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07.08.1987 - 

Mischkonzern trennt sich wegen Mediengruppe von SW-Tochter:

CGE verkauft Sesa-Gruppe an Cap Gemini

PARIS/MÜNCHEN (CW) - Die Compagnie Générale d'Electricité CGE), eines der großen französischen Industriekonglomerate, hat ihre Mehrheitsanteile an der Société d'Etudes des Systèmes d'Automation (Sesa) an Cap Gemini Sogeti verkauft. Damit gehört die Sesa nun zu 93 Prozent dem führenden europäischen Softwarekonzern; der Rest entfällt auf Mitarbeiter.

Die Geschäftsführer der deutschen Filialen von Sesa und Cap Gemini, Wolfgang Köhler und Werner Brodt, begrüßten in einer ersten Stellungnahme den Zusammenschluß. Allerdings waren beide von dieser Transaktion der französischen Muttergesellschaften offensichtlich überrascht worden; die Zentralen in Paris hatten ihre Verhandlungen bis zuletzt geheimgehalten. Die Geschäftsleitung von Cap Gemini versicherte aber, daß Sesa als eigenständige Einheit innerhalb des Konzerns weitergeführt werde; beide würden nach wie vor getrennt bilanzieren.

Mit einem 1986er Jahresumsatz von 2,94 Milliarden Francs (knapp eine Milliarde Mark) ist Cap Gemini etwa dreimal so groß wie das aufgekaufte Unternehmen, das letztes Jahr 1,05 Milliarden Francs einnahm. Für 1987 wird ein gemeinsames Ergebnis in Höhe von etwa 4,5 Milliarden Francs erwartet.

In der Bundesrepublik erzielte Cap Gemini voriges Jahr einen Umsatz von 38 Millionen Mark, davon 17,6 Millionen aus der Übernahme der Essener Ibat GmbH. Die Frankfurter Sesa GmbH steigerte 1986 ihre Einnahmen auf 28,6 (24) Millionen Mark; das Individual-Softwarehaus ist also hierzulande stärker als das Kerngeschäft seiner neuen Muttergesellschaft.

Durch den Zusammenschluß gewinnt Cap Gemini Kunden und Know-how in den Bereichen Echtzeit-Software, Prozeßautomatisierung, Raumfahrt, Telekommunikation und Bankwesen hinzu. Sesa entwickelt die kundenspezifischen Anwendungen vor allem auf VAX-Systemen von Digital Equipment. Zu den deutschen Kunden gehören Unternehmen wie AEG, Audi, Commerzbank, Dresdner Bank, GMD, Nixdorf, PKI und Telenorma.

Die Cap-Gemini-Gruppe war übrigens bisher schon an Sesa beteiligt, jedoch nur zu 42 Prozent. Jetzt veräußerte der Mehrheitseigner CGE sein 51prozentiges Aktienpaket an den SW-Riesen. Zur gleichen Zeit wurde bekannt, daß die vor allem im Telekommunikations- und im Energiebereich engagierte Compagnie Générale die Kontrolle über die Holdinggesellschaft Trocadéro Participations S.A. übernommen hat. Über die Trocadéro-Beteiligung an der Gruppe La Générale Occidentale gewinnt die CGE nun Einfluß auf die Pariser Verlangsgruppen L'Express und Presses de la Cité.