhand der 2500 weltgrößten börsennotierten Unternehmen. Die Autoren teilen die Rausschmissgründe in drei Kategorien auf:

- Unfreiwilliger Wechsel. Der CEO muss aufgrund seiner schwachen Leistung den Chefsessel räumen. 39 Prozent aller Betroffenen ereilte dieses Schicksal. Den Aktionären kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Sie reagieren mittlerweile auch in Europa ziemlich ungehalten, wenn Bosse die versprochenen Renditen nicht erreichen.

- Fusionen und Unternehmenszusammenschlüsse waren eine weitere Ursache für Entlassungen. Weltweit mussten im letzten Jahr 15 Prozent aller CEOs deshalb ihren Hut nehmen. Hier stellten die Autoren allerdings einen Rückgang fest. 2001 lag die Quote noch bei 27 Prozent und im Jahr 2000 sogar bei 29 Prozent.

- Von einem regulären Wechsel an der Unternehmensspitze sprechen die Berater, wenn Verträge auslaufen, CEOs sich aus Altersgrüden zurückziehen oder sich beruflich verändern und freiwillig eine andere Aufgabe annehmen.

Manager-Mythos ist passé

Besonders gefährdet sind die Chefs von Telekommunikations- und IT-Unternehmen. Berühmte Beispiele wie Ex-Telekom-Boss Ron Sommer und der frühere Bertelsmann-Manager Thomas Middelhoff belegen die Ergebnisse. Im Jahr 2002 waren die Zeiten in den Vorstandsetagen der Telekommunikationsbranche besonders tur-bulent. Dort mussten 39 Prozent der Betroffenen aufgrund von Fusionen ihren Hut nehmen, bei 35 Prozent lag es an ihrer schwachen Leistung, und nur ein knappes Viertel ging freiwillig. In der IT-Industrie mussten 44 Prozent aufgrund ihrer schlechten Performance das Unternehmen verlassen und lediglich 13 Prozent im Zuge einer Fusion.

Das Image der CEOs hat in letzter Zeit ziemlich gelitten. Heute schaffen es vermehrt die zurückhaltenden Rechner an die Unternehmensspitze und weniger die medienwirksamen Darsteller. Die Autoren betonen, dass zwar Erfahrung, Ausbildung, Führungskompetenz und Persönlichkeit des CEOs entscheidend für den Unternehmenserfolg seien. Doch gerade global agierende Firmen brauchten auch kreative Köpfe, die innerhalb und außerhalb ihrer Firmen kommunizieren können. (iw)