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05.09.2003 - 

IT in der Automobilindustrie/Autobauer suchen Projekt-Manager, Zulieferer hardwarenahe Programmierer

Chancen für Generalisten und Entwickler

05.09.2003
MÜNCHEN (am) - Attraktive Produkte, bekannte Marken und Arbeitsplätze, die sicherer sind als in der IT-Branche - die deutschen Autohersteller halten einige Trümpfe in der Hand, wenn es um ihr Image als Arbeitgeber geht. Weniger bekannt sind die Zulieferer, obwohl sie derzeit mehr IT-Stellen zu vergeben haben.

Mittlerweile entfällt auf die Zulieferer ein Drittel der Entwicklungskosten für das Automobil, im Jahr 2010 soll es laut VDA sogar die Hälfte sein. Zudem verlagern die Hersteller komplette Prozessketten auf die Lieferanten. Das wirkt sich nach Erfahrungen von Ingo Stöwe, Geschäftsführer der Münchner Personalberatung BHR Consulting und selbst jahrlang in der Autoindustrie tätig, auf die gefragten Qualifikationen aus: "Heute ist nicht mehr nur die IT-Fachkraft, sondern der Projekt-Manager gefordert, der zudem über Branchenerfahrung verfügt."

So bevorzugt Porsche IT-Generalisten, die wirtschaftlich denken: "Die IT-Profile, die wir suchen, haben nichts mehr mit dem Programmierer zu tun, den wir vor zehn Jahren brauchten. Reine Programmiertätigkeiten gibt es kaum mehr." Martin Meyer ist verantwortlich für das Personal-Marketing des Stuttgarter Sportwagenherstellers und hält vor allem nach erfahrenen Prozess- und Projekt-Managern für die Entwicklung von IT-Systemen Ausschau.

Geschäftsprozesse verbessern

Ihre Aufgabe ist es, Prozesse und Softwarearchitekturen zu entwerfen und Systemlandschaften zu managen. "Sie verantworten zum Beispiel das Design und die Umsetzung eines IT-Systems wie der CAX-Kette, das den ganzen Entwicklungsprozess eines Fahrzeugs begleitet", beschreibt Meyer.

Neben dem Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einer Ingenieurdisziplin sollten diese Experten bereits ein IT-Projekt geleitet haben. Häufig ist auch internationale Erfahrung erforderlich, da die IT-Projekte bei Porsche standortübergreifend angelegt sind und sich nicht auf Deutschland beschränken. "Idealerweise haben die Kandidaten bereits in der Fertigungs- oder Automobilindustrie gearbeitet und sich mit der Verbesserung von Geschäftsprozessen beschäftigt."

Meyers Wunschvorstellungen können in jüngster Zeit immer mehr Bewerber erfüllen. Dies führt er unter anderem darauf zurück, dass sich Porsche als IT-Arbeitgeber einen Namen gemacht hat. Im jüngsten Absolventenbarometer der Marktforscher von Trendence haben 5000 Informatikstudenten das Unternehmen auf Platz zehn der beliebtesten Arbeitgeber gewählt. Dieses gute Image hält der Personalexperte für berechtigt, schließlich sei Porsche trotz seiner mehr als 10000 Mitarbeiter immer noch überschaubar: "Man bekommt relativ schnell einen Überblick, lernt die handelnden Personen kennen und hat die Chance, bald Verantwortung zu übernehmen."

Verantwortung wird auch bei der Leopold Kostal GmbH, einem Zulieferer mit Hauptsitz in Lüdenscheid und weltweit 9000 Mitarbeitern, groß geschrieben. "Jeder ist für sein Projekt von Anfang bis Ende verantwortlich", sagt Holger Schienbein, der für das Personalwesen im Bereich Entwicklung und Vertrieb zuständig ist. Natürlich müssten IT-Experten ohne Branchenerfahrung erst die Gesetze der Autoindustrie mit ihrem hohen Qualitätsanspruch sowie den enormen Kosten- und Termindruck kennen lernen. Nach Projektabschluss sei aber die Identifikation groß, schließlich könnten die Softwareentwickler sagen, dass eine Funktion wie der elektronische Fensterheber in einem Auto auf ihrer Arbeit beruhe.

Wissen um Embedded Systeme

Da der Softwareanteil in automobilen Steuergeräten immer mehr zunimmt, braucht Kostal gute Entwickler, am liebsten mit einem Studium der Elektrotechnik oder der technischen Informatik. Dazu Schienbein: "Sie müssen tiefe Grundlagen in C und C++ haben und von der strukturierten Analyse über das Design bis hin zur Dokumentation der Softwareabläufe alles beherrschen. Auch einen Mikrocontroller sollten sie bereits programmiert haben."

Hardwarenahe Programmierung ist auch bei Siemens VDO in Wetzlar gefragt. Hier entwickeln etwa 400 Beschäftigte Hard- und Software für Navigations- und andere Multimediasysteme im Auto. Nach dem starken Wachstum in den vergangenen drei Jahren hat sich der Personalbedarf auf ein moderates Niveau eingependelt. Da gleichzeitig die Zahl der Bewerbungen von qualifizierten Kandidaten gestiegen ist, hat Personalbetreuer Thorsten Schiffner mehr Auswahl: "In der Entwicklung haben auch Hochschulabsolventen eine Chance, sie müssen aber bereits einen Mikroprozessor programmiert und Erfahrung mit Embedded Systemen haben." Bei leitenden Funktionen sei dagegen eine einschlägige Erfahrung im Automotive-Bereich unumgänglich.

IT-Projektleiter gesucht

Von den Programmiersprachen her setzt Siemens VDO nach wie vor stark auf C, da die Endgeräte nur einen begrenzten Speicherplatz haben und die Entwickler entsprechend effizient programmieren müssen. Aber auch mit sehr guten Java-Kenntnissen haben IT-Profis Chancen, da Siemens VDO hochwertige Multimedia-Systeme für Autos im Highend-Bereich auf Basis der objektorientierten Sprache herstellt.

Java- und C++-Kenntnisse stehen auch bei Dräxlmaier hoch im Kurs. In der Zentrale im niederbayerischen Vilsbiburg sucht der Zulieferer Hard- und Softwareentwickler, Projekt- und Abteilungsleiter für die Fahrzeugelektronik. "Unsere IT-Profis sichern die IT-unterstützte Wertschöpfungskette vom Auftragseingang bis zur Rechnungsstellung ab und entwickeln sie weiter", beschreibt Wolfgang Gölden, Leiter Zentrales Personalwesen, zentrale Aufgaben.