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08.08.1986 - 

Bosch und Nixdorf zeigen sich an "Eurotel"-Beteiligung nicht interessiert:

CGE-ITT suchen immer noch deutschen Partner

STUTTGART (cmd) - Während die französische Staatsregierung der geplanten Telecom-Fusion von CGE und ITT keine Widerstände entgegensetzt, gestaltet sich die Suche nach deutschen Partnern für das "Eurotel" genannte Joint-venture offenbar schwierig. Hauptgrund: Die industrielle Führerschaft liegt von vornherein bei der französischen CGE.

Der jetzt ratifizierte Vertrag zwischen CGE und dem US-Mischkonzern, dessen "wesentliche Inhalte" nach Angaben der deutschen ITT-Tochter SEL "voraussichtlich bis zum Jahresende erfüllt sein werden", sieht vor, daß das Joint-venture sowohl die gesamten europäischen ITT-Aktivitäten in der Nachrichtentechnik, der Konsumelektronik, die ITT-Bürosysteme weltweit als auch das CGE-Alcatel-Geschäft der Nachrichtentechnik umfaßt.

Statt der zunächst ins Auge gefaßten 30prozentigen Beteiligung an der "Eurotel" wird ITT nun 37 Prozent der Anteile übernehmen, der Rest von 63 Prozent wird von einer von CGE zu gründenden europäischen Holding-Gesellschaft verwaltet. Als weitere europäische Partner stehen bisher nur die belgische Societe Generale de Belgique sowie die spanische Betriebsgesellschaft Compania Telefonica Nacional de Espana SA fest. Zwar sollen auch deutsche Unternehmen an dem Joint-venture beteiligt werden, "die Einzelheiten hierzu", so verlautet von SEL jedoch, "sind noch nicht abschließend verhandelt."

Zu den Unternehmen, denen immer wieder Interesse an einer Eurotel-Beteiligung nachgesagt wird, gehören aus der Nachrichtentechnikbranche unmittelbar Bosch und Nixdorf. Beide geben sich allerdings - zumindest offiziell - zurückhaltend.

Der Stuttgarter Bosch-Konzern dementiert mit Hinweis auf seine in der Frankfurter Telenorma zusammengefaßten Telecom-Aktivitäten sowie auf mögliche kartellrechtliche Hemmnisses jegliche Beteiligungsabsicht. Zudem, so ein Pressesprecher, stehe ohnehin wohl nur noch ein Restpaket bei dem ITT-CGE-Joint-venture zur Disposition; dieses aber "ist für Bosch sicherlich nicht interessant", da es Politik des Hauses sei, jeweils die industrielle Führung anzustreben.

Aus dem gleichen Grund dürfte auch Nixdorf kaum noch Beteiligungsabsichten hegen, wenngleich Horst Nasko, im Vorstand der Paderborner für den Bereich Nachrichtentechnik zuständig, diplomatisch erklärt: "Erstens einmal sind wir noch nicht gefragt worden, und zweitens haben wir noch keine Entscheidung getroffen, was wir sagen würden, wenn wir gefragt würden ... Aber ich bin da relativ skeptisch, ob das für uns der richtige Weg ist."

CGE und ITT scheinen inzwischen selbst nicht mehr davon überzeugt zu sein, einen adäquaten deutschen Partner aus der Telecom-Branche zu finden. In einer Pressenotiz der SEL zur Fusion heißt es unter anderem: "Es muß davon ausgegangen werden, daß die Zeit bis zum Jahresende 1986 benötigt wird, um die Details für den reibungslosen Übergang und die erfolgreiche Integration der gemeinsamen Aktivitäten und der Marktkräfte der beiden Partner festzulegen."

Ein weiteres Indiz ist das von der SEL zur Schau getragene Selbstbewußtsein: Man werde in dem neuen Joint-venture - dem in Zukunft zweitgrößten Unternehmen der Nachrichtentechnik in der Welt - mit einem für das Jahr 1986 erwarteten Umsatz von etwa 5,5 Milliarden Mark und 33 000 Mitarbeitern "eine der tragenden Säulen des neuen Firmenverbundes sein."

Zuversichtlich ist man in Stuttgart zudem auch, was das Engagement bei der Tochter CTM in Konstanz und die Beteiligung an der ADV/ Orga in Wilhelmshaven angeht. Das neue europäische Unternehmen, so ein SEL-Sprecher, habe darauf keinerlei Auswirkungen.